Donnerstag, 6. Dezember 2012

MIT DER NIKOLAUSMÜTZE GEPOCHT: VON SUPERSANTA UND ANDEREN ZIPFELTRÄGERN

Dieser Nikolausmützenhund
begrüßt Euch mit freundlicher
 Genehmigung meines
wunderbaren
Adoptivgroßvaters
Olle Montelius
Frohen Nikolaus allerseits! Als Deutsche ist man ja überrascht, dass die Schweden mit dem Nikolaustag nichts anfangen können. Kein Kind stellt seine Schuhe (oder besser: Stiefel, die größten, die man finden kann) vor die Tür. Da kann natürlich auch kein Nikolaus Gaben hinterlassen. Wenn die armen schwedischen Kinder wüssten, wie sie hier hinters Licht geführt werden, indem ihnen so eine einmalige Gelegenheit mutwillig verschwiegen wird. Ich habe Nikolaus als Kind fast noch mehr geliebt als Weihnachten, die Sache war so wunderbar geheimnisvoll. Plötzlich waren am Morgen die Schuhe voll mit Süßigkeiten, Mandarinen, Äpfeln, Nüssen und dazwischen kleinen Geschenken, aber vom edlen Spender nie die geringste Spur. In diesem Punkt sind die Schweden also tatsächlich mit der Mütze gepocht, nämlich mit der Nikolausmütze. So wenig Nikolaus gefeiert ist, so sehr ist hier alles von Nikolausmützen übersät!


Bei Ebbas Fik gibt es nur Kaffee und
Kuchen, keine anderen
Dienstleistungen (auch wenn
 diese Dame zugegebermaßen
sehr luftig gekleidet ist)
Zum Beispiel bei  Ebbas Fik. Ja, die deutschen Leserinnen und Leser werden jetzt kichern, ab er natürlich kommt "Fik" nicht von dem, was Ihr jetzt denkt – da fehlt ja dann auch ein entscheidender Buchstabe – und Ebba arbeitet auch nicht im horizontalen Bereich. "Fik" kommt selbstverständlich von Fika, der schwedischen Allzweck-Kaffeepause, meiner Ansicht nach die Basis der gesamten schwedischen Kultur. Ohne Fika würde Schweden so wenig funktionieren wie Frankreich ohne Rotwein.

"Ebbas Fik" ist im Moment mein Lieblingscafé in ganz Helsingborg, die Fünfziger-Einrichtung ist konsequent bis ins letzte Detail, es gibt sogar eine Jukebox, von der man sich für den bescheidenen Obulus einer Krone Lieder wünschen kann. Aber vor allem bekommt man hier die weltbeste warme Blåbärspaj mit Vanillecreme (unser Freund Johan hatte außerdem selbst gebackene und nicht minder köstliche Lussekatter eingeschmuggelt) und ganz hervorragenden Kaffee – wie in Schweden üblich mit Nachfüllung bis zum Abwinken.

Es war also nur ganz logisch,  dass wir am vergangenen Sonntag "bei Ebba" waren, nachdem wir uns eine Übersicht übers Julskyltning verschafft hatten. Julskyltning ist der erste Sonntag im Advent, an dem die meisten Innenstadt-Geschäfte in Schweden geöffnet haben und ihre Weihnachtsdekoration präsentieren. Außerdem stehen überall Buden rum für einen eintägigen Weihnachtsmarkt, auch durchgefrorene Chöre stehen hier und da in der Gegend herum und in  Helsingborg gab es vor der wunderschönen Mariakyrka ein Krippenspiel, mit kreativen Requisiten.

Noch ein bisschen Weihnachtsstimmung im Bild (alle Bilder gibt's auch in groß, wenn man drauf klickt!):

Supersanta im figurbetonenden
Outfit (sollte man vielleicht nach
Köln exportieren?)

"O"hne W"O"rte

Entdecke die Fehler!

Oben Mitte: Die Köstlichkeit der Köstlichkeiten
Nikolaus-Mitarbeiter bei Ebba

Leicht zweideutiger Luciakranz aud Filz,
der auf dem Julskyltnings-Weihnachtsmarkt
angeboten wurde





Kommentare :

  1. Ooh, das vermisse ich, dass man Kaffee immer nachfüllen kann. Nikolaus ist ja ein "Katolisches Ding", für mich auch etwas ganz unbekanntes, wenn ich vor 12 Jahren nach Österreich kam. Nikolaus ist ja auch kein "tomte". Herrlich schaut alles aus!

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    1. Ja, das stimmt, dass das katholisch ist, der heilige Nikolaus wird da gefeiert. Ich komme vom Niederrhein, da war die SAche mit den Schuhen üblich (auch wenn ich selbst protestantisch war – als ich noch nicht aus der Kirche ausgetreten war, heißt das – meine Familie war gespalten, väterlicherseits protestantisch, mütterlicherseits katholisch). Ich weiß gar nicht, ob man das in Norddeutschland, wo man ja überwiegend protestantisch ist, auch macht, ich war immer davon ausgegangen, dass das Hinausstellen der Schuhe in ganz Deutschland Brauch ist, jetzt bekomme ich gerade Zweifel.

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  2. Zum Fehlersuchbild: Nice! Warum gibts bei uns sowas nicht?

    Sowas Ähnliches hab ich bisher nur in Griechenland gesehen: Lebensechte Krippen. Allerdings standen dort nur Tiere im Stall oder ich kam grade zur falschen Zeit dran vorbei. Abgesehen davon haben sie auch dort Fehler eingebaut.

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    1. Naja, man darf das sowieso historisch nicht so genau nehmen, im Grunde ist ja das ganze Fest ja ein riesiger Fehler.

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