Montag, 16. Dezember 2013

DAS POSTING MIT DER MAUS ODER: VERLIEBT IN SCHWEDEN – DIRECTOR'S CUT (TEIL I)

Die Maus im Haus
kann ein ganz schön großes
Ding werden
Ihr wartet vermutlich ungeduldig (?) auf ein neues Posting. Die letzte Zeit war mit plötzlichen Krankenhausaufenthalten von Familienmitgliedern, ebenso unerwarteten Diebstählen (ich wollte über die Chronologie dieser dreisten Unglaublichkeit eigentlich ausführlich bloggen, aber der Detektiv in mir hält mich ab), missverstehenden Behörden, Papierkram, Weihnachtsvorbereitungen und natürlich der Kleinigkeit namens "Arbeit" reich gefüllt. Will sagen: Ich komme derzeit nicht wirklich zum Bloggen. 

Doch als vor Kurzem in einer Expat-Facebook-Gruppe die Diskussion aufkam, wie man am besten Mäuse los wird, also nicht Moneten-Mäuse (da hätte ich keine größeren Probleme mit ...), sondern echte mit Fell – erinnerte ich mich daran, dass ich vor einiger Zeit in der Lovely-Books-Leserunde zu J.s und meinem Buch Verliebt in Schweden versprochen hatte, Outtakes aus dem Buch zu posten. Superidee, dachte ich!

Folgende winterliche Stelle aus dem "Director's Cut" ist der Kürzung zum Opfer gefallen. Wer das Buch gelesen hat, wird im letzten Absatz erkennen, wo sie eigentlich platziert werden sollte. Viel Spaß! Feedback erwünscht!



Dieses Team gab es damals noch
nicht, jedenfalls nicht als Team.
Fraglich, b das in diesem Fall was gebracht hätte:
Kater Z. verweigert jede Nahrung,
die nicht in getrockneter Knusperform daher
kommt
Stella:
„Okay, da wären wir“, sage ich in Richtung meines Beifahrersitzes, während ich in den Feldweg in einem Waldstück kurz hinter Ängelholm und einem Ort namens Strövelstorp stoppe. „Ich lass dich jetzt hier raus. Und wehe, du tauchst wieder auf. Dann ziehe ich andere Saiten auf. Und du weißt, was das heißt…“

Vom Beifahrersitz ertönt ein leises Fiepen, das ich als Zustimmung deute. Das Display im Armaturenbrett vor mir enthüllt zwei unerfreuliche Fakten. Erstens: Die Temperatur draußen liegt bei −16 ° Celsius, Tendenz fallend. Zweitens: Es ist fast halb vier Uhr morgens. Das Display verschweigt allerdings, dass dies bereits die sechste Nacht in Folge ist, in der ich braungraue Fellpassagiere durch die verschneite Gegend kutschiere. Sechs Nächte in Folge, in denen ich mich frage, ob ich eigentlich noch alle Latten am Zaun habe. Ebenso schweigt sich das Display darüber aus, dass ich morgen Vormittag um 9:45 Uhr den Zug nach Lund nehmen muss, wo ich in den Fernverkehrszug nach Stockholm umsteigen werde, wo ich dann am Abend Simon treffen soll. Folglich habe ich noch etwa drei Stunden zu schlafen, wenn ich zurück in Lucylust bin. Falls ich nach dieser Nacht- und Schneeaktion wieder einschlafen kann, heißt das und das halte ich für einigermaßen zweifelhaft.

Ich seufze tief, nehme das Plastikröhrchen mit meinem Passagier vom Beifahrersitz, gehe einen Meter in den Wald hinein, stelle das Röhrchen auf den Boden und öffne die grüne Klappe. Die Maus flitzt über den Schnee und verschwindet  im Dunkel des Unterholzes. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich jetzt als Tierretter oder, ganz im Gegenteil, vollkommen herzlos fühlen soll. Kann eine Maus bei diesen Temperaturen überleben? Oder fällt sie sofort einem Raubvogel oder einem Fuchs zum Opfer? Wie würde ich mich fühlen, wenn mich jemand mitten in der Nacht mit ein paar Nüssen in ein Plastikröhrchen locken und dann kilometerweit von meiner warmen Behausung entfernt, im Wald aussetzte? Andererseits müssen ja auch Füchse und Raubvögel von irgendwas leben. 
Außerdem gibt es keine wirkliche Alternative. 

Nachdem Simon das angegessene Obst entdeckt hatte, war die Sache nach seinem Urteil klart som korvspad. Klart som korvspad heißt wörtlich übersetzt ,Klar wie Würstchenbrühe’ und es ist unschwer zu erkennen, dass der Spruch das schwedische Pendant zur sprichwörtlichen ebenso klaren deutschen Kloßbrühe darstellt. Klar war: Ich hatte mindestens einen Untermieter der nagenden Zunft. Auch das nächtliche Rascheln und Trappeln, das mich in letzter Zeit häufiger verwundert und das ich immer wieder verdrängt hatte, hatte mit einem Mal eine Erklärung gefunden. Bei einer näheren Erkundung des Häuschens hatte ich entdeckt, dass nicht nur mein Obst in Mitleidenschaft gezogen war. Meine unter dem Bett gelagerte Reisetasche war angefressen und von kleinen Häufchen übersät. Außerdem hatte ich Fetzen von Küchenlappen an verschiedenen Stellen des Häuschens gefunden – laut einer beunruhigenden Info im Internet ein bevorzugtes Mäuse-Nestbaumaterial. Des weiteren war eine Kissenhülle angeknabbert und ein Handtuch perforiert. Das waren Momente, in denen ich meine beiden Kater noch mehr vermisste als sowieso schon. 

Natürlich hatte ich Madde gleich pflichtbewusst Bericht erstattet.
„Kein Problem, wir hatten auch gerade Mäuse auf dem Dachboden, davon haben wir noch Gift übrig, das kannst du haben“, hatte sie lächelnd entgegnet.
Ich war entsetzt. 
„Gift? Um Himmels Willen,  das will ich auf keinen Fall.“ 
„Aber du musst doch etwas gegen die Mäuse machen!“. hatte sie mich beschworen. „Die machen alles kaputt! Knabbern Stromkabel an und alles.“
„Ich lasse mir was einfallen“, hatte ich versprochen. Kleine unschuldige Tiere hinterhältig zu vergiften und möglicherweise andere etwas größere unschuldige Tiere, die die kleinen unschuldigen Tiere fangen und fressen – Katzen, Eulen, Füchse, Dachse und wer sonst noch alles Mäuse auf dem Speiseplan stehen hat – auch noch mit in den Tod reißen, ging jedenfalls gar nicht. Die beste Lösung des Mäuseproblems wäre vermutlich sowieso eine Katze, aber Lucylust war umzingelt von frei herumlaufenden Hunden – neben Lila und Karlsson gab es bei der Nachbarin ein kleines schwarzes Temperamentbündel. Ich hatte Malteser ebenso wie Rottweiler gesichtet und dem Schäferhund vom (gut aussehenden) Nachbarn schräg gegenüber traute ich ohne Weiteres zu, mit Katzen kurzen Prozess zu machen. Außerdem war ja nicht zu erwarten, dass ich hier noch länger als wenige Monate residierte und wo ich anschließend landete, war ja weiterhin unklar. In so einer Ungewissheit schafft man sich kein Haustier an. 

Nein, die Maus – oder Mäuse – musste ich schon anders loswerden. Also recherchierte ich. In herkömmlichen Fallen werden die Mäuse im vermutlich seltenen Idealfall schnell und wahrscheinlich schmerzlos guillotiniert, aber allein die Vorstellung, dass das Ding nicht richtig traf und die arme Maus dann verletzt unter dem Drahtbügel hing, war genauso unerträglich wie die Giftversion. Schließlich stieß ich auf Lebendfallen. In der Annahme, nur ein bis zwei Untermieter zu haben, entschied ich mich gegen ein größeres Modell, mit dem man mehrere Mäuse auf einmal fangen kann und bestellte stattdessen ein handliches Plastikröhrchen mit Platz für jeweils eine Maus. Darin platzierte man einen Köder, zum Beispiel eine Nuss. Die Klappe ging zu, sobald der Nager sich daran zu schaffen machte. Anschließend musste man sich das putzige Tierchen lediglich noch schnappen und mindestens zwei, besser drei Kilometer weit weg kutschieren. Bei geringeren Distanzen, so las ich, finden die Kleinen nämlich nach einem mehrtägigen Gewaltmarsch problemlos ihre alte Behausung wieder. 

Freudig stellte ich meine neue Errungenschaft bereits ein paar Tage später  unter mein Bett, mit einem Stückchen Walnuss und einem Stückchen Birne als Köder. Zumindest bei der Birne war ich mir sicher, den Gusto zu treffen. 
Und dann wartete ich. 
Und wartete. 
Natürlich hatte ich einige wichtige Details nicht bedacht. So eine Maus sucht sich ihre Snacks vorzugsweise nicht, wenn ich mitten am Tag am Tisch sitze, Kaffee trinke und schreibe. In diesem Fall hätte ich meine Mitbewohner ja auch längst gesehen. So eine Maus zeigt sich auch nicht, wenn ich abends im Bett noch was lese oder morgens, kurz bevor ich sowieso aufstehen will. Nein, so eine Maus geht natürlich mitten in der Nacht auf Tour. Nach meinen bisherigen statistischen Erhebungen (beruhend auf sechs Fällen, wie gesagt, ein Ende ist noch nicht abzusehen) bevorzugt zwischen drei und halb fünf. In diesem Zeitfenster ertönte jedenfalls in den vergangenen Nächten ein deutliches ,Klack’, gefolgt von unermüdlichem Kratzen. Eine effektvolle Lautkombination wie sie schon in Hitchcocks „Die Vögel“ zur Anwendung kam. Vernimmt man so ein Geräusch in der tiefen Stille der Ängelholmer Nacht, hat man sofort einen Puls, als wenn man beim Zahnarzt eigentlich nur auf die nette Dame von der Zahnsteinentfernung wartet, dann aber statt derer Hannibal Lecter mit einer Bosch-Bohrmaschine den Raum betritt und die Tür – klack – hinter sich schließt. Die Dame von der Zahnsteinentfernung sitzt währenddessen eingeschlossen im Schrank im Behandlungszimmer und kratzt verzweifelt fiepend an der Tür. Ungefähr so einen Traum hat mein Gehirn sich nämlich schnell zusammengezimmert, bis ich endlich aufwachte. Wieder einschlafen ist mit so viel Adrenalin im Blut nicht nur ausgeschlossen, sondern auch laut Packungsbeilage der Falle unverantwortlich: Das Tier muss möglichst unmittelbar transportiert werden und soll auf keinen Fall länger als zwei Stunden in dem engen Röhrchen sitzen. Alles andere sei Tierquälerei und das ist ja genau das, was ich hier vermeiden will…

Wenige Stunden nach meiner letzten Maus-Umsiedlung sitze ich nun für etwas länger als zwei Stunden in einem etwas größeren Röhrchen der Schwedischen Eisenbahn, das nach Stockholm fährt. Die freundlich lächelnde Schaffnerin sieht aus wie Frida von Abba, doch als ich mein ausgedrucktes Online-Ticket gebe erstirbt ihr Lächeln.
„Das ist alles, was Sie haben?“ sagt sie auf Schwedisch.
Ich nicke und ahne nichts Gutes. So „problemlos übertragbar“ wie Simon meinte, scheint die Fahrkarte mit dem auf seinen Namen fest gebuchten Sitzplatz doch nicht zu sein. 
„Ich nehme an, Sie sind nicht Simon Carl Sjöberg?“ fragt sie mit leicht ironischem Unterton, während Sie mit einem perfekt manikürten Nagel auf den Namen auf dem Ausdruck zeigt. Sie wartet meine Antwort nicht ab: „Andernfalls würde ich Sie nämlich jetzt nach Ihrem Ausweis fragen, um das Ticket zu verifizieren.“ 
Ich versuche, Ihr auf Schwedisch zu erklären, dass Simon mir das Ticket geschenkt hat, verhaspele mich, fange an zu schwitzen und setze neu an. Plötzlich unterbricht sie mich mitten im Satz. Strahlend. Auf Deutsch.
„Oh, Ssie ssind aus Deutschland! Ich habe einige Ssemester in Köln sstudiert.“ 
„Da hab ich sechs Jahre gelebt.“ sage ich wahrheitsgemäß und schäme mich. Allem Anschein nach klinge ich auf Schwedisch wie Lothar Matthäus auf Englisch. 
„Ganss tolle Sstadt, Köln. Eine Ssuperatmosphäre.“
Immerhin hat mein Radebrechen die Laune der Schaffnerin merklich verbessert.
„Sie sprechen sehr gut Deutsch.“ sage ich. Ein gezieltes Kompliment kann sicher nicht schaden.

„Einen Augenblick bitte!“ sagt sie, dann verschwindet sie mit dem Ausdruck in der Hand. Es vergeht eine sehr lange Weile, in der wir an diversen Stationen halten und ich in meinem Buch – Stieg Larssons „Verblendung“ – rund 100 Seiten weiterkomme 

( ...)



Mittwoch, 20. November 2013

DET ÄR SOM DET ÄR OCH DET BLIR SOM DET BLIR* ODER: WAS NICHT ALLES PASSIEREN KANN!

Macbook und iPad aus dem Auto geklaut?
Kein Problem: Es gibt ja noch die gute alte
Schreibmaschine! 
Nachdem wir von einer *leicht* turbulenten Reise nach Deutschland zurück sind, die solche Überraschungen wie einen plötzlichen Krankenhausaufenthalt meiner - Stellas - Mama bereit hielt, sowie den an der Raststätte aus dem alarmgesicherten Auto geklauten Rothaarsteig-Rucksack von J. mit Macbook, iPad, Telefon, etc.pp.) sind wir immerhin heil wieder in Helsingborg angekommen. Und unsere Rückkehr wurde fieberhaft erwartet: J.s Tochter A. hat sehnsuchtsvoll die Tage gezählt, bis ihr geliebter Papa endlich wieder in Schweden ist und unser Kater Zingo hat vor lauter Kuschelbegeisterung völlig vergessen, dass er ja normalerweise gar nicht neben dem Kopfkissen schläftUnd meiner Mama geht es auch schon wieder besser. Das ist doch alles schon mal was! Für den Rest gilt das weise schwedische Sprichwort: Det är som det är och det blir som det blir!** Dem Kölner auch bekannt als: *Ett kütt wie ett kütt! Der Ruhrpottler sagt da schon mal ungewohnt wortreich, aber nicht weniger treffend: *Wat willze machen, kannste nix machen! 

Was ich aber eigentlich sagen wollte: HEUTE IST DER LETZTE NOMINIERUNGSTAG FÜR DEN LOVELY BOOKS-LESERPREIS! Unser Buch "Verliebt in Schweden" hat schon eine ganze Reihe Stimmen, aber bisher noch nicht genügend, um in die am 21. November, also morgen, beginnende Endabstimmung aufgenommen zu werden.

Wenn Euch also "Verliebt in Schweden" gefallen hat: Jede Nominierungsstimme zählt heute! Vielleicht schaffen wir es ja mit Eurer Hilfe doch noch in die Endabstimmung! :)

Danke an alle - und bald geht es auch hier im Blog wieder richtig weiter!


HIER GEHT ES ZUR NOMINIERUNG -> KLICK!!!


** Es ist, wie es ist und es wird, wie es wird

Montag, 4. November 2013

DIE GEWINNER DES VERLIEBT IN SCHWEDEN-FOTOWETTBEWERBS!

Ein Skål auf die Gewinner! (Es
handelt sich hier übrigens um alkoholfreie
Rhabarber-Schorle, serviert im PM & Vänner in Växjö)



Ihr wartet vermutlich schon ungeduldig auf die Bekanntgabe der Gewinner des Fotowettbewerbs. Wir haben heute kurzerhand alle Teilnehmer auf Zettelchen geschrieben und Joakim hat die Gewinner gezogen. Wir fanden nämlich alle Einsendungen charmant und hätten am liebsten an alle Preise verteilt. Darum haben wir beschlossen, dass das Losverfahren wohl doch am gerechtesten ist.

Und hier sind die (hoffentlich) glücklichen Gewinner:

Die echten Polkagrisar aus Gränna gewinnt: BENITA

Das Dalahäst mit der "Verliebt in Schweden"-Gravur gewinnt: YVONNE

Das Geschirrhandtuch mit dem Midsommarsill-Rezept gewinnt: CHRISTIANE

Das Buch mit den Kochrezepten nach Astrid Lindgren "Bei Astrid Lindgren zu Tisch" geht an: ANDREAS

Und der Sonderpreis, das neue Covenant-Album "Leaving Babylon", geht an: THOMAS

Einen ganz herzlichen Glückwunsch an die Gewinner - und noch einmal einen ganz besonderen Dank an alle Teilnehmer, wir haben uns unheimlich gefreut, dass Ihr dabei wart. Und seid nicht allzu enttäuscht, falls Ihr nicht gewonnen habt, das war sicher nicht das letzte Gewinnspiel bei uns!

Bitte schickt uns, soweit noch nicht geschehen, Eure Anschriften!

Dienstag, 15. Oktober 2013

DIE HANDWERKER VON CASA CHRISTO ODER: AUF DIE SOCKEN, FERTIG*, LOS

Wenn Häuser plötzlich BHs
wie einst Liz Taylor  tragen ...
Wir wollten ja eigentlich vergangene Woche auf die Buchmesse. Nette Verlagsleute und Kollegen treffen und uns auf Partys die Nächte um die Ohren schlagen. Doch das Schicksal hat vor unser Vorhaben den schwedischen Handwerker gesetzt. Und der schwedische Handwerker steht deutschen Buchmessen und den Notwendigkeiten des Autorenberufs mit größtmöglichem Gleichmut gegenüber.

... dann könnte es sein,
dass untendrunter was fehlt
Unser unter Denkmalschutz stehender Häuserblock wird nämlich auf Beschluss der Eigentümergemeinschaft seit ungefähr Mai renoviert. Die Kupferdächer werden mit Hochdruck gereinigt – eine nicht unbedingt geräuscharme Tätigkeit – und dann neu angemalt. Neuerdings werden auch schadhafte Fassaden mit Hochdruckmeißeln (oder wie immer das heißt) weggesprengt. Offensichtlich besitzt die Häuserwand, die direkt an unsere Wohnung anschließt, eine extrem schadhafte Fassade. Das war mir bisher nie aufgefallen, aber es muss wohl so sein, denn es hört sich zuweilen an, als wohne man im Schädel von jemandem, der gerade eine Wurzelbehandlung bekommt. Der Dachhochdruckreinigermann stimmt in der Regel auf der anderen Seite ein. Und falls mal gerade keiner Krach macht ist da natürlich das Handwerkerradio. Nicht etwa mit den Einstürzenden Neubauten – dann könnte man das Ganze fast für eine Installation halten. Nein. Da trifft Born in the USA aufs Trommelfell. The Final Countdown. Oder gar Sean Banan. Doch Flucht ist unmöglich.

Es werden nämlich nicht nur die Dächer und Fassaden, sondern auch die Fenster renoviert. Die werden dazu zunächst ausgebaut und abgeschliffen. Während der Frischluftphase wird das Fensterloch frei nach Christo verhüllt. Sobald die Fenster wieder drin sind, werden sie dann (bei geöffnetem Fenster) mehrere Male angestrichen. Bisher sind nur unsere Wohnzimmerfenster vollständig farbbehandelt, die restlichen fehlen noch. Aus sämtlichen Fenstern ist allerdings die Dichtung** raus. Das heißt unter anderem, alle Fenster müssen noch einmal ausgebaut werden, um die Dichtung** wieder einzufügen. Nun sind aber "unsere" Fensteranmaler seit einiger Zeit abgetaucht – und seit ihrem Verschwinden war jederzeit mit ihrem erneuten Auftauchen zu rechnen. Darum musste immer mindestens einer von uns da sein, um zu verhindern, dass wir hinterher einen volltrotteligen Wohnungskater weniger haben. Der würde in der freien Wildbahn nämlich ein Mäuseloch anschnurren, bis die Maus ihm sein Trockenfutter serviert.

Wie man an der Farbe der Belaubung erkennt,
entstand dieses Bild vor mehreren Wochen, denn ...
Doch heute morgen hat J. einen der Anstreicher im Hof entdeckt. Der schaffte es nicht rechtzeitig, sich zu verstecken und wurde von J. zur Rede gestellt. Der Handwerker erklärte, es sei frühestens in zwei Wochen mit fensterlichem Weiteranstrich zu rechnen. Während die Wegmeißler und vor allem der Hochdruckmann mit seiner Tropferei an "unserem" Haus beschäftigt seien, sei das Anstreichen nämlich unmöglich. Nach der Bemalung müsse dann die Farbe trocknen. So Pi mal Daumen einen Monat. Dann könnten auch die Dichtungen** wieder rein. J., der mitgerechnet hatte, merkte höflich an, dann sei es ja bereits so ungefähr Anfang Dezember. Also möglicherweise kalt. Schweden und so. Daraufhin bekam er den wertvollen Tipp, zusammengerollte Decken vor die Fenster zu legen. Man lernt nie aus!

Nun, wenn die Handwerker zurückkommen, dann weiß ich immerhin, dass ich an ihnen wieder ein faszinierendes Phänomen beobachten kann: Egal, welcher schwedische Handwerker oder Dienstleister unsere Wohnung bisher betreten hat, ob Fensteranmaler, Elektriker, Badezimmerschimmelbegutachter – sie alle kamen herein und schlüpften zuallererst aus den Schuhen. Egal, ob sie sich eine Stunde oder nur eine Minute in der Wohnung aufzuhalten gedachten. Während man in Deutschland nach Handwerkerbesuch je nach Wetter ja schon mal die Bude grundreinigen kann, nimmt der schwedische Handwerker sich die Zeit für diese kleine rücksichtsvolle Geste. Wie alle Schweden, denn hier gilt: In Privatwohnungen werden die Schuhe ausgezogen.

... heute geht die Färbung
eher in  diese Richtung
(Foto: J. Montelius)

Insbesondere Schwedenbesucherinnen sind darum gut beraten, ihr Outfit beim Aufsuchen privater Partys nicht ausschließlich auf die Christian Louboutin-High Heels abzustimmen. Sondern darauf, dass das modische Ensemble auch mit Gästepantoffeln aus Filz oder dicken Socken funktioniert (die man im Idealfall selber mitbringt). Auch das rechtzeitige Entsorgen löchriger Strumpfwaren ist aus diesem Grund angeraten, andernfalls steht man dann zur Abwendung größerer Peinlichkeiten schon mal barfuß da. Ich spreche da aus Erfahrung, wie in diesem empfehlenswerten Buch im Kapitel 10 nachzulesen (übrigens eins meiner persönlichen Lieblingskapitel!)

Eine weitere Besonderheit schwedischer Handwerker ist übrigens, dass man ihnen gar nicht erst mit der Frage zu kommen braucht, ob sie eine Tasse Kaffee haben wollen. Für Schweden ist die fika, die Kaffeepause, derart überlebensnotwendig, dass jeder Handwerker – wie auch jeder Schwede, der mehr als etwa eine Stunde von seinem Heim entfernt ohne unterwegs Kaffeekochmöglichkeiten zu haben – ohnehin seine eigene Thermoskanne Kaffee dabei hat. Die Handwerkergang hier hat allerdings  ein Zelt mit einem eigenem Kaffeekocher. Da gerät man natürlich ins Grübeln.

Zum Beispiel über die drängenden Fragen des Augenblicks: Wann werde ich endlich wieder Handwerkersocken und zu Gesicht bekommen, deren Besitzern ich keinen Kaffee anbieten kann? Wann werden die Handwerkersocken sich endlich nach getaner Arbeit auf sich selbst machen? Werden J. und ich es zur frühjährlichen Buchmesse in Leipzig schaffen? Wir werden sehen!

Stay tuned!


*oder eben gerade nicht 

** Der aufmerksame Verliebt-in-Schweden-Leser Sebastian Risch machte mich darauf aufmerksam, dass das von mir anfangs laienhaft verwendete Wort "Isolierung" falsch sei, da Isolierung das Resultat einer gut funktionierenden Dichtung sei und nicht mit selbiger identisch. Eigentlich vollkommen logisch, aber wie soll man bei dem Krach noch logisch denken können? Vielen Dank für den Hinweis, lieber Sebastian, die Sache wurde verbessert. Hier soll ja alles seine Richtigkeit haben! 




Dienstag, 1. Oktober 2013

ALLES LAGOM IM BANANENKARTON? ODER: WENN REISEFÜHRER IRREN

Ich habe genau die richtige
Menge Met. Prost!
, sagt dieser
Wikinger
Ja, ich weiß es. Ich schreibe tendenziell zu viel in einem einzelnen Eintrag und ansonsten viel zu selten (Na, nickt Ihr alle? Vermutlich!) Darum habe ich mich dazu entschlossen, den schwedischen Weg zu wählen: In Zukunft gibt es lagom lange Texte. Oder eben lagom kurze. Ihr wisst nun nicht, was lagom bedeutet? Dann kann ich Euch entweder die Lektüre dieses Buches empfehlen – aber ich kann es Euch auch schnell erklären.

Lagom kommt – das wird den ein oder anderen überraschen – nicht von "laget om" – was übersetzt so viel wie "reihum" bedeuten würde.  Leider wird selbst in ansonsten sehr lesenswerten Reiseführern diese Unwahrheit kolportiert – ganz einfach, weil es sich dabei auch um ein unter Schweden verbreitetes Gerücht handelt, dem Reiseführerautoren schnell auf den Leim gehen (ich nenne keine Namen, habe aber Beweismaterial vorliegen). Die rustikale Geschichte von den Wikingern, die ihr Horn mit Met reihum gehen lassen, liest sich einfach so nett. Dennoch handelt es sich um einen Mythos – und damit eine Kategorie, zu der J. und ich bis vor Kurzem auch die Story von der exotischen Giftspinne aus dem Bananenkarton zählten.


Lindgren: Immer
lagom unterhaltsam ...
Während die Spinnenstory überraschenderweise kein Märchen ist (jedenfalls krabbelte uns kürzlich aus einem als Transportgefäß gedachten Bananenkarton beim Ausladen hier vor der Haustür tatsächlich ein sehr exotisch aussehendes, achtbeiniges Wesen entgegen, das nun die schwedische Fauna durcheinanderbringt), erfährt man aus dem etymologischen Wörterbuch "Ordens ursprung" (Der Ursprung der Worte) des Journalisten und preisgekrönten Sprachexperten Bo Bergmann, wie es sich mit lagom wirklich verhält.
   Lagom geht Herrn Bergmanns Ausführungen zufolge auf lag zurück, das schwedische Wort für Gesetz, und bedeutet in etwa "im richtigen Verhältnis". Es ist formal identisch mit dem altschwedischen Begriff laghum – wörtlich übersetzt: "dem Gesetz gemäß". Im täglichen schwedischen Sprachgebrauch verwendet man auch heute noch lagom, um auszudrücken, dass etwas "nicht zu viel und nicht zu wenig" ist oder "genau richtig". Lagom är bäst sagt ein schwedisches Sprichwort – lagom ist am besten! Obwohl ein Superlativ ja eigentlich schon wieder gegen das Lagom-Konzept verstößt ...


... und nun auch noch lagom lecker!
Bevor ich hier nun völlig "unlagom" Haare spalte, komme ich lieber auf ein anderes Buch zu sprechen, das mich in den letzten Wochen für die Recherche zu einer Reportage über die schwedische Küche begleitet hat: Bei Astrid Lindgren zu Tisch: Mit Kochrezepten für die ganze Familie von Sybil Gräfin Schönfeldt. Das Buch ist nicht nur ein Lesebuch über das Leben Astrid Lindgrens, sondern auch ein Rezeptbuch mit alten schwedischen Originalrezepten, die in Astrid Lindgrens Büchern erwähnt werden – von köttbullar über kräftor bis zu schwedischem Apfelkuchen. Als besonderes Schmankerl gibt es Lindgrens persönliche Lieblingsgerichte, etwa kroppkakor – Kartoffelknödel mit Speck –  oder Reistorte. Und das Schönste daran: Ihr könnt dieses tolle Buch gewinnen – wenn Ihr an unserem Knips-das-Verliebt-in-Schweden-Cover-Wettbewerb, teilnehmt, dessen Einsendeschluss wir bis Ende Oktober verlängert haben. Warum? Nun, weil der ursprünglich vorgesehene 21. September uns aus eigenem Zeitmangel doch nicht mehr so ganz lagom vorkam.

Also: Ab an die Kameras und her mit den Fotos!




Donnerstag, 5. September 2013

IM AUFTRAG DER DILLKRONE ODER: DIE HEIMLICHE ANGST DER ZUGEREISTEN VOR DEM KREBSFEST (UND EIN GEWINN! UND EIN REZEPT!)

Dieser Anblick bringt J.s Augen zum Leuchten:
Krondill in (fast) freier Wildbahn im
Himmelsberga-Freilichtmuseum auf Öland
Oje. Ein Monat ist seit dem letzten Blogpost vergangen. Wo ist die Zeit hin? Nun, eigentlich weiß ich es ja: Die Zeit floss in eine spannende Reisereportage, auf deren Erscheinen ich Euch noch hinweisen werde. Im Anschluss floss sie in ein paar herrliche Tage auf Öland mit J. – zweieinhalb, um genau zu sein (Bildbeispiel oben). Und sie floss in eine ganz tolle
Leserunde bei Lovely Books zu unserem Buch Verliebt in Schweden. Danke noch mal an alle Teilnehmer, Ihr wart/seid großartig! Außerdem war ich mit Vorbereitungen für dies und das beschäftigt. Das führt mich zu: Falls Ihr hier die Termine für unsere Lesereise sucht (wie z.B. in der aktuellen "Emotion" angekündigt), die hat sich aufgrund von, ich nenne das jetzt mal höflich organisatorischen Schwierigkeiten, nach hinten verschoben. Wer die Termine nicht verpassen will, ist herzlich eingeladen, das Blog per Email zu abonnieren (oben rechts). Dann seid Ihr immer als erste informiert. Falls Ihr übrigens schwedische Cafés und Restaurants in Deutschland kennt (oder gar betreibt), in denen wir Eurer Meinung nach unbedingt einmal lesen sollten: Tipps sind mehr als willkommen!


Zwischenzeitlich sah es hier auch schon so aus als sei der Herbst gekommen, aber nun hat sich der Sommer doch noch einmal an den Öresund zurückbequemt. Allerdings brauchen wir Merkur nicht mehr ganz so dringend, im Gegenteil, wir genießen nun, da es schon wieder früher dunkel wird, jeden einzelnen Sonnenstrahl. Und weil der Sommer in die Verlängerung geht, haben wir uns nach seinem Vorbild entschlossen, den Einsendeschluss für unseren Knips-das-Verliebt-in-Schweden-Cover-Wettbewerb zu verlängern und zwar bis – Tusch! – Ende Oktober. Die bisher ausgelobten Preise seht Ihr hier und die jüngsten Beiträge zum Fotowettbewerb findet Ihr hier.


Der Sill und der Dill:
Zwei, die sich mögen.
Passend dazu kommt hier ein weiterer Preis im Fotowettbewerb, nämlich ein wunderhübsches Küchenhandtuch der schwedischen Firma Serholt (siehe Bild links) mit einem *räusper* aufgedruckten Rezept für midsommarsill (ja, etwas verspätet, ich weiß, aber ich bin nun mal erst Anfang August in einem Laden in Kalmar darüber "gestolpert"). Nun ist auf dem strukturierten Küchenhandtuch aus 100% Baumwolle aber auch ein prächtiger Krondill abgebildet, eine der Hauptzutaten einer kräftskiva und damit spanne ich den Bogen wieder zur Jetztzeit: Übermorgen heißt es nämlich auch für uns wieder "ein Krebs, ein Schnaps, ein Lied" (bei mir jedenfalls, in der Zeit, in der ich mich durch zwei Krebse gepult habe, ist der Abend nämlich schon halb rum. Das heißt: zwei Krebse, zwei Schnäpse, zwei Lieder, das schaffe selbst ich).

Hier kommt nun auch das schon lange versprochene Rezept für den Matjes, den Joakim an Mittsommer hier in unserem verträumten Innenhof serviert hat, der aber auch zu anderen Zeiten ganz hervorragend schmeckt (das Rezept ist NICHT identisch mit dem Rezept auf dem Küchentuch!) Der Matjes schmeckt zum Beispiel bei einer kräftskiva, wenn man keine Lust auf kräftor hat – ich bin mir nämlich immer noch nicht so ganz sicher, ob ich diesen Schalentier-Brauch so wunderbar finde wie Joakim. Der mag die Krebse so gern, dass er das Gemetzel zu seinem Lieblingsevent kürt, ich bin doch eher etwas weniger kompliziertem Essen zugeneigt, für das man nicht zum Panzerknacker werden muss. Ja, ich gebe es zu: Ich habe sogar immer noch ein bisschen Angst vor der Barbarei und vielleicht mach ich mir tatsächlich was anderes – oder bitte Joakim, mir was anderes zu machen. Eben zum Beispiel diesen gar köstlichen Matjessill.

Hier übernimmt also J. (Übersetzung von S.):

Matjessill mit karamellisierten Knäckebrotkrümeln und eingelegten roten Zwiebeln

Matjes mit knusprigen Krümeln karamelisierten
Knäckebrotes vor den üblichen hangarounds bei einem
schwedischen Festmahl: Käse und Kartoffeln
Ein hübscher und wirklich schmackhafter Appetizer, den man in kleinen Gläsern serviert oder als Teil eines spannenden Fischbuffets, eines sillbord, in einem größeren Glas. Ich habe das Rezept etwas modifiziert. Der Sill schmeckt am besten, wenn man ihn am Vortag zubereitet. 

Für sechs Portionen:
Zubereitungszeit 20 - 30 Minuten (plus Standzeit über Nacht)

Zutaten:

Für den Matjes:
250 g Matjessill (= Matjeshering) in ganzen Filets guter Qualität
1 Handvoll Schnittlauch
1 Handvoll Dill (in diesem Fall kein Krondill)
1 kleiner säuerlicher Apfel
2 dl Crème Fraîche
2 - 3 Teelöffel Dijonsenf (o. anderer Senf ähnlicher Stärke)
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Knäckebrotkrümel:
3 Scheiben Roggenknäcke (nicht die wagenradgroßen Knäcke, die man in Schweden bekommt, sondern die kleinen "Tortenstücke" derselben oder Knäckescheiben in der Größe, wie sie auch in Deutschland erhältlich sind)
25 g Butter

Für die Zwiebeln:
1 rote Zwiebel
Salz
Zwei Esslöffel Apfelweinessig

So geht's:

Matjes:

1. Dill und Schnittlauch feinhacken. Apfel schälen und in sehr kleine Würfel schneiden. Matjes abtropfen lassen, Flüssigkeit auffangen.

2. Schnittlauch, Dill und Apfel in einer mittelgroßen Schale mischen. Crème Fraîche, Senf und Sillflüssigkeit nach Geschmack dazugeben. 

3. Den Fisch in kleine Stücke schneiden und vorsichtig mit der Mischung verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, falls notwendig.

4. Bis zum Servieren kalt stellen, am besten über Nacht für das beste Geschmacksergebnis. 

Knäckebrotkrümel:

1. Knäckebrot in kleine Stückchen zerkrümeln.

2. Butter in einer Pfanne schmelzen lassen bis sie goldbraun ist, Krümel hineingeben und braten, bis sie knusprig sind. Auf einen Teller geben und abkühlen lassen.

Eingelegte Zwiebeln:

1. Die rote Zwiebel in sehr dünne Scheiben schneiden

2. In eine Schale geben, eine Prise Salz darüberstreuen, dann den Apfelessig darüber geben. Mischen und eine halbe Stunde stehen lassen.

3. Den überschüssigen Essig vor dem Servieren abgießen.

So wird's serviert:

Die Matjesmischung gleichmäßig in schöne Gläser oder kleine Glasschüsseln füllen. Die Knäckebrotkrümel darüber streuen. Mit etwas Zwiebeln garnieren.

Das Originalrezept stammt von Cecilia Magnusson Sporre.


Smaklig måltid!



Das Öland-Kamel
und der Meisterkoch

Wenn wir schon
Mittsommersill im September
servieren: So sah ich an
Mittsommer aus






Dienstag, 6. August 2013

ABGESCHIRMT ODER: DIE WEGE DER GÖTTER SIND UNERGRÜNDLICH


Suchbild: Wo ist Merkur?
Ich habe den Göttern ein Opfer gebracht. Ich bin trotz dräuender Arbeit und sengender Sonne an den Strand gegangen, der an einem Nachmittag in der Woche lang nicht so voll ist wie an einem Freitag (ich berichtete). Und warum? Nicht etwa, um zu baden, Eis zu essen, in der Sonne zu dösen, zu lesen oder sonstigem Müßiggang zu frönen. Nein! Um Euch ein Bild von meinem neuen Kumpel Merkur präsentieren zu können. Leider musste ich feststellen, dass die extra mitgeschleppte Kamera nicht anging: Die Batterie lag noch gemütlich zum Laden zuhause rum. Das bedeutet, Ihr bekommt heute leider nur ein grobkörniges Bild, das mit meinem ollen DumbPhone geknipst wurde, weil der Fortschritt mich bisher noch nicht so fest getreten hat, dass ich mir ein Gerät mit Pi, Pa und Po zugelegt hätte.

Wer nun dieser Merkur ist? Merkur, behauptet ja z.B. Wikipedia, sei ein Planet und habe einen Durchmesser von knapp 4880 Kilometern. Oder eben ein römischer Gott unbekannten Durchmessers, der Händlern und Dieben beistehe (interessante Kombination, oder?). Mein Merkur hat hingegen einen Durchmesser von 1,80 Metern, hat mit Dieben nix am Hut (hoffe ich!), steht Irdlingen wie mir gegen die sengenden Strahlen des Gottes Sol bei und ist bequem in der mitgelieferten Tragetasche zu verstauen.  Mein Merkur ist nämlich ein sandfarbener Strandschirm. Und dass er es bis nach Schweden schaffen würde, daran hatte ich zwischenzeitlich nicht mehr geglaubt. Wenn es nach rheinischem Verkaufspersonal gegangen wäre, wäre das auch nie passiert.

Die Sache war so: Als ich Mitte Juni in Deutschland weilte, gab es, wie mir zugetragen worden war, in "Laviva" die allererste Minirezension zu "Verliebt in Schweden". Ergo habe ich die "Laviva" natürlich sofort erworben. Darin entdeckte ich dann aber nicht nur die "Verliebt in Schweden"-Rezension  – direkt unter dem Småland-Artikel eines Journalistenkollegen –, sondern auch noch einen Toom-Coupon für nämlichen "Merkur", der den Schirm fast um die Hälfte günstiger werden ließ. Ich dachte spontan an, nun ja, göttliche Fügung und war davon überzeugt, dass der Gute und ich füreinander bestimmt waren. Schließlich stand der Urlaub bevor und außerdem wohne ich ja jetzt sogar am Meer, wie gesagt. Und dann ist da noch das diesjährige Traumwetter, da kommt einem so ein Sonnenschirm ja ganz gut zupass.

Die allererste "Verliebt in Schweden"-Rezension
in der Laviva. Ein historischer Moment – und der Stein
des Anstoßes.
Wie das so ist: Ich vergaß die Sache trotzdem wieder, weil ein Termin den nächsten jagte, wie das eigentlich immer ist, wenn ich in Deutschland bin. Erst als ich am letzten Tag meines Rheinlandaufenthaltes wieder am Toom in Alfter vorbeifuhr, fiel mir der gute Merkur wieder ein. Doof war nur: Die Laviva lag samt Coupon bei meiner Familie zuhause. Ja, ich weiß, was man nicht im Kopf hat ... muss man im Portemonnaie haben: Für nur einen Euro, dachte ich, kannste dir das Heft auch noch mal kaufen und dann Schwägerin G. zum Lesen dalassen. Gedacht, getan. Ich fand "Merkur" fast auf Anhieb und legte ihn in meinen Einkaufswagen. Des weiteren verschiedene Flaschen Wein, für die ich beim vorigen Einkauf an der Kasse Rabattcoupons bekommen hatte. Dortselbst, also an der Kasse, schnappte ich mir flott ein neues "Laviva"-Exemplar, klappte die Seite mit dem Schirm-Coupon auf und erklärte dem netten Mädchen die Lage. Die rupfte den Coupon aus der Zeitschrift, scannte Schirm und Coupon und ... stutzte. Guckte schwitzend abwechselnd auf Scanner, Schirm und Coupon. Probierte es noch mal. Bekam hektische Flecken im Gesicht. Wedelte mit dem Papierstückchen vor dem Scanner hin und her und fasste die Lage schließlich mit dem Seufzer: "Ichweißdochauchnich!" zusammen. Darin schwang deutlich Verzweiflung mit und so was mit wie "Verdammt, dieser Scheißferienjob. Immer passiert bei mir so was. Nächstes Jahr geb' ich wieder Nachhilfe!"  Dann griff sie auch schon zum Telefon – und ich mutierte in Sekundenbruchteilen zu einem dieser Menschen, die peinlich berührt die Warteschlange hinter sich anlächeln. Ich lächelte also peinlich berührt. Es nützte nichts. Niemand lächelte zurück.

Als die per Telefon herbeigerufene Kollegin der Kassiererin schließlich kam – ich würde gern schreiben "herbeieilte", das wäre aber gelogen – schaute die in etwa so wie Angela Merkel, wenn sie derzeit was zum Datenschutz in Deutschland sagen soll. Und zwar erst auf das Kassenmädchen, dann auf den Coupon und schließlich auf mich und Merkur.
Schließlich sagte die Kollegin: "Dat jeht nit!"
Ich erwiderte: "Wieso denn das? Das ist doch Toom hier, oder? Der Coupon ist bis Ende Juli gültig! Und den Schirm, den haben Sie ja auch!"
Ich zeigte auf die deutlich auf dem Coupon zu sehenden Buchstaben T-O-O-M und hielt triumphierend den Schirm mit dem Schriftzug "Merkur" in die Höhe, der genauso aussah wie auf dem Bild auf dem Coupon. Sollte ich doch den Unmut der Miteinkäufer auf mich ziehen, ich wollte mein Recht – und den Schirm. Schon aus Prinzip.

Mit zusammengeniffenen Augen musterte mich die Kollegin des Kassenmädchens durch ihre Brillengläser, als hätte ich Merkur nicht kaufen, sondern klauen wollen.
"Dat is Baumarkt", zischte sie dann.
"Baumarkt? Wo steht das?", fragte ich, "ich lese da nur Toom!"
Jemand in der Schlange räusperte sich. Doch hier ging es um Größeres. Um Merkur. Und darum, grobes Unrecht zu verhindern.
Nun tippte die Kollegin auf ein unscheinbares grün-rotes Gebilde neben den Buchstaben T-O-O-M, das aussah, als hätte jemand einem Kleinkind mit einer unbeholfenen Kritzelei die Ampel erklären wollen, ohne sich genau ins Gedächtnis rufen zu können, wie eine Ampel aussieht: "Da! Da steht dat!"
"Wie? , fragte ich empört, "Das ..., äh,  Ding da bedeutet ,Baumarkt'? Wie soll man denn bitte da drauf kommen?"
"Is so!", kam die geknurrte Antwort.
"Und wo ist der nächste? Baumarkt, meine ich?", erkundigte ich mich spitz, hoffend, nun etwas wie "nebenan" zu hören.
"In Euskirschen!", wurde ich unterrichtet. "Oder Troisdorf."
Euskirchen lag etwa 25 Kilometer entfernt. Troisdorf ungefähr 20, allerdings genau in die entgegengesetzte Richtung, in die ich fahren musste. Die Aussicht, in der Rush Hour bei 35 Grad im Schatten jetzt wegen dem doofen Coupon noch mal eine halbe Ewigkeit durch die Gegend zu gurken und dafür einen Teil des für diesen Aufenthalt letzten Abends mit meiner Familie zu opfern, erschien mir ungefähr so attraktiv wie ein Tag in der Wüste ohne Sonnenschirm. Aber den wollte ich natürlich nicht zum vollen Preis erstehen. Auch das aus Prinzip.
"Dann eben nicht!", sagte ich. Sollten sie doch ihre Schirme behalten.

Das Mädchen legte Merkur unerreichbar hinter sich und kassierte den Rest.
Inklusive des zerrupften Laviva-Exemplars, das ich nun ja leider nicht mehr zurückgeben konnte.
Ich bildete mir ein, die Schlange hinter mir aufatmen zu hören.
Doch als ich gerade bezahlt hatte, schlug das Kassenmädchen die Hand vor den Mund.
"Oweh! Jetzt hab ich die Weincoupons vergessen!"
In der Warteschlange wurden Augen gen Himmel verdreht, böse Blicke in meine Richtung abgeschossen und diverse Beschwörungen gemurmelt.
"Und das geht jetzt nicht mehr?", erkundigte ich mich.
"Da müssten Sie dann zur Information."
"Und wo ist die? In Euskirchen?"

( ... )

Ich kürze das ab: Die Information war zwar zum Glück nicht in Euskirchen und die wartenden Menschen hinter mir konnten tatsächlich aufatmen. Dennoch beinhaltete das folgende Szenario weitere Warteschlangen  – vor und hinter mir –, das akribische Auflisten sämtlicher Weinflaschen in Schönschrift, diverse Ausrufungen der Kollegen aus der Weinabteilung, einen kleinen Plausch der an der Information tätigen Dame mit Kollegen über die interne Kommunikationsanlage des Toom-Marktes und nahm alles in allem etwa so viel Zeit in Anspruch, als sei ich mal eben nach Euskirchen gefahren. Oder eben nach Troisdorf.

Jedenfalls hatte ich seitdem zwar erst mal keinen Sonnenschirm, aber trug den Schirm-Coupon im Portemonnaie spazieren. Und als ich auf dem Rückweg von Baltrum plötzlich ein grün-rotes Logo an einer Art Gewächshaus Wegesrand entdeckte, das aussah, als hätte jemand einem Kleinkind mit einer unbeholfenen Kritzelei die Ampel erklären wollen, ohne sich genau ins Gedächtnis rufen zu können, wie eine Ampel aussieht, wusste ich, es sieht zwar nicht so aus, aber: "Dat is Baumarkt!" Ich ging ich voll in die Eisen, wendete – und so kamen Merkur und ich doch noch zusammen. Zwar nicht rechtzeitig zum Urlaub, aber doch rechtzeitig für den Tag am Meer.

Samstag, 3. August 2013

EIN (NACHMIT)TAG AM MEER – UND EINE "VERLIEBT IN SCHWEDEN"-LESERUNDE (20 BÜCHER ZU GEWINNEN!)

Ich kann es immer noch nicht so richtig fassen, dass ich heutzutage am Meer lebe. Wenn ich am Schreibtisch sitze und in meiner Arbeit versinke, den schnurrenden Kater Zingo hinter mir, vergesse ich das zuweilen, denn den Meerblick direkt aus dem Fenster habe ich leider nicht (mehr – oder noch nicht wieder). Doch gestern Nachmittag war es einfach zu heiß zum Arbeiten, also habe ich mir frei genommen und bin mit J. und A. zum Strand aufgebrochen. Der Strand ist wirklich nur maximal fünf Minuten Fußmarsch von uns entfernt. Dass ich nicht müde werde, das zu erwähnen, hat nix damit zu tun, dass ich Euch neidisch machen möchte. Es ist eher die verbale Entsprechung des ungläubigen Kniffs in den Unterarm. Wir waren allerdings nicht die einzigen mit dieser spitzenmäßigen Idee (ein Klick auf die Bilder vergrößert selbige):

Hagebuttenblüten sind
der Duft des Sommers! 

Doch auch, wenn der vergleichsweise kleine Stadtstrand in Helsingborg zur Hochsaison und obendrein zu Zeiten eines durchaus als stabil zu bezeichnenden Skandinavienhochs nicht unbedingt der einsamste ist (und auch deutlich voller als z.B. der in Ängelholm), so ist die Atmosphäre doch sehr mediterran und entspannt, sogar inklusive eines grauhaarigen Campingstuhl-Herrenclübchens:

Sieht fast aus wie am Mittelmeer, oder?


Dennoch gab es immer noch freie Flächen – für eine Nordrhein-Westfälin wie mich ein glattes Wunder:

Platz da! Und zwar reichlich!


Es war allerdings wirklich sehr warm, so dass man für jedes Plätzchen im Schatten dankbar war:

Dem Hund ist warm, aber er darf nicht an den Strand
(siehe Schild im Bild ganz oben),
dafür sind die Hagebuttenblüten
nach ihm benannt: Hundsrosen.


Ich war jedenfalls sehr glücklich, meinen Strandschirm "Merkur", den ich nur nach Überwindung diverser Hindernisse im Ostfriesischen auf der Rückfahrt von Baltrum nach Helsingborg erstanden habe*, endlich seiner schattenspendenden Bestimmung zuzuführen (im Bild sind die Schirmbeispiele "Barbie" und "Hamburgersoße Spezial" zu sehen – naja, oder so ähnlich):

Hier sehen wir die Sonnenschirmfarbstellungen
"Bonbon" und "Senfsoße" (oder so).
Vor Schreck hängt der Horizont schief


Auch ein bisschen durch Schaukelei erzeugter Flugwind schadete zur Abkühlung keineswegs, wie Fräulein A. hier demonstriert:

Seit Pippi wissen wir:
schwedische Mädchen können
fliegen!


Der Nachmittag nahm also seinen gemächlichen Lauf. Es wurde geschaukelt (Fräulein A.), Eiscreme konsumiert (Fräulein A. und ich), mehrfach gebadet (alle), ein Krimi weitergelesen (ich), im Sand Schreiben geübt (Fräulein A.) und gedöst (J. und ich)  – nicht wirklich viel Action also, aber genau so sollte es ja auch sein.

Stichwort Action: Etwas mehr Action wird es hoffentlich in der Leserunde bei Lovely Books geben, bei der doch ganz bestimmt (*hüstel*) alle bisherigen Leser von "Verliebt in Schweden" mitmachen. Wer noch kein  Buch besitzt, hat noch eine Woche Zeit, sich dort um eines der 20 Freiexemplare zu bewerben, die der Lübbe-Verlag freundlicherweise zur Verfügung stellt. Die charmanteste Ein-Satz-Begründung, warum gerade Ihr "Verliebt in Schweden" lesen müsst, gewinnt! Näheres dazu lest Ihr HIER. Wir freuen uns auf die angeregte Diskussion mit Euch und drücken allen Teilnehmern feste die Daumen! Und wenn Ihr dann ein Buch gewonnen (oder gekauft oder geschenkt bekommen) habt, könnt Ihr auch gleich noch bei unserem Fotowettbewerb mitmachen!

* Die Sache mit Merkur, dem Schirm, wird ein weiteres Blogposting! Ich habe mich gerade bereits wieder schreibenderweise verplaudert und mich dann entschlossen, den Text auszuschneiden, damit mein treuer Leser Dirk nicht wieder Anlass hat, mir auf seine charmante Art eine "weitschweifige Art" zu bescheinigen! Ich kann nämlich auch anders, jawohl!

Sonntag, 28. Juli 2013

DAS GEISTERSCHIFF VOM ÖRESUND

Ich bin ja, ganz im Gegensatz zu J., nicht so der Frühaufsteher. Entsprechend überrascht war J., als ich vor zwei Tagen morgens nicht nur vor ihm aus den Federn hüpfte, sondern auch noch Anstalten machte, sofort das Haus zu verlassen. Als Schlaffetischistin benötige ich normalerweise morgens erst mal Bedenkzeit vor Verlassen des Bettes ("Soll ich wirklich?", "Muss das sein?", "Bin ich tatsächlich ausgeschlafen?", "Warum?"), dann Yoga (genauer: Die Fünf Tibeter), eine Dusche zum Kreislaufanregen, Kaffee und natürlich meinen Obstsalat. Das dauert normalerweise. Lange. Wenn nicht länger. Aber vor zwei Tagen war das anders.

"Wo willst du hin?", fragte J. und rieb sich die Augen, als träume er noch, während ich mir ein Sommerkleidchen überwarf, in meine geliebten Flip-Flops rutschte und die Kamera schnappte.
"Ans Meer! Foto machen!", erklärte ich.
"Wie? Jetzt? Du? Ohne Frühstück? Ohne Kaffee?"
(Er sah so geschockt aus, als hätte er eigentlich fragen wollen: "Wer sind Sie? Was haben Sie mit Stella gemacht?")
"Ich hab ein Nebelhorn gehört!", antwortete ich.
Er verstand sofort.
"Ah! Frühnebel?!", sagte Joakim.  "Dann beeil dich, der löst sich rasend schnell auf."
Recht hatte er – schon war ich aus der Tür.

In meinem Rücken stieg über dem Landborgen, dem unter anderem durch den Rückzug des Eises vor vielen Tausend Jahren entstandenen Plateau, auf dem große Teile Helsingborgs wie auf einem Logenplatz mit Blick über den Öresund liegen (was mich immer an Blankenese erinnert), die Sonne höher. Ich eilte, so schnell es sich in Flip-Flops eben eilen lässt. Auf dem etwa dreiminütigen Fußweg begegnete ich zwei Damen, die soeben vom Morgenbad zurückkehrten und konnte es nicht lassen, auf den Auslöser zu drücken (ich bitte die Verschwommenheit zu entschuldigen, die Situation erforderte Schnelligkeit). Man sieht: In Schweden ist der Bademantel unverzichtbares Accessoire, der in den Morgen- und Abendstunden, der Zeit des morgon- bzw. kvällsdopps, auch auf der Straße getragen werden kann (an dieser Stelle wieder der Tipp: Ein Klick auf die Bilder vergrößert selbige):




So entzückt ich über die Bademantel-Damen war, so enttäuscht war ich, als ich kurz darauf das Wasser erreichte. Der Nebel hatte sich anscheinend schon weitgehend aufgelöst, nur vor Helsingør in Dänemark hing noch ein zarter Schleier:




Doch plötzlich hörte ich es wieder, das Nebelhorn, diesmal aus Richtung des Fährhafens. Dann entdeckte ich auch schon die Fähre, die sich wie hinter einer Milchglaswand aus dem Hafen schob. Die Insel Ven zwischen Schweden und Dänemark, normalerweise im Süden deutlich zu sehen, war völlig verschwunden. Stattdessen hing eine dicke Wolke wie aus einem Steven King-Film über dem Wasser:



Und dann war die Fähre nach Helsingør auf einmal weg. Komplett. Nicht mehr zu sehen. Kein bisschen. Man sah nur noch weit draußen verschwommen die Fähre, die in der Gegenrichtung unterwegs war, also von Helsingør nach Helsingborg (im Bild zwischen den Segelbooten). Die Fähre, die nach Helsingør unterwegs war, müsste sich hier eigentlich links im Bild befinden. Das tut sie aber nicht:


Ich legte mich flach auf den Bauch aufs bereits sonnenwarme Holzdeck an der Strandpromenade und ließ die Fährlinie zwischen den beiden, sagen wir, Helsingorten nicht aus den angestrengt zusammengekniffenen Augen. Bald konnte ich aufatmen. Schemenhaft wurde ein Umriss sichtbar, das Geisterschiff tauchte aus der unheimlichen Steven-King-Wolke allmählich wieder auf und näherte sich dem in entgegengesetzter Richtung tuckernden Fährschiff:



Derweil herrschte in nördlicher Richtung bereits pure wolkenlose Urlaubsstimmung:


Ich halte fest: Im Norden also keine Wolken! Darum wurde das Schiff aus Helsingør, das schätzungsweise 100 Meter weiter nördlich den Öresund kreuzte als sein Kollege, auch nicht vollständig von der geheimnisvollen Wolke verschluckt, während es sich dem Helsingborger Hafen näherte ...



... und schließlich majestätisch (naja, so ähnlich ...) darin einfuhr:



Noch ein letzter Blick auf das nun auch aus dem Nebel auftauchende Hamlet-Schloss Kronborg ...




... dann konnte ich endlich beruhigt frühstücken gehen: Das Geisterschiff vom Öresund war wieder da. Muss ich erwähnen, dass J. mich mit frisch gebrühtem, duftendem Kaffee empfing?

P.S. Habt Ihr so ein Phänomen auch schon mal beobachtet?