Freitag, 8. Juni 2012

KAPITÄNSKÄPPIS UND KRIEGSHERREN, ABER KEINE KAMELLE


Der Hut von Donald Duck?
Nein! Festtagsbekleidung
schwedischer Jugendlicher
mit zwölf Buchstaben.
Heute ist in Helsingborg studenten, das schwedische Äquivalent zu offiziellen Abi-Feierlichkeiten nach dem (hoffentlich) bestandenen Abi. Die Jungs und Mädels tragen heute nicht nur ein lustiges Kapitänshütchen, die studentmössa, die innen in den Landesfarben Blau und Gelb gehalten ist, sondern werden in offenen Lastwagen durch die Gegend gefahren und tanzen erheblich alkoholisiert darauf herum (auf den Lastwagen, nicht auf der Gegend). In Helsingborg, das scheint relativ einzigartig im Land zu sein, umkreist man außerdem noch sieben Mal die Magnus-Stenbock-Statue auf dem Stortorget. Das umreißt so in etwa die Feierlichkeiten, wenn ich alles richtig verstanden habe. Gewisse Ähnlichkeiten zu gewissen Rhein-Main-Regionen zu gewissen Zeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings würde man in Köln, Düsseldorf, Mainz und Umgebung vermutlich nur müde lächeln, schließlich gibt es nicht mal Kamelle, geschweige denn so was wie vernünftiges Karnevalsliedgut.

Das führt mich zu: Es regnet seit Stunden in Strömen, was mir einerseits ein bisschen Leid tut, andererseits ist es vielleicht die gerechte Strafe dafür, dass unbeteiligte und nur zufällig in Hörweite befindliche Personen, z.B. deutscher Herkunft, in den letzten Tagen bei privaten Abi-Partys nächtens mit wirklich unsäglicher Musik beschallt wurden, gegen die Scooter hohes Kulturgut ist und Britney Spears Maria Callas. Außerdem wurde der ESC-Siegersong in gesundheitsgefährdendem Maße wiedergegeben (ESC von "Escape", das war leider in diesem Fall nicht möglich), obwohl doch jeder weiß, dass man davon gefährliche Gehörgangverschleimung bekommt, die tagelang den Song im Gehirn festhält, wo er schlimmen Schaden anrichten kann. Zum Glück gibt es Ohrstöpsel.

Was es in Schweden allerdings nicht gibt: So was wie einen Abistreich – oder jedenfalls nicht mehr, vermutlich verboten von der Schulleitung oder oberen Schulbehörde und was von oben angeordnet wird, wird in Schweden traditionell befolgt. Man hat damit einfach noch nicht genügend schlechte Erfahrungen gemacht in diesem Land, so ist zumindest meine Theorie, und ich hoffe, dass das so bleibt. Ein bisschen mehr Kritikkultur in Richtung Obrigkeit ist trotzdem nicht in allen Fällen schlecht. Wollte ich nur mal angemerkt haben.

Ich kann mich leider gar nicht mehr genau an unseren Abistreich erinnern, damals im Viersener Gymnasium an der Löh, aber das Ziel war es immer, durch gezielte Sabotage einen Tag schulfrei für die Jüngeren zu erwirken. Zum Beispiel durch Kidnapping des Kollegiums, Anfüllen sämtlicher Eingänge mit wassergefüllten Luftballons, Verbarrikadierung der Schule mit Heuballen, Verstecken der Schule in einem Wurmloch etc. Wenn es mit dem freien Tag geklappt hat, war es ein guter Streich.

Könnt/können Ihr/Sie Euch/sich noch an Euren/Ihren Abistreich erinnern? Oder an einen besonders gelungenen eines anderen Jahrgangs?

Kommentare :

  1. Thomas Bandion8. Juni 2012 um 17:28

    Jetzt wurde grade mein Kommentar verschluckt. Ist da jetzt meine Browserparanoia dran schuld oder Deine Site?
    Egal, ich schreibs nochmal in einen anderen Browser rein:
    Die griechische Sängerin, deren Name immer falsch transkribiert wird (C statt K) schreibt man trotz der falsche Transkription, an der vermutlich die Amerikaner schuld sind, mit Doppel-L.

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    1. 'schuldigung, ein zusätzliches "l" wurde eingefügt. Das "C" lass ich jetzt aber, sie heißt ja sowieso eigentlich ganz anders, nämlich Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou.

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  2. Thomas Bandion8. Juni 2012 um 17:29

    Ah, und es war der Browser und nicht die Site.

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  3. Note to self: Nichts während EM-Eröffnungsspielen o.Ä. posten.

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    1. Warum eigentlich?

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    2. Ach was!

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    3. Wer fragt, bekommt Antworten. Damit muss man rechnen.

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  4. Liebe Stella, ich wusste doch, dass das Bloggen Dir quasi eingraviert ist. Okay, es lohnt sich also, hier regelmäßig reinzuschauen, sehr schön. Besonders gern lese ich ja alles, was mit Schweden zu tun hat, wegen des Exotik-Faktors und so. Bei den Teigfragen ... schaue und staune ich. Und bin gespannt auf einen Mal-ausgehen-in-Helsingborg-Beitrag vielleicht mal irgendwann.

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    1. Das Ausgehen in Helsingborg kommt ins Buch, da will ich nicht zu viel vorwegnehmen. Aber ich werde mich natürlich um regelmäßigen Schweden-Content bemühen. ;o)

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