Freitag, 1. Juni 2012

ALEA IACTA EST ODER:

DER WÜRFEL IST VERFALLEN GEFALLEN 

Bevor ich weiter am aktuellen Buchprojekt schreibe (mehr beizeiten hier, vorab nur schon mal: Es hat was mit Schweden und der Liebe zu tun und ist eine Co-Autorenschaft der besonderen Art) schreibe ich mal schnell ein paar Takte zum Stand der Dinge in einer gewissen Wohnküche. Ich bin nämlich ganz offensichtlich vom Backzwang befallen, ob der Stellamat 2000 dran Schuld ist – möglich, aber nicht gesichert. Nach dem Projekt "essbare Frisbee" geht es heute um ein anderes Flachgebäck internationaler Art: Pizza.

Dazu vorab: Eigentlich wollte ich heute gar keine Pizza machen. Wirklich nicht. Sondern ausschließlich morgen.

Belag. Man beachte bitte
die mit Diamantstaub
aufgewogene
Paprika (79,90 SEK/Kilo)
Dabei wurde ich erneut von den Umständen gezwungen. In diesem Fall ans Nudelholz. Der schuldige Umstand diesmal ist nicht mein Rezept-Lese-Unvermögen, sondern ein Hefe-Haltbarkeitsdatum. Und zwar eines bis gestern. Hefe ist jetzt zwar nicht gerade der Luxusartikel und selbst in Schweden sehr erschwinglich. Aber angesichts der von mir bereits im Kühlschrank vergessenen und dann entsorgten Hefewürfel, deren Anzahl mittlerweile im höheren zweistelligen Bereich liegen dürfte, fange ich langsam an, mich trotzdem ein bisschen schlecht zu fühlen. Ich ahne, was Abba meinten, als sie sangen the gods have thrown the dice (na, welches Lied?). Nämlich vermutlich den Hefewürfel in den Biomüll. Warum sollen die andere Probleme haben, die Götter?

Geheimrezepte aus der deutschen
Food & Travel 
Die Sache mit dem doppelten Backzwang kam so: Als ich  gestern einen anderen Teig vorbereitete, für Samstagabend, also morgen – es handelte sich um einen Pizzateig mit Olivenöl, Meersalz und sehr wenig Hefe, der im Kühlschrank extrem langsam 48 Stunden gehen muss, angeblich soll das Ergebnis der Knüller sein – ist mir das vermaledeite Haltbarkeitsdatum auf dem Würfel aufgefallen. Ich stand wieder vor einer Wahl, die ich nicht bestellt hatte: Resthefe mal wieder entsorgen oder heute noch mal Pizza backen.

Richtig geraten: Der Würfel fiel für die Pizza.

Auch Pizza ist übrigens in Schweden mindestens gut ein Drittel teurer als in Deutschland, wenn man sie in der Pizzeria kauft. Sie hat dabei allerdings gewissen Mehrwert: Man bekommt in fast allen Pizzerien den so genannten "Pizzasalat" in unbegrenzter Menge dazu gereicht (was das ist, warum dieser Salat jedem Nicht-Schweden Fragezeichen in den Augen verursacht, und wieso in Pizzerien in Schweden fast nie ein Italiener anzutreffen ist? Diesen Fragen werde ich noch nachgehen. Wenn die Zeit reif ist.) Außerdem reicht man in Pizzerien mittags oft zum Nachtisch eine Kanelbulle, also eine Zimtschnecke. Gratis. Ich vermute, man arbeitet heimlich auf Provisionsbasis mit Weight Watchers – oder Vikt Väkterna, wie sie in Schweden heißen –  zusammen, um deren Kundenzulauf zu sichern.

Aber selbst gebackene Pizza schmeckt natürlich viel besser als gekaufte, ebenso wie selbst gebackene Zimtschnecken (zu letzterem ein andermal mehr)
Ich habe mich jetzt schon mehrfach mit Erfolg an einem original italienischen Pizzateigrezept aus der deutschen Food & Travel versucht (siehe oben, man sieht's der Heftseite an. Interessenten sende ich gerne das Rezept, bitte Anfragen per Email, Adresse siehe hier). Diese Pizza ist flott fertig, wenn man gegen halb zehn vormittags mit dem Vorteig anfängt, kann man gegen 13 Uhr backen (dabei muss man nicht die ganze Zeit was tun, sondern man wartet in erster Linie). Was ich also getan habe. Schmeckte prima, wie immer (siehe links).

Morgen wird dann also die Luxus-Pizza zubereitet. Die hoffentlich sagenhaft sensationelle Superpizza. Und das dritte Sauerteigbrot-Experiment wird zu einem spannenden Finale kommen. Und hier im Blog folgt in Kürze das Ergebnis des zweiten. Ist es wieder eine Frisbee geworden? Benötigte man erneut einen Vorschlaghammer zum Zerteilen des Backwerks? Die Antwort lesen Sie demnächst in diesem Theater!

Ich freue mich übrigens SEHR über Kommentare!

Kommentare :

  1. Ser jättegott ut! Var den det? :*

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    1. Sådär. Den smakar, men degen blev tyvärr inte riktig knaprig som tidigare, tror det var olivoljan, det passar kanske inte om degen jäsar så snabb. Eller jag har använd för mycket tomatsås.

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  2. Wenn die Pizza so lecker wie die bei meinem Besuch wird, dann solltest du eine Pizzaria aufmachen!!!!
    Wenn ich auf die Einstellzeiten schaue, frage ich mich nur, ob du Bäcker werden willst. Dass sind ja unmenschkiche Zeiten.
    Markus D.

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    1. Das war aber keine Pizza, das war eine Blätterteigtarte. ;) Die Zeit ist jetzt umgestellt, von Pacific Time auf Berliner Zeit!

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    2. Sorry, für mich ist und bleibt nur eine Sache wichtig.
      ES WAR SEHR LECKER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      Was es genau war ist für mich unwichtig. Hauptsache es schmeckt!
      Markus

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    3. Ja, aber da habe ich bzw. wir in dem Fall zumindest teigtechnisch wenig zu beigetragen. Der war fertig.

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  3. Antworten
    1. Dankeschön! Aber die andere war noch besser (dazu später mehr).

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  4. ..Pizzateig mit Olivenöl, Meersalz und sehr wenig Hefe, der im Kühlschrank extrem langsam 48 Stunden gehen muss..

    ich wäre ja an einem genauen Rezept interessiert, dann könnte ich den restlichen Hefewürfel noch aufbrauchen ;-)

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    1. Schau mal hier: http://stellamatblog.blogspot.se/2012/06/die-48-stunden-von-lameng-oder-das.html Da ist der Link zum Rezept drin und noch ein heißer Tipp...

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