Dienstag, 15. April 2014

VON PIMMELBONZEN, FOTZENSCHWÄRMEN – UND VOM TEUFEL IM DETAIL

Wo geht's lang?
Alle Leser sind eingeladen,
beim nächsten Spaziergang mal darauf zu achten,
wie das deutsche Äquivalent
zum  schwedischen Spazierweg-Schild
 aussieht.
(Oder sie spicken schon mal unter diesem
Blogeintrag ...)
Seit ich in Schweden bin, fällt mir auf, wie – sagen wir es neutral – anders manche Dinge noch in Deutschland sind. In Sachen Gleichstellung (ich sage absichtlich nicht "Gleichberechtigung", denn die gleichen Rechte haben Männer und Frauen nun zum Glück doch schon seit geraumer Zeit) läuft noch vieles in alten Bahnen. Gerade dann, wenn aus einem Paar eine Familie wird. Forscher sprechen vom "Traditionalisierungseffekt", der um sich greift, sobald ein Paar ein Kind bekommt. Plötzlich brechen alte Rollenmuster durch. Diese Muster werden meist keineswegs absichtlich von den "Betroffenen" aus der Schublade gekramt, weil sie sie so toll finden. Nein, sie ergeben sich aus den Umständen. Ich habe das beobachtet: Molekularbiologinnen legen ihre viel versprechende Karriere lange über die Stillzeit hinaus auf Eis (mit dem Gebären und Stillen haben Männer ja zugegebenermaßen noch ihre Schwierigkeiten). Und warum? Weil sie weniger verdienen als ihre Gatten! Gar nicht unbedingt, weil ein böser Arbeitgeber Frauen weniger bezahlt, sondern zum Beispiel, weil sie jünger sind und noch nicht so lange mit der Ausbildung fertig. Ein guter Steuerberater rät in dieser Situation ganz wahrheitsgemäß, mit dem Ehegattensplitting stehe die Familie sich auf diese Weise steuerlich deutlich günstiger. Und wer hat als frisch gebackene Familie schon Geld zu verschenken?

Die Molekularbiologin schrubbt also fortan jahrelang Mikroorganismen aus der Dusche statt sie unterm Mikroskop zu untersuchen und während sie den beruflichen Anschluss (und manchmal auch das Selbstbewusstsein) verliert, weilt sie zuhause. Dort ist der Gatte hingegen kaum noch – der schuftet nämlich jetzt extra viel, Haus und Kombi müssen abbezahlt werden und ob die Frau wieder in den Job einsteigen kann, ist fraglich: Der verpasste Anschluss und so. Die Lebenswelten entfernen sich voneinander. Die paar gesparten Kröten haben Folgen. Für die Beziehung zum Beispiel – sich auseinander gelebt zu haben steht ganz oben auf der Trennungs-Hitliste –, aber ebenso für die Arbeitswelt: Arbeitgeber stellen Frauen immer noch weniger gern ein, weil die ja viel schneller ausfallen könnten – auch darum verdienen Frauen weniger. Weil Frauen aber weniger verdienen, haben sie später nicht nur weniger Rente, sondern sie bleiben auch eher zu Hause – siehe oben.

Ein Teufelskreis!

Manche sehen in einer Frauenquote eine Maßnahme, die hier Abhilfe schafft. Ich finde allerdings, dass man Ungleichheit nicht mit Ungleichheit bekämpfen kann. Auch nicht ausnahms- und übergangsweise. Es ist falsch, wenn jemand bevorzugt wird, weil er ein bestimmtes Geschlecht hat (oder irgendwas anderes, für das er nix kann, z.B. seine Hautfarbe). Immer. Überall. Aus Prinzip. Da wäre ich als Mann auch sauer. Denn was hab ich davon, dass sich "mein Geschlecht", so insgesamt gesehen, gesellschaftlich immer noch besser da steht, wenn ich gerade meinen Traumjob an eine Konkurrentin verloren habe, nicht weil die besser, sondern weil sie eine Frau war? Nüscht! Wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich darum die Dominosteine woanders anstoßen. Neben (u.a.) dem weiteren Ausbau der Kinderbetreuung erst mal das Ungleichheit verstärkende Ehegattensplitting abschaffen und die Möglichkeit, Pensionspunkte an den Partner abzugeben – ich prophezeie, es würden Wunder geschehen.

Nun lebe ich aber inzwischen in Schweden und das hat ja schon eine deutsche Königin. Mein Prinz ist außerdem gänzlich unroyal. In unserer nächsten Nachbarschaft (= fünf Minuten zu Fuß) sind aber auch schon ohne jegliches königliche Einwirken allein sechs (!) Kitas/Kindergärten und etwa so viele Spielplätze, auf denen ich mindestens so viele entspannte (!) Väter und Kinder in Elternzeit sehe wie entspannte (!) Mütter. Das freut mich besonders, denn ab Ende August steht auch in meinem/unserem Leben eine kleine (etwa einen halben Meter lange) Veränderung an, die intern bereits vorbereitet wird (um was es sich handelt, ist streng geheim!)

Noch einmal eine Version des SCHWEDISCHEN
Schildes.
Die Quadratur des Kreises? Nein!
Einfach nur ein Mensch mit einem Kind.
Mann oder Frau? Möglich.
(Für die Auflösung, wie das deutsche Schild aussieht,
bitte noch weiter runter scrollen.)
Doch Kitas hin, Elternzeit-Papis her, auch in Schweden laufen in der Mann-Frau-Chose noch nicht alle Dinge ganz selbstverständlich rund. Der psychologische Teufel liegt im Detail. In der Zeitung Sydsvenskan – "die Südschwedische – las ich vor ein paar Tagen einen wunderbaren Artikel. Der stammte vom Helsingborger Dichter und Schriftsteller Bob Hansson (von dem man sich hier ein Bild machen kann). Der war nicht nur zufällig früher auf der gleichen Schule wie J., sondern ist zufällig auch kürzlich Vater geworden. Er hat in diesem Zusammenhang eine interessante Beobachtung gemacht, die mich in meiner Haltung bestärkt: Wenn man will, dass Frauen und Männer wirklich gleiche Möglichkeiten haben, dann gilt das für alle. A-L-L-E. Ja, es mag überraschen, aber das heißt dann: auch für die Männer. Aber lest selbst, ich habe den Artikel mit Bobs Erlaubnis extra für euch übersetzt:

ANDERTHALB ELTERNTEILE SIND NICHT GENUG

Text: Bob Hansson

Der Blick einer Hebamme ist alles, was es braucht, um eine Ungleichheit zwischen den Elternteilen zu erzeugen. Bob Hansson auf der Suche nach dem ultimativen Bonus der Gleichstellung.

Bei keinem anderen Tier als dem Mensch gibt es einen so großen Unterschied zwischen dem Weiß des Auges und der Pupille. Kein anderes Tier ist sich so bewusst darüber, wenn ein Blick auf es gerichtet wird – oder auf jemand anderen. Ein Blick ist hierarchisch. Je höher dein Status, umso mehr Pupillenzeit bekommst du.

Gleichstellung dreht sich zum Teil um Blicke. Darum, wer im Fokus steht. Und warum.

"Glaubst du, dass Frauen keine Feuerwehrleute sein können?"

Derjenige, der darauf "ja" antwortet, heißt möglicherweise Ulf Brunnberg. (Anm. d. Übers. Ulf Brunnberg ist ein schwedischer Schauspieler, der für seine konservativen politischen Äußerungen bekannt ist.)

"Bist du der Ansicht, dass Mütter besser darin sind, sich um ihre Kinder zu kümmern als deren Väter?"

Diejenigen, die darauf mit "ja" antworten, arbeiten möglicherweise im Pflege- und Gesundheitssystem.

65% aller befragten Hebammen und Krankenschwestern in der Kinder- und Säuglingspflege sind nämlich der Ansicht, dass Mütter besser darin sind, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen als es die Väter sind. (Anm. Alle Angaben in diesem Text beziehen sich auf Schweden)

Mit anderen Worten sind sie der Ansicht, dass Elternschaft auch heute weiterhin eher Frauensache ist.

Dieser Tage läuft das Projekt "Ein Elternteil entsteht". Ein Projekt, das sich damit befasst, wie frisch gebackenen Vätern im Gesundheits- und Pflegesystem begegnet wird. Es erstreckt sich nicht über das ganze Land (Anm. Schweden ist gemeint), aber immerhin über die Provinz Västra Götaland. Es ist ein Projekt, das einen gewissen Widerstand weckt: "Sollen wir Männern denn jetzt NOCH mehr Platz einräumen? Es sind doch nun mal Frauen, die wir betreuen! Bekommen Männer nicht schon genügend Raum?"

Ein vollkommen verständliche Kritik. Über peinlich viele Generationen hinweg sind wir davon geprägt worden, dass es die Mama ist, die die Windeln wechselt, während der Papa zur Arbeit geht, um für die Windeln zu bezahlen.

Das macht uns alle unnötig einsam.

Überkommene Geschlechterrollen schwappen in unseren Körpern herum. Drücken uns nieder. Lassen uns unbeholfen werden. Am meinem ersten Tag als Vater auf dieser Erde stehe ich in unserem Zimmer auf der Wöchnerinnenstation, als die Krankenschwester hereinkommt. Unser Sohn liegt in einem Spezialzimmer und wartet darauf, Blut abgenommen zu bekommen.

Wir sind alle besorgt.
Die Krankenschwester fragt:

"Wo ist die Mutter?"
"In der Kantine."

Darauf erwidert sie nichts, sondern geht. Ich gehe hinterher. In der Kantine höre ich die Krankenschwester dasjenige sagen, was sie nicht zu mir gesagt hat: "Ihr Sohn ist jetzt fertig für die Blutabnahme."

Ein Vater ist auf der Wöchnerinnenstation nicht als Vater registriert, sondern als Angehöriger der Mutter. Ein anderer frisch gebackener Vater sieht mich an und seufzt: "Wenn es ums Kinderkriegen geht, ist es so, als sei es die wichtigste Funktion des Papas, das Auto zu fahren."

Einige Wochen später stelle ich in der Zentrale für Kinderpflege* eine Frage, um dann zu sehen, wie sich die Krankenschwester automatisch mit ihrer Antwort an die Mutter wendet.

Auf die Bedeutung genau dieses Blickes werde ich noch zurückkommen.

Als ich aufwuchs, gab es keine Männer weit und breit. Nicht zuhause. Nicht in der Kita. Nicht in der Schule. Kinder waren Frauensache. Sobald ein Paar zu Eltern wurde, war es Tradition, dass der Vater – anstelle weniger zu arbeiten und sich mit seinen Kindern zu befassen – noch mehr arbeitete. Heute nehmen Väter ein Viertel der Elternzeit. Mit Spitzen im Sommer und während der Elchjagd. Dem kürzlich veröffentlichten Bericht der Regierung "Männer und Gleichstellung" (SOU 2014:6) zufolge haben bis zum zweiten Geburtstag des Kindes jedoch 25 % der Männer nicht einen einzigen Tag Elternzeit genommen. Also nicht einmal während der Elchjagd.

Zusammengenommen wird all das trotzdem Fortschritt genannt.
Und es ist einer.

Ich bin nicht der einzige, der sich wünscht, seinen Vater besser gekannt zu haben. Als das Statistische Zentralbüro (SCB) untersuchte, mit wem Kinder am liebsten sprechen, wenn sie Unterstützung brauchen, gaben Mädchen und Jungen in allen Altersgruppen die gleiche Antwort: Mama. Als der Kamratposten (Anm. eine schwedische Zeitung für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren) dieselbe Frage stellte, zeigte es sich außerdem, dass Kinder lieber mit einem Freund sprechen als mit ihrem Papa. Der Papa lag nicht mal auf dem dritten Platz, denn auf den nächsten Plätzen folgten "jemand anders" und "keiner".

Wir leben also in einer Zeit, in der Kinder lieber mit "keinem" sprechen als mit ihrem Papa, wenn die Tränen in der Nase zischen und sich ihre Nöte im Griff der Scham vor der Außenwelt verschließen.

Das macht uns alle unnötig einsam.

Nun sind wir wieder bei der Krankenschwester in der Kinderpflegezentrale und dort ist nichts einfach. Denn wenn die Krankenschwester dem Vater Aufmerksamkeit schenkt, muss sie im gleichen Augenblick den Blick von einer Mutter wenden, die oft alle Unterstützung braucht, die sie nur kriegen kann. Wir wissen nicht, ob der Blick der Gleichstellung eigentlich ein schielender ist, aber wir wissen, dass die althergebrachte Norm, nach der die Mutter der erste, der wichtigste Elternteil ist, ihr kaum etwas nützt. Weil es damit zusammenhängt, dass sie das zweite Geschlecht besitzt.

Belinda Olssons fragte sich in ihrer Dokumentation "Fittstim* - min kamp" (Anm. in etwa: "Fotzenschwarm - mein Kampf", siehe Erläuterung unten)  im staatlichen schwedischen Fernsehen SVT, ob der moderne lattepappa (Anm. In Schweden werden Väter, die Elternzeit nehmen, häufig als lattepappa bezeichnet, weil sie gern mit ihren Kindern im Café beim Latte Macchiato gesehen werden, in etwa analog zu den "Latte-Müttern" in Deutschland – wer den wichtigen Unterschied merkt, bekommt einen Gummipunkt) Ausdruck einer bedrohten Männlichkeit sei. Zum Glück gibt es verschiedene Arten von Männlichkeit und alle sind sie in Bewegung. Die Männlichkeit, die Lattepapis vermutlich haben, wird in der Männerforschung "pluralistische Maskulinität" genannt. Eine Männlichkeit, die, ohne vollständig die alten Erwartungen loszulassen, das Neue begrüßen kann. Es handelt sich um eine Männlichkeit, die der Forschung zufolge am besten dazu geeignet ist, die disparaten Anforderungen zu meistern, die sich einem Geschlecht angesichts einer beginnenden Gleichstellung stellen.

Es ist möglich, dass der Mann bedroht ist, aber vermutlich nicht davon, dass er sich mit seinen Kindern beschäftigt. In einem Hospiz in der Schweiz fragte man die männlichen Patienten, die im Begriff waren zu sterben, ob sie möglicherweise etwas bereuten – und das taten sie. Am gewöhnlichsten war das Bedauern darüber, dass sie zu wenig Zeit mit ihren Kindern und ihrer Familie verbracht hatten. Fakt ist, dass einhundert Prozent aller Männer genau dies bedauerten. Man kann übers Sterbebett sagen, was man will, aber es ist kaum der geeignete Ort, seine Elternzeit zu nehmen.

Der rote Faden des Bedauerns war (für beide Geschlechter), dass sie mehr nach den Wünschen der Gesellschaft gelebt hatten als nach den eigenen. Man darf also annehmen, dass der Grund, dass die Väter weniger Zeit als gewünscht mit ihren Kindern verbracht hatten, in den Erwartungen der Umgebung lag.

Erwartungen erschaffen etwas. So wie die Erwartung der Hebamme daran, welcher Elternteil der primäre ist. Der Blick der Hebamme ist damit ein Blick, der sich weit über den Raum hinaus erstreckt, in welchem er geschieht.

Es ist ein Blick mit einer gewissen Macht.
Ein Blick, den Västra Götaländs Landesgericht nun ändern will.

"Wir dachten, wir seien bereit für die Zukunft, aber dann entdeckten wir, dass sie bereits da war." Diese Worte stammen von einer im Projekt engagierten Hebamme – der Trend in größeren Teilen der Welt ist deutlich. Anstatt eine Extraschicht im Job einzulegen, ziehen es Männer immer häufiger vor, ihr Kind in die Arme zu nehmen und an ihrem Po zu schnuppern. Ein anderer Trend ist es, dass Väter sich vor, während und nach der Entbindung als ausgeschlossen erleben. Der erste Blick, der die neue Familie trifft, ist allzu oft ein halbblinder. Natürlich ist es nicht die Priorität einer Hebamme, einen Vater zu entbinden, sondern ein Baby. Aber der erste Blick, der eine gerade gewordene Familie trifft, darf nicht einer sein, der von einer Norm ausgeht, von der die Gegenwart sagt, dass sie sie hinter sich lassen möchte.

Die Forschung fand heraus, dass ein Mann umso mehr Elternzeit nimmt, je mehr er bei der Entbindung integriert wird. Weitere Forschung zeigt, dass ein anwesender Vater sowohl das Stillen erleichtert als auch die kognitive Entwicklung des Kindes verbessert.

Vor nur einem Jahr und acht Monaten schaffte die Frauenklinik in Malmö das Recht der Väter ab, mit auf der Wöchnerinnenstation zu übernachten. Ein Beschluss, der nicht nur die erwähnte Forschung ignoriert, sondern auch eine Norm festigt, von der der Rest unserer Gesellschaft sich fortbewegt. Frauen können Feuerwehrautos fahren und Männer können auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen. Man höre und staune. Kinder sind keine Frauensache. Die Zukunft ist schon hier. Auf alle Fälle in Västra Götaland.

Im gleichen Augenblick, in dem die Hebamme den Blick von der Mutter wendet und den Vater einbezieht, ermöglicht sie also der Frau den Zugang zu einer Welt, in der jene nicht länger darauf reduziert wird, der wichtigste Elternteil zu sein. Der äußerste Pluspunkt der Gleichstellung ist es, dass sie nicht nur einen Elternteil fördert, sondern mindestens zwei. Gleichstellung ist trotz allem kein Krieg der Geschlechter, sondern dessen Ende.

* In Schweden entsprechen so genannte "vårdcentraler" in etwa deutschen Hausärzten. Diese Zentralen sind die ersten Anlaufstellen, wenn man krank ist oder medizinische Fragen hat, dort sind immer mehrere Ärzte und Krankenschwestern beschäftigt, jeder Wohnbezirk hat eine solche Zentrale. Krankenschwestern haben in Schweden größere Befugnisse als in Deutschland, sie bestimmen auch, ob man so ernst krank ist, dass man zum Arzt vorgelassen wird. Statt eines Kinderarztes gibt es die barnvårdscentralen, wörtlich übersetzt: die Kinderpflegezentralen.

* Der Begriff "fittstim" – übersetzt bedeutet das so viel wie "Fotzenschwarm" – ist ein nicht ganz salonfähiger Ausdruck, der in Schweden eine gewisse Berühmtheit erlangte, nachdem der schwedische sozialdemokratische Politiker Stig Malm zu Beginn der Neunzigerjahre zufällig im Vorbeifahren die damalige Vorsitzende des sozialdemokratischen Frauenverbundes, Margareta Winberg, inmitten einer Gruppe von Frauen auf dem Gehweg erspäht und die Damen kurzerhand mit nämlichem Ausdruck bedachte hatte. Er hatte jedoch nicht mit seinem Chauffeur gerechnet, der die verbale Entgleisung seines Chefs an die Presse ausplauderte. Das brachte Malm den Spitznamen "pittpamp"  – ungefähr "Pimmelbonze" – ein. 

Übersetzung und Anmerkungen: Christiane Stella Bongertz


So sieht das in Deutschland aus.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von
Feininger's Cat)

Kommentare :

  1. Hallo Frau Stella,

    eine schöne Geschichte... und für Sie ein schönes, noch zu erwartendes Ereignis. Gratulation! :-)

    Wollte nur anmerken, dass ich das seltene Glück erleben durfte, dass ich mit meinen Kindern als Vater eine sehr enge Beziehung habe. Ich war bei beiden Geburten dabei und muss sagen, dass dies ein ganz wichtiger Moment ist. Das Kind bekommt dabei einen Platz im Inneren deiner Person. Ich kann gar nicht genau Beschreiben wie.

    Auch im Nachgang hatte ich das Glück, dasss meine Kinder mit mir Ihre Tränen und Träume geteilt haben. Da ich selbst wenig solcher Momente mit meinem Vater hatte, aber sehen kann, wie wichtig das für meine Kinder ist, kann ich nur empfehlen, den Vater wirklich "'ran zu lassen" ... er ist für die Entwicklung des Kindes eine enorm wichtige Person... und er sollte sich dessen sehr bewusst sein. Der Vater prägt entscheidend das Bild der Kinder von der Welt... sofern in den Frühen Jahren der Fernseher lange genug ausgeschaltet ist.

    Das wichtigste, dass Kinder übrigens brauchen ist meiner Meinung nach nicht gleichberechtigte Eltern, sondern welche, die trotz der sich Verändernden Lage durch auftauchen und Anwesenheit des Kindes, es schaffen, sich weiterhin romantisch oder wenigstens ausdauernd zu lieben. Das gibt Kindern die größte Sicherheit und Geborgenheit... auch wenn das heißen würde, dass sie deswegen einmal weniger Aufmerksamkeit oder Konsumgüter bekommen.

    Es war mal wieder eine Freude den Blog zu lesen.

    Freundliche Grüße aus dem kühlen, sonnigen Deutschland

    S.Risch

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  2. Hallo Herr Sebastian,

    vielen Dank für die Glückwünsche! Ich bin ganz Ihrer Ansicht, die gelebte Liebe der Eltern nicht nur für das Kind, sondern auch füreinander ist sicher eine sehr gute Voraussetzung für ein gelungenes Familienleben. Und ich glaube, auch dafür ist es wichtig, eine für alle Beteiligten angenehme Situation zu schaffen. Es ist ja z.B. völlig in Ordnung, zu Hause zu bleiben. Wichtig ist aber, dass man das aus freien Stücken tut und nicht, weil irgendein Steuervorteil oder ein Zwang (z.B. kein Kitaplatz) oder eine gesellschaftliche Konvention einen in die Situation hinein diktiert, was, glaube ich, sehr oft der Fall ist. Das führt nämlich zu Frust und Frust führt zu Streit, Trennungen, Vorwürfen, Minderwertigkeitsgefühlen, Schuld, Desinteresse etc.

    Hier in Schweden ist es üblicher als in Deutschland, dass sich Partner Erwerbstätigkeit, Haushalt und Kindererziehung in etwa teilen und das führt sowohl dazu, dass die Eltern zum einen ausgeglichener sind - und damit auch die Kinder – als auch dazu, dass beide Elternteile ihre Kinder miterleben. Alle haben am Familienleben teil.

    In Deutschland beobachte ich vorwiegend gestresste Eltern, hier das genaue Gegenteil.

    Im Spätsommer wird es also spannend …

    Herzliche Grüße aus dem ebenso sonnigen und bestimmt noch etwas kühleren Südschweden,

    CSB

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  3. Auch von mir herzlichen Glückwunsch! Das sind doch schöne Neuigkeiten!

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  4. Na, herzlichen Glueckwunsch & vielen Dank fuer den - wiedermal wundervoll geschriebenen - Betrag! Schöne Ostertage :)

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    1. Vielen Dank fürs Kompliment und ein Wunsch für wunderbare Ostertage zurück! Und natürlich ein Danke für die Aufklärung in Hasenangelegenheiten.

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  5. Liebe Stella,
    ein wunderbarer, interessanter, informativer Post! Nochmals meine herzlichen Glückwünsche! Als Mutter von vier Kindern und "Emigrantin" im deutschsprachigen Bereich wie Austria, Schweiz und Deutschland könnte ich in Bezug auf dieses Thema auch einen Roman verfassen ;-)
    Ganz liebe Grüße,
    Mella

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  6. Herzlichen Glückwunsch!
    Was man so hört, habt ihr im Norden im Vergleich zu uns den Jackpot erwischt, was arbeitende Muttis und Vatis anbelangt.
    Ich verfolge gerne mit und versuche, mich dabei nicht zu sehr über unsere mitteleuropäischen Zustände zu nerven...

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