Freitag, 21. Juni 2013

GLAD MIDSOMMAR ODER: LEUTE, ZÜCKT DIE LESEBRILLEN (UND DIE KAMERAS)!

Uff! Mir ist ganz schwindlig vor Aufregung. Nach einer spannenden und vollgestopften Woche im subtropischen Deutschland* und 1000 Kilometern hinterm Steuer, bei denen bin ich von Bonn an quasi ständig vor dem Unwetter hinweggesurft bin – J. war bereits am Samstag zurück nach Schweden geflogen – bin ich gestern rechtzeitig zu midsommar wieder zuhause in Helsingborg angekommen. Im Gepäck: Ein neues Jumbo-Katzenklo für Haustiger Zingo, Bilder von spektakulären rheinischen Regenbögen, leckeres Jever und ....

TROMMELWIRBEL
SPANNUNG

... vor allem endlich unser (zumindest von uns) lang erwartetes Buch Verliebt in Schweden: Eine Geschichte ohne Elch, aber mit Herz, das heute, genau an midsommarafton das Licht des Buchhandels erblickt hat (Da es bei Amazon quasi direkt ausverkauft war – die hatten vermutlich nur drei Exemplare bestellt – hier noch ein Link zum Buch auf buch.de und noch einer zum Buch auf bücher.de)! Das Kleine und seine Eltern sind wohlauf. Es wiegt 300 Gramm, ist 18,6 Zentimeter lang und das Geschlecht kann man sich aussuchen – das muss uns erst mal jemand nachmachen!

Das ist nicht etwa mit Blitz
aufgenommen: Im Moment der
Aufnahme kam die Sonne raus ...

J. ist gleich runter zum Yachthafen und zur bryggan, um es dort in gebührendem Rahmen zu fotografieren. Bryggan bedeutet übrigens nicht etwa Brücke (das wäre nämlich eine bro, also: en bro). Nein, so nennen sich die langen Stege, die hier an der schwedischen Küste ins seichte Meer führen – und natürlich in den zahlreichen schwedischen Seen in selbige –  damit man von dort aus besser seinen morgondopp, wie man das morgonbad (<--- ich berichtete) auch nennt, erledigen kann. Alternativ funktionieren natürlich auch ein kvällsdopp und ein kvällsbad, das wäre dann das Ganze in der Abendversion (von kväll – Abend bzw. en kväll – ein Abend und kvällen – der Abend – eine kleine Schwedischlektion am Rande).  J. meint übrigens, ich sollte am besten vår badbrygga – unsere Badebrücke – schreiben, weil sich das sonst so anhören würde, als hätten wir einen eigenen Bootssteg. Fänd ich gar nicht so übel, fehlt nur noch das Boot ...

  
... und hier war sie dann richtig da!

Später findet Ihr natürlich hier im Blog noch mehr zu unseren Mittsommerfeierlichkeiten (bis dahin lest Ihr HIER vom Mittsommer des vergangenen Jahres). J. war eben bereits auf dem torget, dem Markt, der sich übrigens am Studio seiner Band befindet, und hat jordgubbar – Erdbeeren– und einiges andere für unser Fest eingekauft, das wir heute ganz untypisch zu zweit feiern werden.

Und noch ein kleiner Aufruf: Wir haben uns spontan zu einem kleinen Gewinnspiel entschlossen. Falls Ihr unser Buch gekauft habt, fotografiert es doch an Eurem Lieblingsleseplatz – oder in Schweden, falls Ihr gerade dort seid – und postet Euer Bild auf unserer Facebook-Seite oder schickt es an die im Impressum angegebene Emailadresse. Wir werden uns für die Knipser der drei besten, tollsten und/oder originellsten Bilder eine feine schwedische Überraschung ausdenken – fürs Posten/Zuschicken der Bilder habt Ihr Zeit bis zum Herbstanfang am 21. September.

Häng kvar!** 


Svenska jordgubbar på torget
Schwedische Erdbeeren auf dem Markt


Mittsommerzutaten –
später (morgen oder so!) gibt es noch ein Rezept für eigenen
Mittsommer-Matjes!

*Liebe Freunde, Ihr sagt jetzt vielleicht: Was? Du warst in  Deutschland? Du treulose Tomate! Wieso hast du dich nicht bei uns gemeldet? Und ich antworte: Sorry! Meine ursprünglich geplante "lange Deutschlandreise" ist auf eine mickrige Woche voller Termine  zusammengeschrumpft, in der ich es auch noch schaffen wollte, meine Familie zu sehen – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Es wird im Spätsommer eine Lesereise geben, da will ich ALLE sehen! :)

**Stay tuned!

Montag, 10. Juni 2013

LE PAIN OF PAIN – ODER: (M)EINE HOMMAGE AN SALVADOR D.

Auf Reflexionen im Wasser zu schauen soll
ja die Nerven beruhigen
Ich hatte vorvorgestern einen gepflegten Nervenzusammenbruch.  Alles fing damit an, dass die Küche aussah wie Wutz und zwar so, dass ich keinen Platz hatte, mir Kaffee zu kochen und mein Obstsalat-Frühstück zu machen. An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass meine Stimmung im koffeinfreien Zustand etwas, sagen wir: fragil, ist. Also wollte ich schnell aufräumen  – Betonung auf schnell –  während ich, so der Plan, zur Aufmunterung ein bisschen deutsches Webradio hörte – deutsches Radio gibt mir immer so ein schönes Zuhausegefühl und ich war seit Weihnachten nicht in Deutschland. Leider stellte ich dann fest, dass das nicht ging, weil das Audiokabel, das das iPad mit dem Lautsprecher verbinden sollte, nicht an seinem Platz war. Es befand sich ebenfalls nicht in den zwei Kabelschubladen, die zu durchsuchen ungefähr so viel Spaß macht und so zeitraubend ist wie den Partner einzelner schwarzer Socken in einem Berg anderer schwarzer Socken zu finden. Wenn nicht weniger. Ich versuchte, J. – auf einem dagis-Ausflug mit Expertin A. befindlich –  zu erreichen, um zu fragen, wo das Kabel ist. Vergeblich. Er hörte das Telefon nicht.

Dann fiel mir – immer noch radiolos und koffeinfrei  –  ein, dass ich das Brot backen musste, das nach dem Rezept von Chad Robertson bereits zwölf Stunden im Kühlschrank ging und für das J. schon den Backofen angeschmissen hatte, bevor er sich auf den Weg machte. Okay, dachte ich, mache ich das eben auch noch schnell, bevor ich endlich meinen Kaffee und was zwischen die Kiemen kriege. Da ich immer zwei Brote backe, stülpe ich die gewöhnlich nebeneinander auf ein Backpapier, das ich dann auf das bereits heiße Backblech praktiziere, indem ich das Backpapier seitlich fasse und auf die heiße Platte herunterhebe. Bislang hat das immer wunderbar geklappt. Leider waren die Brote diesmal nach dem Stülpen zu weit am Rand und ich bekam das Papier seitlich nicht zu fassen. Als ich es anheben wollte, begann das Papier zu reißen. Also entschloss ich mich, stattdessen die heiße Platte aus dem heißen Ofen herauszuheben und das Backpapier mit den Broten drauf einfach rüberzuziehen, so wie es J. immer so elegant macht.

Leider dachte ich nicht dran, dass ich, im Gegensatz zu J., Rechtshänder bin.  Meine linke Hand, mit der ich das Backblech halten wollte, ist eher ein Schwächling. Ich hätte mich also auf die andere Seite des Ofens stellen und alles andersrum machen müssen. So weit war mein Gehirn ohne Koffeineinwirkung aber noch nicht. Das sah nur vor seinem geistigen Auge J. während des beschriebenen Handlungsablaufs. Ich holte also die heiße Platte mit dem Topflappen aus dem Backofen. Mit der linken Hand. Sobald das Brot nicht mal halb drauf war, klappte mein Handgelenk samt Backblech nach unten, das bereits deutlich einfallende Brot begann, seitlich hinten runter zu gleiten, ich konnte – in Panik geratend – gerade noch verhindern, dass es verkehrt rum auf der offenen Backofentür landete, dann ...

...verschwimmt meine Erinnerung in der
Adrenalinüberflutung des Moments ... 

... irgendwie kriegte ich es hin, das immer noch hinten am Backblech herunterhängene Brot in den Ofen zu schieben und zu bedampfen. Dann klingelte das Telefon. Es war J. Dann kam der Nervenzusammenbruch. Ich kann mich an nichts erinnern. Aber ich habe fotografisches Zeugnis:

Das mit den Reflexionen
hätte mir hier aber
auch nichts genützt

Ähnlichkeiten mit diesem Werk sind weder beabsichtigt noch nicht zufällig, aber dennoch nicht vom Backblech zu weisen, während Ähnlichkeiten mit diesem Werk beabsichtigt waren, aber leider nicht auf dem Backblech zu sehen waren.






Freitag, 7. Juni 2013

DAS MORGENBAD AM SCHWEDENTAG

Wenn ich nicht hier bin ...
Heute (oder besser gesagt gestern, es ist tatsächlich schon mal wieder ein Uhr nachts) war Nationalfeiertag in Schweden und anders als im vergangenen Jahr glänzte der falsche Feiertag
mit geradezu sensationellem Wetter – überhaupt scheint hier seit gut zwei Wochen fast nur die Sonne, dass man sich die ganze Zeit kneifen will, ob das dann eigentlich sein kann. Meistens war es dabei zwar relativ frisch, aber nach diesem Winter und angesichts der Wetter- und Hochwasser-Horrormeldungen aus Deutschland beklagt man sich lieber nicht über ein paar Grad weniger – jedenfalls solange der Rest stimmt. Außerdem schlaffe ich nach einer Phase, in der ich aus diversen Gründen monatelang nonstop arbeiten musste, inklusive Wochenende, endlich mal sehr angenehm ein kleines bisschen ab und gönne mir hin und wieder auch mal eine kleine Auszeit – das fühlt sich ganz großartig an.

...bin ich auffem Sonnendeck
(oder andersrum)
Da kam mir der heutige Morgen hervorragend zupass. Es war einfach perfekt. Sonnenschein, blauer Himmel ohne jedes Wölkchen, um die 20 Grad, in der Sonne auch mehr. Wie geschaffen für ein morgonbad. Ein Hobby, dem ältere Schweden, die in Meer- oder Seenähe leben, gerne rund ums Jahr frönen. Da sieht man dann die älteren Herrschaften schon mal ganz selbstverständlich im Bademantel und Badelatschen durch die Stadt radeln oder flanieren, was mich jedes Mal in Entzücken versetzt.  Weicheier wie J. und ich morgenbaden allerdings nur an Tagen wie dem heutigen. Der Begriff morgonbad ist übrigens eine absolute Übertreibung, es besteht normalerweise eigentlich nur aus ein oder zwei kurzen Dips ins Wasser, in diesem Fall die Meerenge des Öresunds zwischen Schweden und Dänemark. Die Strandpromenade und das dortige Sonnendeck sind von unserer Haustür aus ungefähr drei Minuten entfernt. Zu Fuß. (Der Strand ist etwa in fünf Minuten erreichbar, allerdings ist der im Moment, zumindest im südlichen Teil, mit beachhandboll-Toren und allerlei Buden – Pommes, Eis, Getränke – zugestellt. Im Juli wird auf den Beach-Handball dann bedauerlicherweise der Beach-Soccer folgen. Aber egal. Abends ist dann ja wieder Ruhe.)

Links hinten erkennt der geübte Anglist
die Wohnstatt eines gewissen Herrn Hamlet
Vom Nationalfeiertag merkte man eigentlich nicht viel, abgesehen davon, dass in der Konditorei Vivex bei uns um die Ecke (in der ich nach dem Bade ganz unschwedisch ein Croissant erstand) massenhaft  Sverigebakelse – Schwedengebäck – herumstand, eine Süßigkeit, so wurde mir erklärt, bestehend aus Karamell-tjofräs (tjofräs heißt so viel wie Gedöns oder Dingsbums) mit Karamell-Sahne an Karamell mit Schwedenfähnchen. Da ich Karamell mehr oder weniger nur auf Crème brûlée akzeptiere, fiel mir das nej, tack! nicht schwer.


Aber bevor ich jetzt wieder viel zu viel erzähle, kommt hier stattdessen eine kleine Bildergeschichte des heutigen Tages ...

Dass man ja nicht auf dumme
Ideen kommt

Stilbewusste Schweden von Kindesbeinen an:
Die Badehose wird farblich passend
zur Meerenge getragen
Erfrischend! Der Öresund hatte noch nicht so
richtig Gelegenheit, sich aufzuwärmen ...


Das weiß auch dieser Mann!

Ungerührt von unerschrockenen Badenden
zieht die Fähre Helsingborg – Helsingør
ihre Bahnen

Man sieht es nicht auf Anhieb:
Hier versteckt sich jede Menge Karamell.
Will sagen: Och nö.

Hier hätte ich schon eher zugegriffen,
aber ich hatte ja Croissant-Hunger

Achtung: Hier handelt es
sich nicht
um Gebäck, auch wenn
der Köder geschickt getarnt wurde


Sonntag, 2. Juni 2013

ICH BIN VERLIEBT IN SCHWEDEN – DOCH DIESE EINE LIEBE WIRD NIE ZU ENDE GEH'N*

Eine Wolke stört noch keinen Sommer
Heute in der WELT AM SONNTAG und online: Mein Artikel über Baltrum, die Insel meiner Kindheit. Nach mehrjähriger Pause habe ich entdeckt, dass es ohne sie nicht geht – bei aller Liebe zu Schweden und den Schweden und einem Schweden im Speziellen
Die Hauptpersonen des Artikels sind übrigens auch die Protagonisten des in knapp drei Wochen endlich erscheinenden Werkes Verliebt in Schweden: Eine Geschichte ohne Elch, aber mit Herz.
Will sagen: J. und ich. Insofern passt dieser Eintrag trotzdem irgendwie hierher. Eine kleine ergänzende Information zum Welt am Sonntag-Text: Den Anfang des Baltrum-Artikels hat die Redaktion etwas gekürzt, dadurch erscheint Karen Kammer leider etwas unvermittelt in der Szenerie. Die Biologin ist Chefin des Nationalpark-Hauses auf Baltrum und ihr verdanken wir eine wunderbare lehrreiche Wanderung auf dem sieben Kilometer langen Gezeitenlehrpfad.



Die Flagge des Café Kluntje

Der weltbeste Apfelstreusel,
selbstverständlich MIT

Künftiger Keksdieb sondiert die Lage

*Diese eine Liebe wird nie zuende geh'n!
Wann werd ich sie wiedersehen?
Manchmal schließe ich die Augen,
stell' mir vor ich sitz am Meer.
Dann denk' ich an diese Insel,
und mein Herz das wird so schwer!
Diese eine Liebe wird nie zuende geh'n!
Wann werd ich sie wiedersehen?

(Die Ärzte)