Donnerstag, 5. September 2013

IM AUFTRAG DER DILLKRONE ODER: DIE HEIMLICHE ANGST DER ZUGEREISTEN VOR DEM KREBSFEST (UND EIN GEWINN! UND EIN REZEPT!)

Dieser Anblick bringt J.s Augen zum Leuchten:
Krondill in (fast) freier Wildbahn im
Himmelsberga-Freilichtmuseum auf Öland
Oje. Ein Monat ist seit dem letzten Blogpost vergangen. Wo ist die Zeit hin? Nun, eigentlich weiß ich es ja: Die Zeit floss in eine spannende Reisereportage, auf deren Erscheinen ich Euch noch hinweisen werde. Im Anschluss floss sie in ein paar herrliche Tage auf Öland mit J. – zweieinhalb, um genau zu sein (Bildbeispiel oben). Und sie floss in eine ganz tolle
Leserunde bei Lovely Books zu unserem Buch Verliebt in Schweden. Danke noch mal an alle Teilnehmer, Ihr wart/seid großartig! Außerdem war ich mit Vorbereitungen für dies und das beschäftigt. Das führt mich zu: Falls Ihr hier die Termine für unsere Lesereise sucht (wie z.B. in der aktuellen "Emotion" angekündigt), die hat sich aufgrund von, ich nenne das jetzt mal höflich organisatorischen Schwierigkeiten, nach hinten verschoben. Wer die Termine nicht verpassen will, ist herzlich eingeladen, das Blog per Email zu abonnieren (oben rechts). Dann seid Ihr immer als erste informiert. Falls Ihr übrigens schwedische Cafés und Restaurants in Deutschland kennt (oder gar betreibt), in denen wir Eurer Meinung nach unbedingt einmal lesen sollten: Tipps sind mehr als willkommen!


Zwischenzeitlich sah es hier auch schon so aus als sei der Herbst gekommen, aber nun hat sich der Sommer doch noch einmal an den Öresund zurückbequemt. Allerdings brauchen wir Merkur nicht mehr ganz so dringend, im Gegenteil, wir genießen nun, da es schon wieder früher dunkel wird, jeden einzelnen Sonnenstrahl. Und weil der Sommer in die Verlängerung geht, haben wir uns nach seinem Vorbild entschlossen, den Einsendeschluss für unseren Knips-das-Verliebt-in-Schweden-Cover-Wettbewerb zu verlängern und zwar bis – Tusch! – Ende Oktober. Die bisher ausgelobten Preise seht Ihr hier und die jüngsten Beiträge zum Fotowettbewerb findet Ihr hier.


Der Sill und der Dill:
Zwei, die sich mögen.
Passend dazu kommt hier ein weiterer Preis im Fotowettbewerb, nämlich ein wunderhübsches Küchenhandtuch der schwedischen Firma Serholt (siehe Bild links) mit einem *räusper* aufgedruckten Rezept für midsommarsill (ja, etwas verspätet, ich weiß, aber ich bin nun mal erst Anfang August in einem Laden in Kalmar darüber "gestolpert"). Nun ist auf dem strukturierten Küchenhandtuch aus 100% Baumwolle aber auch ein prächtiger Krondill abgebildet, eine der Hauptzutaten einer kräftskiva und damit spanne ich den Bogen wieder zur Jetztzeit: Übermorgen heißt es nämlich auch für uns wieder "ein Krebs, ein Schnaps, ein Lied" (bei mir jedenfalls, in der Zeit, in der ich mich durch zwei Krebse gepult habe, ist der Abend nämlich schon halb rum. Das heißt: zwei Krebse, zwei Schnäpse, zwei Lieder, das schaffe selbst ich).

Hier kommt nun auch das schon lange versprochene Rezept für den Matjes, den Joakim an Mittsommer hier in unserem verträumten Innenhof serviert hat, der aber auch zu anderen Zeiten ganz hervorragend schmeckt (das Rezept ist NICHT identisch mit dem Rezept auf dem Küchentuch!) Der Matjes schmeckt zum Beispiel bei einer kräftskiva, wenn man keine Lust auf kräftor hat – ich bin mir nämlich immer noch nicht so ganz sicher, ob ich diesen Schalentier-Brauch so wunderbar finde wie Joakim. Der mag die Krebse so gern, dass er das Gemetzel zu seinem Lieblingsevent kürt, ich bin doch eher etwas weniger kompliziertem Essen zugeneigt, für das man nicht zum Panzerknacker werden muss. Ja, ich gebe es zu: Ich habe sogar immer noch ein bisschen Angst vor der Barbarei und vielleicht mach ich mir tatsächlich was anderes – oder bitte Joakim, mir was anderes zu machen. Eben zum Beispiel diesen gar köstlichen Matjessill.

Hier übernimmt also J. (Übersetzung von S.):

Matjessill mit karamellisierten Knäckebrotkrümeln und eingelegten roten Zwiebeln

Matjes mit knusprigen Krümeln karamelisierten
Knäckebrotes vor den üblichen hangarounds bei einem
schwedischen Festmahl: Käse und Kartoffeln
Ein hübscher und wirklich schmackhafter Appetizer, den man in kleinen Gläsern serviert oder als Teil eines spannenden Fischbuffets, eines sillbord, in einem größeren Glas. Ich habe das Rezept etwas modifiziert. Der Sill schmeckt am besten, wenn man ihn am Vortag zubereitet. 

Für sechs Portionen:
Zubereitungszeit 20 - 30 Minuten (plus Standzeit über Nacht)

Zutaten:

Für den Matjes:
250 g Matjessill (= Matjeshering) in ganzen Filets guter Qualität
1 Handvoll Schnittlauch
1 Handvoll Dill (in diesem Fall kein Krondill)
1 kleiner säuerlicher Apfel
2 dl Crème Fraîche
2 - 3 Teelöffel Dijonsenf (o. anderer Senf ähnlicher Stärke)
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Knäckebrotkrümel:
3 Scheiben Roggenknäcke (nicht die wagenradgroßen Knäcke, die man in Schweden bekommt, sondern die kleinen "Tortenstücke" derselben oder Knäckescheiben in der Größe, wie sie auch in Deutschland erhältlich sind)
25 g Butter

Für die Zwiebeln:
1 rote Zwiebel
Salz
Zwei Esslöffel Apfelweinessig

So geht's:

Matjes:

1. Dill und Schnittlauch feinhacken. Apfel schälen und in sehr kleine Würfel schneiden. Matjes abtropfen lassen, Flüssigkeit auffangen.

2. Schnittlauch, Dill und Apfel in einer mittelgroßen Schale mischen. Crème Fraîche, Senf und Sillflüssigkeit nach Geschmack dazugeben. 

3. Den Fisch in kleine Stücke schneiden und vorsichtig mit der Mischung verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls notwendig.

4. Bis zum Servieren kalt stellen, am besten über Nacht für das beste Geschmacksergebnis. 

Knäckebrotkrümel:

1. Knäckebrot in kleine Stückchen zerkrümeln.

2. Butter in einer Pfanne schmelzen lassen bis sie goldbraun ist, Krümel hineingeben und braten, bis sie knusprig sind. Auf einen Teller geben und abkühlen lassen.

Eingelegte Zwiebeln:

1. Die rote Zwiebel in sehr dünne Scheiben schneiden

2. In eine Schale geben, eine Prise Salz darüberstreuen, dann den Apfelessig darüber geben. Mischen und eine halbe Stunde stehen lassen.

3. Den überschüssigen Essig vor dem Servieren abgießen.

So wird's serviert:

Die Matjesmischung gleichmäßig in schöne Gläser oder kleine Glasschüsseln füllen. Die Knäckebrotkrümel darüber streuen. Mit etwas Zwiebeln garnieren.

Das Originalrezept stammt von Cecilia Magnusson Sporre.


Smaklig måltid!



Das Öland-Kamel
und der Meisterkoch

Wenn wir schon
Mittsommersill im September
servieren: So sah ich an
Mittsommer aus






1 Kommentar :

  1. www.nordlicht-nuernberg.de
    Gibt es erst seit März 2013, schöner Laden mit Cafe

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