Freitag, 19. Juni 2015

GLAD MIDSOMMAR – IN BILDERN

Einige von Euch haben ja vielleicht meine Reportage über die südlichen Schären vor Göteborg in der WELT AM SONNTAG online oder in der Printausgabe vom vorigen Sonntag gelesen. Dazu kommen hier – in etwas wahlloser Reihenfolge (Zeitmangel!) ein paar holterdipolter (Zeitmangel!) ausgewählte private Eindrücke von unserer gar wunderbaren Reise im Juni 2014. Relativ textarm (Zeitmangel!), aber vielleicht besser als nichts. 

Wir – M. und J. und S. – wünschen Euch allen einen ganz wunderbaren midsommarafton (das wäre heute), ein herzliches Glad Midsommar! und einen tollen Restsommer sowieso. Wir lesen uns!



Überfahrt zu den glücklichen
Inseln hinter dem Regen

Flatterhafter Anhang



Ein herzhaftes Bild aus einem Styrsöer utedass
und ein Weg ans Meer

Vor dem Morgenbad
auf Styrsö

Nach dem Morgenbad
auf Styrsö

Teenager vor und nach
dem Mittagsbad auf Styrsö.
Rechts: Möwe

In Göteborg regnet es!



Gestreift schwanger auf dem Bootssteg
(Gratulation nicht nötig, Kind bereits da, Bild vom Vorjahr!)

Leckereien im Brännö Värdshus

Eine glückliche Insel
(weiß nicht mehr, welche von den 14)

Fähre ahoi!

Brücke ins Naturparadies –von Brännö nach Galterö


Pensionat Styrsö Skäret

Und was willst du?

Afterbreakfasting im Strsö Skäret mit Möwengesellschaft 

Spontane Verliebtheit auf Galterö 

Mittagsbad (J.) und fika im Café Öbergska

Frühstück auf der Terrasse
des Skyrsö Skäret

Mittsommer auf Styrsö Anno Dazumal 

Delikater Riesenfisch im
Styrsö Skäret


Montag, 15. Juni 2015

DER HOLDE HOLUNDER UND DER FALSCHE FLIEDER (REZEPT!)

Das Schwedische und das Deutsche sind sich ja sehr ähnlich, viele Worte sind nahezu gleich. Doch natürlich gibt es auch die berühmten "falschen Freunde", Worte, die verführerisch ähnlich klingen, aber etwas völlig anderes bedeuten. Eines, über das Schweden wie Deutsche gleichermaßen stolpern ist zum Beispiel das schwedische (att) svimma, was nicht etwa "schwimmen" bedeutet, sondern "in Ohnmacht fallen". Schwimmen heißt hingegen (att) simma. 


Fläderblomssaft ist nicht
immer das, was das
Wort ein deutsches Ohr vermuten lässt
Ähnlich kompliziert liegt der Fall bei fläder. Fläder bedeutet nicht etwa "Flieder", sondern, wer hätte das gedacht, Holunder. Flieder heißt auf Schwedisch ganz anders, nämlich syren. Fläderblomssaft ist dementsprechend, nein, nicht "Holunderblütensaft", sondern ein dünner Sirup aus dem man sich dann, zum Beispiel, eine Holunderblütenlimonade mixt. Der Begriff saft ist nämlich nicht identisch mit dem deutschen "Saft". Wenn man allerdings ein Kind fragt "Vill du ha saft?", dann fragt man nicht, ob das Kind diesen Sirup pur trinken möchte, sondern ob es ein daraus und aus Wasser gemixtes Getränk – eben die Limonade – haben möchte. Saft heißt wiederum auf Schwedisch juice – ausgesprochen allerdings nicht wie im Englischen, sondern mit einem "j" wie in "ja", also "jus" – und der ist hier ausdrücklich nicht gemeint.

Na, schon schön verwirrt?

Auf alle Fälle blüht hier derzeit der fläder, also der Holunder. Syrenbuskarna, also die Fliederbüsche, blühen zwar auch und zwar außerordentlich schön und duftend, aber die lassen wir jetzt aus kulinarischen Gründen trotzdem mal beiseite.

Fläderblomssaft ist eine in Skandinavien verbreitete Spezialität und traditionell stellen viele Schweden (und auch Dänen und möglicherweise auch Norweger und Finnen) dieser Tage ihren eigenen fläderblomssaft her. So auch J. Darum kommt hier für Euch das leckere Rezept, nach dem mein liebster Schwede seinen Limonadengrundstoff zubereitet.


Holunderblüten, schick in Schale


Für vier Liter Holunderblütenkonzentrat / fläderblomssaft  braucht man 50 große Holunderblüten-Dolden. Selbige findet man an Holunderbäumen und -sträuchern am Wegesrand (Übrigens: Wer nicht zu 100% weiß, wie Holunder aussieht und riecht: Finger weg! Nahezu alles andere mit ähnlichen weißen Blütendolden ist nämlich giftig, zum Teil extrem. Aber auch Holunder sollte man nicht roh verzehren.) Hier sieht man jedenfalls ein Musterexemplar von Holunder-Dolde:

So muss Holunder aussehen!



Dann klappt's auch mit dem (Holunder vom) Nachbarn.
Die in den öffentlichen Bereich
überhängenden Dolden darf man nämlich klauen abschneiden.


Falls der Nachbar das nicht weiß: Vorsichtshalber
strafunmündige Minderjährige vorschicken.



"Papa, die Holunderblüten sind so schwer!
Ich kann nicht mehr!"
Also, noch mal von vorn:
Für vier Liter Holunderblütensirup / fläderblomssaft  (ergibt ca. 12 bis 16 Liter Holunderblütenlimonade) benötigt man:

50 große Holunderblüten-Dolden
4 Bio-Zitronen
4 Liter Bio-Zucker
100 g Zitronensäure (Pulver)
3 Liter Wasser
optional (und meine Empfehlung!) Blätter von vier bis fünf Zweigen Minze

Die Dolden in lauwarmem Wasser abspülen und abtropfen lassen (es gibt auch Menschen, die finden, das dürfe man wegen des angeblich schmackhaften Blütenstaubs nicht machen, aber wir essen nicht so gerne Kleingetier und Verkehrsstaub mit). Die Bio-Zitronen unter lauwarmem Wasser abspülen und in Scheiben schneiden. Dann die Dolden, Zitronenscheiben, Zucker und Zitronensäure abwechselnd in eine große Schüssel schichten.

Das Wasser aufkochen und kochend über die Blüten schütten. Abdecken und 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann, falls gewünscht, die Minzeblätter hinzufügen, vorsichtig umrühren und anschließend noch einmal 48 Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Anschließend durch ein Seihtuch geben (alternativ durch ein feinmaschiges Sieb, sofern einen kleine Pflanzenpartikel nicht stören). In sterilisierte und verschließbare Flaschen füllen und kalt verwahren. Das Holunderkonzentrat kann man auch sehr gut einfrieren und es eignet sich prima als Basis für Cocktails.

Lasst es Euch schmecken!