Freitag, 7. Juni 2013

DAS MORGENBAD AM SCHWEDENTAG

Wenn ich nicht hier bin ...
Heute (oder besser gesagt gestern, es ist tatsächlich schon mal wieder ein Uhr nachts) war Nationalfeiertag in Schweden und anders als im vergangenen Jahr glänzte der falsche Feiertag
mit geradezu sensationellem Wetter – überhaupt scheint hier seit gut zwei Wochen fast nur die Sonne, dass man sich die ganze Zeit kneifen will, ob das dann eigentlich sein kann. Meistens war es dabei zwar relativ frisch, aber nach diesem Winter und angesichts der Wetter- und Hochwasser-Horrormeldungen aus Deutschland beklagt man sich lieber nicht über ein paar Grad weniger – jedenfalls solange der Rest stimmt. Außerdem schlaffe ich nach einer Phase, in der ich aus diversen Gründen monatelang nonstop arbeiten musste, inklusive Wochenende, endlich mal sehr angenehm ein kleines bisschen ab und gönne mir hin und wieder auch mal eine kleine Auszeit – das fühlt sich ganz großartig an.

...bin ich auffem Sonnendeck
(oder andersrum)
Da kam mir der heutige Morgen hervorragend zupass. Es war einfach perfekt. Sonnenschein, blauer Himmel ohne jedes Wölkchen, um die 20 Grad, in der Sonne auch mehr. Wie geschaffen für ein morgonbad. Ein Hobby, dem ältere Schweden, die in Meer- oder Seenähe leben, gerne rund ums Jahr frönen. Da sieht man dann die älteren Herrschaften schon mal ganz selbstverständlich im Bademantel und Badelatschen durch die Stadt radeln oder flanieren, was mich jedes Mal in Entzücken versetzt.  Weicheier wie J. und ich morgenbaden allerdings nur an Tagen wie dem heutigen. Der Begriff morgonbad ist übrigens eine absolute Übertreibung, es besteht normalerweise eigentlich nur aus ein oder zwei kurzen Dips ins Wasser, in diesem Fall die Meerenge des Öresunds zwischen Schweden und Dänemark. Die Strandpromenade und das dortige Sonnendeck sind von unserer Haustür aus ungefähr drei Minuten entfernt. Zu Fuß. (Der Strand ist etwa in fünf Minuten erreichbar, allerdings ist der im Moment, zumindest im südlichen Teil, mit beachhandboll-Toren und allerlei Buden – Pommes, Eis, Getränke – zugestellt. Im Juli wird auf den Beach-Handball dann bedauerlicherweise der Beach-Soccer folgen. Aber egal. Abends ist dann ja wieder Ruhe.)

Links hinten erkennt der geübte Anglist
die Wohnstatt eines gewissen Herrn Hamlet
Vom Nationalfeiertag merkte man eigentlich nicht viel, abgesehen davon, dass in der Konditorei Vivex bei uns um die Ecke (in der ich nach dem Bade ganz unschwedisch ein Croissant erstand) massenhaft  Sverigebakelse – Schwedengebäck – herumstand, eine Süßigkeit, so wurde mir erklärt, bestehend aus Karamell-tjofräs (tjofräs heißt so viel wie Gedöns oder Dingsbums) mit Karamell-Sahne an Karamell mit Schwedenfähnchen. Da ich Karamell mehr oder weniger nur auf Crème brûlée akzeptiere, fiel mir das nej, tack! nicht schwer.


Aber bevor ich jetzt wieder viel zu viel erzähle, kommt hier stattdessen eine kleine Bildergeschichte des heutigen Tages ...

Dass man ja nicht auf dumme
Ideen kommt

Stilbewusste Schweden von Kindesbeinen an:
Die Badehose wird farblich passend
zur Meerenge getragen
Erfrischend! Der Öresund hatte noch nicht so
richtig Gelegenheit, sich aufzuwärmen ...


Das weiß auch dieser Mann!

Ungerührt von unerschrockenen Badenden
zieht die Fähre Helsingborg – Helsingør
ihre Bahnen

Man sieht es nicht auf Anhieb:
Hier versteckt sich jede Menge Karamell.
Will sagen: Och nö.

Hier hätte ich schon eher zugegriffen,
aber ich hatte ja Croissant-Hunger

Achtung: Hier handelt es
sich nicht
um Gebäck, auch wenn
der Köder geschickt getarnt wurde


Kommentare :

  1. Ein sehr schöner Text und wunderbare Bilder, ich hatte viel Freude damit :o)

    Grüße aus Mecklenburg

    Hedwig

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    1. Liebe Hedwig, ganz herzlichen Dank fürs Feedback, ich freu mich immer sehr! Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende. Liebe Grüße, Stella

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  2. Hallo Stella,

    schön, daß bei Euch auch die Sonne scheint!!

    In das klare Wasser würde ich auch gerne springen! :-)

    Bei Euch klingt der Nationalfeiertag angenehm gemütlicher.
    Hier in Stockholm war es gestern selbst jenseits von Königs so hektisch, daß ich ganz dankbar war, als deutsche Mitarbeiterin keinen Feiertag zu haben.. ;-)

    Grüße Richtung Südwesten von

    Pia

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    1. Ja, ich glaube dem Bohei steht man hier insgesamt eher skeptisch gegenüber, was ich doch sehr angenehm finde ...
      Liebe Grüße in den Nordosten,
      Stella (die sich BALD auch endlich wieder per Mail meldet, ich hab x angefangene Mails an Dich im Entwurfsordner!)

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  3. Ach immer wieder schön von "meinem" Schweden zu lesen. Vor allem die Bademantel-tragenden-Rentner waren lustig. sind ja sowieso ein feines outdoorvölkchen die Schweden...!

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    1. Ja, das stimmt, sobald die Sonne scheint wird das Haus verlassen – kein Wunder bei den Wintern. Und hier ist ja auch genügend Platz, um sich auszubreiten, in Deutschland tritt man sich ja schnell auf die Füße. Liebe Grüße!

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  4. Markus Dittmann7. Juni 2013 um 14:22

    Hey Stella
    Hätte auch Baltrum sein können. (Wetter, Wassertemperatur..)
    Tolle Story und sehnsucht nach Meerwasser!!!
    Grüße

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    1. Naja, ist schon ein bisschen anders als auf Baltrum. Aber schön auf jeden Fall! :)

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  5. Hallo Stella!
    Ich bin seit etwa einem halben Jahr stummer Leser, aber jetzt treibt mich doch eine Frage an: Ist das Hundesch* auf dem letzten Bild??
    Herzliche Grüße in den Südwesten und weiterhin frohes Baden!
    Annika

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    1. Mensch, Annika, da bin ich dem Hundesch* (ja, Deine Vermutung ist richtig und ich habe, das möchte ich betonen, NICHT selbst die Fähnchen hinein praktiziert, das war so) ja dankbar, dass er Dich zum Sprechen und mich auf Deine Seite gebracht hat. Wo befindet Ihr Euch denn genau? Ich hab übrigens mal im Sauerland gewohnt, in Frenkhausen bei Meschede, vier Jahre. 2011 hab ich eine Wanderreise "zurück" gemacht: http://www.vital.de/vitale-welt/reisen/artikel/wanderurlaub-im-sauerland
      Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du in Zukunft häufiger mal kommentiertest.
      Liebe Grüße,
      Stella

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    2. Frenkhausen, das ist ja nur ne halbe Stunde von Jonas' Heimat entfernt...
      Das mit dem Kommentieren lässt sich einrichten, aber nur, wenn du uns in Zukunft öfter an Deiner unterhaltsamen Art zu schreiben teilhaben lässt! (Jaja, ich weiß schon, erst die Arbeit, dann derdiedas Blog ;-))

      Ich hab Dich mal in unsere Linkliste aufgenommen, hoffe, das geht ok...

      Grüße, A.

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    3. Ja, klar ist das okay! Das vergangene halbe Jahr war einfach wahnsinnig arbeitsintensiv, aber ich hoffe, ich hab in Zukunft zwar genügend Arbeit, aber trotzdem genug Zeit, um Blog-Einträge zu schreiben.

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  6. Ihr seid jetzt auch in meiner Liste!

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  7. Mit Ausnahme des letzten Bildes alles sehr schön. In Berlin hat auch mal jemand Deutschlandflaggen in Hundehäufchen gesteckt ( ein großes Betätigungsfeld), daraufhin hat der Staatsschutz ermittelt. In Schweden also ein Fall für die SÄPO (so hießen die zumindest vor vierzig Jahren bei Sjöwahl/Wahlöö)?
    Schön, dass du wieder Zeit zum Bloggen hast! Andreas

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