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Als Hefewürfel
getarntes Borgschiff (1) |
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| Borg-Königin mit Zepter (2) |
Das Raumschiff der Borg ist bekanntlich ein Würfel voller gleich geschalteter Drohnen. Im Bild rechts oben (1) sehen Sie ein als Hefewürfel getarntes Raumschiff voller gleich geschalteter schwedischer Hefepilze.* Es gibt Gerüchte, nach denen die Königin der Hefeborg unter einem sehr starken Vergrößerungsglas ungefähr aussieht wie im Phantombild links oben (2). Auf dem Hefewürfel-Raumschiff erkennen Sie nun bei genauem Hinsehen ein Datum. Das Datum des letztmöglichen Angriffs. Das bereits gestern überschritten war (die Chronik eines ähnlichen Falls können Sie
hier nachlesen.) Ich habe dennoch versucht, die Hefedrohnen zur Aktivität zu bewegen, um sie anschließend mit ihren eigen Waffen zu schlagen und zwar auf äußerst schmackhafte Weise. Das geschah mittels folgenden Schlachtplans (für mich als
Stellamat 2000 angesichts meines aktuellen Aufenthaltsorts ein ganz natürliches Vorgehen):
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| Präzisionswerkzeug (3) |
Ich habe zunächst
75 g Butter (Bild 3) geschmolzen und anschließend mit
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Teig, Arbeitsfläche,
Nudelholz,
Kalorienbombe
(v.v.n.h.) (4) |
250 ml Milch gemischt und dann diese Mischung
auf 37°C erhitzt. Diese Reihenfolge ist wichtig, denn wenn man beides zusammen zu erhitzen versucht, dauert das ewig, weil es sich unterschiedlich schnell aufwärmt. Ich habe diesen Fehler bereits gemacht, damit Sie sich das ersparen können. Während des Erhitzungs-Vorgangs werden
50 g Zucker, 1/2 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Kardamom und 540 g Mehl abgewogen und bereit gestellt.
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Teig,
geplättet (5) |
Im nächsten Schritt des perfiden Schlachtplans müssen
25 g der Hefe in eine Schüssel gebröselt und mit einem kleinen Teil der nunmehr 37° C warmen Butter-Milch-Mischung verrührt werden, bis die nichts ahnenden Hefedrohnen sich darin verteilt haben und vergnügt planschen. Anschließend werden die obig aufgeführten restlichen Zutaten dazu gekippt und alles mit der bloßen Hand geknetet, bis der Teig nicht mehr klebrig ist. Das geht relativ schnell, in vier, fünf Minuten ist es so weit. Die Schüssel mit dem Teigklumpen wird nun mit einem Küchentuch zugedeckt und an einem zugfreien und einigermaßen warmem Ort – z.B. im NICHT eingeschalteten Backofen – 30 Minuten in Ruhe gelassen. Während der Wartezeit werden folgende Ingredienzien abgewogen:
75 g Butter (in Würfeln, um das Angleichen an die Zimmertemperatur zu beschleunigen),
1 Teelöffel Kardamom,
1 Teelöffel Zimt und
90 g Zucker.
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Die Kalorienbombe
wird platziert (6) |
Die Substanzen werden auf einen Teller gehäuft und mit einer Gabel zermatscht und vermischt. Falls Sie das zuhause selbst ausprobieren, liebe Leser, werden Sie feststellen: Zunächst hat man den Eindruck, dass das störrische Zeug sich nie verbinden wird, aber das wird es. Mit Geduld. Vertrauen Sie mir. Die auf diese Weise entstehende klebrige Masse enthält die Sprengkraft unermesslich vieler Kalorien und stellt das Herzstück unseres Schlachtgebäcks dar: Die Kalorienbombe. Anschließend werden noch schnell zwei Backbleche bereit gestellt und mit Backpapier belegt. Nach Ablauf der halben Stunde beginnt nun die eigentliche Konstruktion. Dazu benötigt man ein Nudelholz und ein bemehlte Arbeitsfläche (4). Auf diese Fläche wird der Teigklumpen gelegt, der hoffentlich etwa auf das doppelte Volumen aufgegangen ist.
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Teig, 1 x nach
hinten geklappt (7) |
Der Klumpen wird nun mit dem Nudelholz platt gewalzt (5). Das mag brutal erscheinen, ist aber notwendig. Möglichst dünn, möglichst rechteckig, möglichst so, wie es die Borg gewohnt sind. Dann wird die Kalorienbombe gleichmäßig auf dem Teig verstrichen (6). Das Ganze wird mittig gefaltet (7) und erneut auf die vorherige Größe platt gewalzt, so dass die Kalorienbombe als feine Schicht in der Mitte zwischen den Teiglagen versteckt ist. Nun werden von der Teigplatte mit einem Messer Zwei-Zentimeter-Streifen abgeteilt (8).
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Geklappter Teig, nach
dem erneuten Ausrollen (8) |
Diese Streifen werden im nächsten Schritt in sich gezwirbelt (9) und dann zur Tarnung zu einer harmlos wirkenden Schnecke gedreht (10). Hier ist der Ursprung des drohenden Sprichwortes "Ich mach dich zur Schnecke!" zu suchen. Die Schnecken werden auf die Backbleche gesetzt, mit Küchentüchern abgedeckt und noch einmal eine halbe Stunde gehen gelassen. In den letzten paar Minuten vor Ablauf dieser Zeit kann man bereits den Backofen auf 225°C vorheizen und ein kleines Ei schlagen.
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| Kunstvolle Zwirbelung (9) |
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Das eigentliche
Zurschneckemachen (10) |
Mit dem Ei werden die Schnecken eingepinselt, anschließend mit noch etwas Kardamom bestreut und – wenn man will – auch noch mit grobkörnigem Zucker (ich will das nie). Die Bleche werden in den Backofen geschoben und für 8 bis 10 Minuten gebacken. Verwendet man, wie ich, Ober- und Unterhitze, empfehle ich, die Backbleche zwecks gleichmäßiger Bräunung mindestens einmal zu tauschen, besser zweimal.

Umluft macht die Schnecken leider etwas zu trocken. Das Ergebnis: Eine erhebliche Anzahl unwiderstehlich leckerer Kardamomschnecken, oder wie man in Schweden sagt
kardemummabullar (das wohl zweitwichtigste Nationalgebäck neben den
kanelbullar, den Zimtschnecken
), die automatisch vernichtet werden, sobald jemand in ihren magnetisch wirksamen Duftkreis gerät. Eine äußerst effektive Methode, die Borg auf nützliche Weise unschädlich zu machen.
Varsågod!
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| Varsågod! |
* Hallo, Christiane Fischer: Diesmal habe ich es richtig gemacht und Hefepilze geschrieben! Ich bin lernfähig! Wollte übrigens zuerst Christiane F. schreiben, aber das schien mir dann doch in die Irre führend.
Hallo Stella,
AntwortenLöschenes ist mir sofort positiv aufgefallen und ich erfreue mich sehr der neuerlichen namentlichen Nennung. :-D
Und nachdem ich diesen Blog-Eintrag zuende gelesen habe, freue ich mich um so mehr über und auf die zuvor gewonnene Kardamomschnecke. Ich hoffe nur, dass frische zubereitet werden, sollte ich es mal schaffen, sie mir abzuholen, und ich keine der oben beschriebenen Fuhre bekomme. Denn es ist zu fürchten, dass bis dahin noch einige kleine Schimmelpilzfreunde der Hefe vorbeigekommen sein werden.
Keine Sorge, ich backe dann frisch, wenn ich vorher Bescheid weiß. Allerdings ist von dieser Fuhre auch 70% in der Tiefkühlung gelandet, ganz hervorragend, wenn man spontan Besuch bekommt. Legt man mal eben auf den Toaster und die Dinger schmecken wie frisch gebacken. Schimmelpilze haben da keine Chance.
LöschenOh, dann freue ich mich schon auf Kaffee (bringe ich natürlich mit) und Kardamomschnecke!!! Werde mich natürlich rechtzeitg anmelden!!!
AntwortenLöschenWann schreibst du denn ein Kochbuch? Nach deiner ANleitung würde ich es wohl auch schaffen.
Markus
Sehr gute Idee. Machen wir dann nach dem aktuellen Buch. :o)
LöschenWas müsste man am Rezept ändern, wenn man die kanelboller machen wollte? Kein Kardamon?
AntwortenLöschenProbier es mal mit diesem Rezept hier: http://honeymoonchild.com/2010/10/06/baby-swedish-cinnamon-buns-kanelbullar/ (Aber es dürfte eigentlich auch funktionieren, wenn Du den Kardamom einfach weglässt und die Dinger rollst statt zwirbelst.)
Löschen.Ah, vielen Dank. Werde ich mal ausprobieren.
LöschenHallo Stella,
AntwortenLöschenich hab es mal im Inet nachgeschaut... ich hoffe es stimmt :)
Angeblich ist ein Tütchen Trockenhefe, soviel wie ein Würfel Frischhefe (für 500g Mehl).
Und die SChnecken muss ich unbedingt mal probieren, die sehen fantastisch aus :)
Lieben Gruß Michéle
Oh, dank Dir fürs Nachschauen und für den Besuch, Michéle (ungewöhnlich, mit dem accent aigu statt accent grave, spricht man Deinen Namen dann auch italienisch aus statt französisch?)! :) Jetzt stellt sich mir nur die Frage: Entspricht ein schwedischer Hefewürfel einem deutschen? Darüber werde ich jetzt mal bei einer Tasse Kaffee und einem Kex-Keks nachdenken ...
LöschenLiebe Grüße zurück!