Samstag, 1. Dezember 2012

NIEMALS VERGESSEN!

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Heute ist Welt-Aids-Tag und darum kommt ausnahmsweise statt eines neuen Schweden-Eintrags hier ein kleiner Hinweis auf ein Buch, an dem ich mitgewirkt habe:

Dieter Niemeyers Kinder sind noch nicht aus dem Gröbsten raus, als sich herausstellt, dass seine Frau Almut, eine Krankenschwester, sich bei einem Notfall mit HIV angesteckt hat. Kurz darauf ist klar: auch Dieter ist positiv. Anfang der Neunziger, auf dem Höhepunkt der Aids-Panik, klang das noch nach Todesurteil und vor allem nach sozialem Stigma. Um die Kinder und sich selbst zu schützen, entscheiden sich Dieter und Almut zu schweigen. Achtzehn Jahre lang. Die Geschichte von Dieter und seiner Familie ist unglaublich bewegend, macht Mut und Hoffnung und ich bin stolz und glücklich, dass ich ihm helfen durfte, sie zu verschriftlichen.

Das Thema ist aktuell wie nie, auch in Deutschland. Denn wenn ich so was hier lese, frage ich mich, ob irgendjemand in Deutschland aus der Geschichte gelernt hat. Einen Zwangstest für bestimmte Gruppen, obwohl man weiß, dass die Krankheit jeden treffen kann? Man kann empfehlen, überzeugen, nahe legen – aber zwingen? Da läuft etwas wirklich falsch und erinnert ungut an düstere Kapitel der Vergangenheit.

Kommentare :

  1. Vielen Dank für den Beitrag!

    Nicht zu vergessen ist eben für die meisten Menschen auch weiterhin die beste Art sich zu schützen - man sollte das Kondom halt nicht vergessen.

    Was die gestrigen Dumpfbacken in Sachsen-Anhalt angeht, so ist es neben allen anderen Aspekten tatsächlich (milde gesagt) verblüffend, dass sich dort Polizisten und vor allem das medizinische Personal offenbar nicht immer gleich gut schützen, sondern dass die Standards schwanken - je nachdem, wen sie GLAUBEN, vor sich haben. Dummheit ist halt immer der größte Risikofaktor. Man kann nur hoffen, dass das Innenministerium dort doch noch zur Besinnung kommt.

    Der Göttin sei Dank ist HIV ja kein Todesurteil mehr - ich erinnere mich allerdings an die Nebenwirkungen, die ein Freund aushalten musste, als er vor 15 Jahren eine Behandlung bekam. Aber das ist heute wohl auch deutlich besser.

    Viele Grüße
    Nicola

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    1. Sehr schön ergänzt. Vielen Dank dafür! :)

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  2. hast ja echt ne tolle danksagung in dem buch bekommen! zu den pfeifen aus sachsen-anhalt fällt mir echt nichts mehr ein. damit kommen die nicht durch.

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    1. Danke, Steph! Hast Du es gelesen? Glaub ich auch nicht, also, dass die damit durchkommen. Ansonsten wander ich aus. Ach, nee, Moment, bin ich ja schon... ;)
      (Erinnert mich an den schwedischen Rechtsaußen-Idioten, der im Fernsehen sagte, es würde ihm mit den Einwanderern in Schweden zu viel und wenn das so weiter ginge, wolle er nicht bleiben. Der Reporter fragte, wohin er denn gehen wolle. Er antwortete: In ein Land, das keine Einwanderer aufnimmt!)

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  3. Hm, hast du auf SVT "Torka aldrig tårar utan handskar" gesehen? Schöne Serie um den Umgang mit HIV in den 80ern hier in Schweden. Das Buch klingt spannend, danke für den Tipp!

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  4. Nein, die Serie kenn ich nicht (wir haben keinen Fernseher, darf man niemandem erzählen, aber ich hätte eh keine Zeit, bin schon froh, wenn ich einmal die Woche den Tatort "schaffe"). Klingt aber sehr interessant. Die Aidspanik war wohl überall sehr ähnlich damals und wurde ja permanent geschürt. Aber was will man erwarten, wenn zum Teil sogar Ärzte völlig hanebüchenes Zeug von sich geben. Mir hat damals mal die Vertretung meines Hausarztes – so ein Jungspund direkt von der Uni – erzählt, man könne nicht wissen, wie das Virus mutiert und es sei keineswegs ausgeschlossen, dass man sich beim Küssen oder dem Trinken aus demselben Glas anstecken kann.

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