Freitag, 20. Juni 2014

GLAD MIDSOMMAR - MIT "SVANSK" FISKSOPPA UND EINEM GEWINNSPIEL!

Heute ist midsommarafton  – und zur Feier des Tages könnt Ihr hier bei "Verliebt in Schweden" etwas gewinnen. Nämlich drei 25-Euro-Gutscheine für Onfos, den tollen Münchner Online-Shop für schwedische Lebensmittel und einiges Schwedische mehr (während es parallel im Onfos-Blog auch etwas ganz Besonderes zu gewinnen gibt ...). Von Abba-Sill über typisch schwedische Buttermesser, Kalles Kaviar, schwedischen Whisky bis hin zu Zeitschriften und Zoégas Kaffee aus der Rösterei in unserem schönen Wohnort Helsingborg bekommt Ihr dort alles, was das sich nach Schweden sehnende Herz begehrt. Unter anderem hat Onfos einen hervorragenden Fischfond im Programm, der in unserer Küche häufig zum Einsatz kommt (auch wenn wir ihn hier vor Ort kaufen) und mit dem Joakim seine wunderbare fisksoppa zaubert. Diese fisksoppa bildet heute den würdigen Auftakt zu unserem kleinen Mittsommerbuffet, an dem es natürlich auch bei uns das klassische Mittsommeressen geben wird – also sill, Kartoffeln mit Sauercreme und Schnittlauch, Västerbottenpaj und natürlich als Nachtisch jede Menge saftige jordgubbar. Nur Schnaps und Bier werde ich mir in diesem Jahr verkneifen – angesichts gewisser und ganz wunderbarer Umstände.

Svansk fisksoppa,
fein in französische Schale
geworfen – schmeckt (auch) zu Mittsommer
In Joakims svanska (Wortmix aus svensk = schwedisch und fransk = französisch) fisksoppa vereinen sich schwedische Aromen aufs Vorzüglichste mit französischen. Das ist gar nicht so seltsam, denn die schwedische Küche wurde im Laufe der Zeit ordentlich französisch gewürzt. Bereits König Gustav III. liebte Ende des 18. Jahrhunderts Frankreich und die französische Küche und sprach angeblich mit seiner gesamten Familie nur Französisch. Seit dann die Schweden einige Jahrzehnte später mangels royaler Nachkommen kurzerhand 1810 den französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte als Kronprinz importierten (man muss sich nur zu helfen wissen), wurde es dann noch frankophiler. Jean-Baptiste – seit seiner Krönung im Jahr 1818 besser bekannt als Karl XIV. Johann – ist ein direkter Vorfahre des jetzigen Königs. Kalle, der alte Haudegen, brachte die hungernden Schweden zum Beispiel darauf, dass man die überall wachsenden Steinpilze tatsächlich auch essen kann – seitdem heißt der Steinpilz in Schweden zum ewigen Dank karljohansvamp.

Steinpilze gehören allerdings nicht zu den Zutaten in Joakims Suppe, dafür viele andere delikate Dinge. Als da wären (für vier bis fünf Portionen):



400 - 500 g weißes Fischfilet, auch gern tiefgefroren, zum Beispiel Kabeljau (aus nachhaltiger Fischerei, mindestens mit MSC-Siegel), sowie – nach Geschmack und Verfügbarkeit – Shrimps, Krebsschwänze, etc.

4 - 5 Knoblauchzehen
1 - 2 rote Zwiebeln
1 rote oder orange, mittelscharfe Chilischote

3 - 4 Möhren
5 - 6 durchschnittlich große Kartoffeln
1/2 Knollensellerie ODER 1 Fenchelknolle
2 Pastinaken ODER 2 Petersilienwurzeln
5 - 6 Kirschtomaten
1 Stange Lauch

1,5 dl Weißwein (wir verwenden derzeit alkoholfreien)
2 Esslöffel Fischfond (oder mehr, bitte selbst abschmecken)
2 - 3 dl Sahne oder Schmand
1 unbehandelte Zitrone
2 - 3 Esslöffel Weizenmehl
Wasser

1 Teelöffel Anis (kann man weglassen, wenn man den nicht mag)

1 Esslöffel Estragon (französischer Akzent) 
ODER
1 Esslöffel fein geschnittener Dill (schwedischer Akzent)

2 Teelöffel Kurkuma 
ODER 
ein kleines Tütchen (0,5 g) Safran (für die besonders französische Variante, in diesem Fall bitte Estragon statt Dill verwenden)

Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Vorbereitung:

- gefrorenen Fisch auftauen, frische Filets mit kaltem Wasser abspülen
- Krustentiere (so vorhanden) pulen und kalt stellen
- Knoblauch schälen und mit der Seite des Küchenmessers leicht anpressen
- Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden
- Chilischote fein hacken
- Paprika entkernen, waschen und würfeln

- Kartoffeln und Knollensellerie (oder Fenchel) schälen, in ca. 2 cm große Würfel schneiden
- Möhren schälen und in mittelstarke Scheiben schneiden
- Lauch waschen, 2/3 des Lauchs in grobe Ringe schneiden, 1/3 in sehr feine Streifen
- Pastinaken (bzw. Petersilienwurzeln) schälen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden
- Kirschtomaten halbieren

- Zitrone waschen und die Schale fein reiben
- Zitrone auspressen
- Wein und Sahne/Schmand abmessen
- Kräuter und Gewürze bereitstellen

Zubereitung: 

Ihr braucht einen großen Topf, am besten einen gußeisernen (Joakim schwört auf seinen orangefarbenen Le Creuset, eine leichte Frankophilie schlummert also auch in unserem Hause). Olivenöl darin bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch, Zwiebeln und Chili zugeben und einige Minuten andünsten.

Sämtliche Wurzelgemüse (alles, was unter der Erde wächst, also auch die Kartoffeln) zugeben, umrühren und andünsten – das Gemüse soll keine Farbe annehmen.

Anis, Kurkuma (oder Safran) und Weizenmehl zugeben, umrühren.
Eine Minute dünsten. Dann so viel Wasser zugeben, dass alles gut bedeckt ist.
Gut umrühren.

Wein, Zitronensaft und Fischfond zugeben. Umrühren. Deckel auflegen und bei mittelschwacher Hitze ca. 15 - 20 Minuten kochen lassen bis die Möhren anfangen, weich zu werden.

Nun Fisch, Sahne (oder Schmand), Zitronenschale, Lauch (außer den Deko-Streifen), Tomaten, Paprika und Estragon (oder Dill) zugeben. Aufkochen, dann Hitze reduzieren und ohne Deckel köcheln lassen bis der Fisch fertig ist. Das dauert etwa 10 - 15 Minuten.

Mit Salz, Pfeffer und eventuell mehr Fischfond abschmecken.

Umrühren und mit dem in Streifen geschnittenen Lauch und eventuell einer Messerspitze zusätzlichem Dill (falls man kein Estragon verwendet) servieren. Eventuell vorbereitete Schalentiere hinzufügen.

Dazu schmeckt frisch gebackenes Baguette oder helles Sauerteigbrot – z.B. mit Butter, Olivenöl oder Aioli – ausgezeichnet.

Mitmachen und 25-Euro-Gutscheine
gewinnen!
Smaklig måltid!

Was Ihr tun müsst, um die angekündigten Einkaufsgutscheine zu gewinnen? Verratet uns einfach in einem Kommentar bis zum 15. Juli, was Euer schwedisches Lieblingsessen ist und vor allem, warum! Aus allen Kommentatoren werden wir dann Mitte Juli die drei glücklichen Gewinner ziehen. Kleiner Tipp: Lasst Euch doch einfach im Onfos-Shop inspirieren!  Lycka till!

Onfos wurde übrigens von ein paar waschechten Schweden gegründet, darunter die aus Uppsala stammende Linda Karlsson. Linda ist Journalistenkollegin und macht von München aus ungefähr das, was ich (d.h. Stella) von Helsingborg aus mache – während Linda allerdings für schwedische Zeitungen schreibt, schreibe ich für deutsche. Hier ist ein kleines Interview mit ihr:

Linda, wie kam es dazu, dass du aus Uppsala nach München gegangen und vor allem dort geblieben bist? 
Ich wollte Deutsch lernen und habe mich einfach in München als Stadt verliebt. Es ist auch spannend, in einem Land zu leben, das so viel politische und wirtschaftliche Bedeutung hat.

Was vermisst du an oder aus Schweden am meisten?
In Schweden sind viele Dinge etwas unkomplizierter, vor allem der Umgang mit Behörden. Mir gefällt es auch, dass wir das „Sie“ nicht verwenden. Seit der Du-Reform in den 60ern ist der Schwede mit allen außer den Mitgliedern der Königsfamilie per Du. Allerdings ist meine Heimat nur zwei Stunden per Flugzeug entfernt, wenn das Heimweh zu groß wird.

Linda von Onfos
Wie ist das Onfos-Team auf die Idee gekommen,schwedische Lebensmittel in Deutschland zu verkaufen?
Es ging los mit bestimmten Waren, die uns selbst immer wieder fehlten. Ein Kollege ist Halbschwede und ihm fehlte stets Bregott für sein Butterbrot. Bei mir ging es in erster Linie um die Süßigkeiten wie Djungelvrål, Dumle und Schokolade von Marabou. Zusammen haben wir uns überlegt, wie man einen Weg finden könnte einen schwedischen Supermarkt nach Deutschland zu bringen. Wir wollten nicht nur die Klassiker wie Knäckebrot und köttbullar anbieten, sondern alles was man dort kriegt. Das hat geklappt – dank einer tollen Zusammenarbeit mit ICA Maxi in Helsingborg. Mit mehr als 5000 Waren ist Onfos der größte Shop für schwedische Lebensmittel in Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz.


Anmerkung: Für diese Aktion ist zu keinem Zeitpunkt und von (oder zu) keiner der beiden beteiligten Seiten Geld geflossen. Den erwähnten Fischfond kaufen wir seit Jahren in verschiedenen Lebensmittelgeschäften in Schweden. Wir benutzen ihn, weil uns die Qualität überzeugt und zwar völlig unabhängig von diesem Posting oder dem Onfos-Shop. 







 










Donnerstag, 19. Juni 2014

MORGEN IST MIDSOMMARAFTON ...

... und dann gibt es hier im Blog etwas Delikates zum Nachkochen und vor allem etwas ganz Tolles zu gewinnen! Mehr wird jetzt noch nicht verraten, aber schaut unbedingt morgen noch einmal hier herein – es lohnt sich, großes Ehrenwort!

Übrigens, wenn Ihr keinen Blogeintrag verpassen wollt, empfehle ich das Abo per Email (Feld oben rechts) oder Bloglovin' (rechte Spalte, Mitte), denn auf Facebook geht "dank" der facebookschen Selektionspolitik gerne mal was unter – und bei Twitter muss man den Moment des Tweets abpassen. Eure Emailadressen werden selbstverständlich von uns zu nichts anderem als zum Verschicken des Blogs verwendet! Bitte denkt daran, dass Ihr Eure Emailadresse einmal bestätigen müsst, damit das Blog-Abo von "Verliebt in Schweden" aktiv wird. Dafür wird Euch ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse geschickt, auf den Ihr einmal klicken müsst. Nach diesem Klick bekommt Ihr jeden hier erschienenen Blogeintrag bequem frei Haus!

Besonders wichtig: Alle, die diesem Blog über Google Friends Connect folgen, empfehle ich, noch eine zusätzliche Abo-Möglichkeit zu nutzen, da "Verliebt in Schweden" in absehbarer Zeit umziehen und Blogger verlassen wird!

Nur noch einmal schlafen,
dann ist Midsommarafton
und das wird natürlich auch in
Helsingborg gefeiert.
(Das Bild zeigt die Terrasse des
wunderbaren Restaurants
Sillen & Makrillen)



Donnerstag, 5. Juni 2014

MORGENS UM ACHT IST DIE WELT NOCH IN ORDNUNG? DAS SCHWEDISCHE ABIFEST – MAL GANZ NÜCHTERN BETRACHTET

Mit einer solchen Mütze gepocht und
ganz sicher nicht nüchtern: schwedische
Abiturienten
Das da oben ist eine studentmössa, eine Abiturientenmütze. Heute ist in Helsingborg nämlich studenten, wie in Schweden die Abiturfeierlichkeiten in Antizipation des sich anschließenden Studiums heißen. Statt nun aber bescheiden an der Schule einen Abistreich zu organisieren, setzen sich der schwedische Abiturient und die schwedische Abiturientin  eine solche Mütze auf und lassen sich auf offenen Lastwagen zusammen mit erheblichen Mengen Alkohol (sowie erheblichen Mengen Fußballtröten und begleitet von erheblich mieser Musik) durch die Stadt kurven. Viele Abiturienten und auch solche, die es in ein paar Jahren erst noch werden wollen, fangen allerdings bereits Tage früher mit der Feierei an. Z.B. die Jungs aus dem Haus gegenüber, die wir zunächst am Montag grölend und mit einem dieser beängstigenden Einflöß-Trichter für Hochprozentiges beobachten konnten. Dieselben Jungs erspähten wir dann am Dienstag, wie sie eher leise und ziemlich blass herumschlichen.

Auf den ersten Blick scheint all das wenig damit zu tun zu haben, dass ich heute morgen um acht eine Kontrolluntersuchung bei der Hebamme – der barnmorska – hatte. Ich war, um es vorsichtig auszudrücken, eher mittelmäßig gelaunt, denn es stand eine vorsorgliche Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes auf dem Programm.  Darum hatte ich am Morgen weder Nahrung noch Kaffee zu mir nehmen dürfen  – und zwar nicht mal den entkoffeinierten, mit dem ich derzeit meine Brühe verdünne. Außerdem war ich um kurz vor vier in der Nacht aufgewacht und hatte bis vor kurz vor sechs nicht wieder einschlafen können. Ich war also hundemüde und hatte Hunger bis unter die Arme. Die Laune wurde auch angesichts der Aussicht, dass mir noch mindestens zwei nüchterne Stunden bevorstanden, nicht besser: Das ist nämlich die Zeitspanne, die man nach dem "Genuss" eines Glases Zuckerwasser untätig herumsitzen muss, damit die Untersuchung relevante Ergebnisse bringt. Das Ganze wurde nur dadurch gemildert (das allerdings erheblich!), dass der weltbeste Mann, nämlich J.,  darauf bestanden hatte, mit mir aus Sympathie zu fasten und mich zu begleiten!

Doch was geschah, als ich gerade auf den Parkplatz vor der barnmorskemottagning einbiegen wollte?
Ich wurde angehalten.
Von der Polizei.
Ich ließ das Fenster runter.
Der Polizist brummte: "Nykterhetskontroll!"
Eine Alkoholkontrolle.
Oder, genauer übersetzt, eine "Nüchternheitskontrolle".
Morgens ums acht.
Vor der Hebammenpraxis.
Weil irgendwelche pubertierenden Endgymnasiasten sich mit Trichtern seit Tagen die Birne zudröhnen.

Zwar konnte man nicht nüchterner sein als ich es in diesem Augenblick war (und zwar, wie gesagt, in jeglicher Hinsicht!), aber da ich schon etwas spät dran war, deutete ich auf meinen inzwischen doch sehr deutlich sich wölbenden Bauch, in der Annahme, dass der Beamte mich dann sofort durchwinken würde:
"Sie sehen vielleicht: Ich bin schwanger!"
Meine Annahme erwies sich als irrig.
"Tut mir leid, Sie müssen trotzdem pusten!"
Ich kann mir nur vorstellen, wie mein Blick ausgesehen haben muss, aber vermutlich ist er nicht so ausgefallen, als würde ich mein Gegenüber für einen mitdenkenden Menschen halten. Mutmaßlich nicht mal für einen denkenden.
Ich kann nämlich leider nur sehr schlecht verbergen, was so in mir vorgeht.
Der Polizist hielt mir beharrlich das Röhrchen entgegen.
Okay, gut, ja, wenn der Herr Wachtmeister das nun unbedingt wollte – ich pustete also.
Leises Kichern drang derweil vom mit dem weltbesten Mann – nämlich J. – besetzten Beifahrersitz.
Der Polizist warf einen ernsten Blick auf das Messgerät.
Dann erklärte er ebenso ernst: "Sie sind nüchtern!"
"Na, das ist ja eine Überraschung!", entgegnete ich.
Und schon war die erste Alkoholkontrolle meines doch mittlerweile recht langen Lebens vorüber.
Morgens um acht.
Schwanger.
Vor der Hebammenpraxis.
Wer hätte das gedacht?

Auch die weiteren Kontrollen des Morgens (auf Diabetes, Eisen, Eiweiß) ergaben nur Bestwerte. Zum Glück ließ uns die Hebamme die zwei Stunden Wartezeit im gerade ungenutzten Gemeinschaftsraum verbringen – schlummernd, auf dem Sofa (ich) bzw. Gymnastikmatten (J.). Als wir dann erfrischt endlich um halb elf zuhause ankamen, schmeckte der Kaffee (ausnahmsweise gönnte ich mir den echten Stoff ohne Decaf-Anteil) und das am Morgen noch selbst gebackene Brot besonders gut. Die Welt war wieder in Ordnung.

Gerade wird gegenüber übrigens weiter gefeiert. Aber morgen ist Nationalfeiertag. Und da muss ich morgens um acht wirklich nirgendwohin.