Freitag, 19. Juni 2015

GLAD MIDSOMMAR – IN BILDERN

Einige von Euch haben ja vielleicht meine Reportage über die südlichen Schären vor Göteborg in der WELT AM SONNTAG online oder in der Printausgabe vom vorigen Sonntag gelesen. Dazu kommen hier – in etwas wahlloser Reihenfolge (Zeitmangel!) ein paar holterdipolter (Zeitmangel!) ausgewählte private Eindrücke von unserer gar wunderbaren Reise im Juni 2014. Relativ textarm (Zeitmangel!), aber vielleicht besser als nichts. 

Wir – M. und J. und S. – wünschen Euch allen einen ganz wunderbaren midsommarafton (das wäre heute), ein herzliches Glad Midsommar! und einen tollen Restsommer sowieso. Wir lesen uns!



Überfahrt zu den glücklichen
Inseln hinter dem Regen

Flatterhafter Anhang



Ein herzhaftes Bild aus einem Styrsöer utedass
und ein Weg ans Meer

Vor dem Morgenbad
auf Styrsö

Nach dem Morgenbad
auf Styrsö

Teenager vor und nach
dem Mittagsbad auf Styrsö.
Rechts: Möwe

In Göteborg regnet es!



Gestreift schwanger auf dem Bootssteg
(Gratulation nicht nötig, Kind bereits da, Bild vom Vorjahr!)

Leckereien im Brännö Värdshus

Eine glückliche Insel
(weiß nicht mehr, welche von den 14)

Fähre ahoi!

Brücke ins Naturparadies –von Brännö nach Galterö


Pensionat Styrsö Skäret

Und was willst du?

Afterbreakfasting im Strsö Skäret mit Möwengesellschaft 

Spontane Verliebtheit auf Galterö 

Mittagsbad (J.) und fika im Café Öbergska

Frühstück auf der Terrasse
des Skyrsö Skäret

Mittsommer auf Styrsö Anno Dazumal 

Delikater Riesenfisch im
Styrsö Skäret


Montag, 15. Juni 2015

DER HOLDE HOLUNDER UND DER FALSCHE FLIEDER (REZEPT!)

Das Schwedische und das Deutsche sind sich ja sehr ähnlich, viele Worte sind nahezu gleich. Doch natürlich gibt es auch die berühmten "falschen Freunde", Worte, die verführerisch ähnlich klingen, aber etwas völlig anderes bedeuten. Eines, über das Schweden wie Deutsche gleichermaßen stolpern ist zum Beispiel das schwedische (att) svimma, was nicht etwa "schwimmen" bedeutet, sondern "in Ohnmacht fallen". Schwimmen heißt hingegen (att) simma. 


Fläderblomssaft ist nicht
immer das, was das
Wort ein deutsches Ohr vermuten lässt
Ähnlich kompliziert liegt der Fall bei fläder. Fläder bedeutet nicht etwa "Flieder", sondern, wer hätte das gedacht, Holunder. Flieder heißt auf Schwedisch ganz anders, nämlich syren. Fläderblomssaft ist dementsprechend, nein, nicht "Holunderblütensaft", sondern ein dünner Sirup aus dem man sich dann, zum Beispiel, eine Holunderblütenlimonade mixt. Der Begriff saft ist nämlich nicht identisch mit dem deutschen "Saft". Wenn man allerdings ein Kind fragt "Vill du ha saft?", dann fragt man nicht, ob das Kind diesen Sirup pur trinken möchte, sondern ob es ein daraus und aus Wasser gemixtes Getränk – eben die Limonade – haben möchte. Saft heißt wiederum auf Schwedisch juice – ausgesprochen allerdings nicht wie im Englischen, sondern mit einem "j" wie in "ja", also "jus" – und der ist hier ausdrücklich nicht gemeint.

Na, schon schön verwirrt?

Auf alle Fälle blüht hier derzeit der fläder, also der Holunder. Syrenbuskarna, also die Fliederbüsche, blühen zwar auch und zwar außerordentlich schön und duftend, aber die lassen wir jetzt aus kulinarischen Gründen trotzdem mal beiseite.

Fläderblomssaft ist eine in Skandinavien verbreitete Spezialität und traditionell stellen viele Schweden (und auch Dänen und möglicherweise auch Norweger und Finnen) dieser Tage ihren eigenen fläderblomssaft her. So auch J. Darum kommt hier für Euch das leckere Rezept, nach dem mein liebster Schwede seinen Limonadengrundstoff zubereitet.


Holunderblüten, schick in Schale


Für vier Liter Holunderblütenkonzentrat / fläderblomssaft  braucht man 50 große Holunderblüten-Dolden. Selbige findet man an Holunderbäumen und -sträuchern am Wegesrand (Übrigens: Wer nicht zu 100% weiß, wie Holunder aussieht und riecht: Finger weg! Nahezu alles andere mit ähnlichen weißen Blütendolden ist nämlich giftig, zum Teil extrem. Aber auch Holunder sollte man nicht roh verzehren.) Hier sieht man jedenfalls ein Musterexemplar von Holunder-Dolde:

So muss Holunder aussehen!



Dann klappt's auch mit dem (Holunder vom) Nachbarn.
Die in den öffentlichen Bereich
überhängenden Dolden darf man nämlich klauen abschneiden.


Falls der Nachbar das nicht weiß: Vorsichtshalber
strafunmündige Minderjährige vorschicken.



"Papa, die Holunderblüten sind so schwer!
Ich kann nicht mehr!"
Also, noch mal von vorn:
Für vier Liter Holunderblütensirup / fläderblomssaft  (ergibt ca. 12 bis 16 Liter Holunderblütenlimonade) benötigt man:

50 große Holunderblüten-Dolden
4 Bio-Zitronen
4 Liter Bio-Zucker
100 g Zitronensäure (Pulver)
3 Liter Wasser
optional (und meine Empfehlung!) Blätter von vier bis fünf Zweigen Minze

Die Dolden in lauwarmem Wasser abspülen und abtropfen lassen (es gibt auch Menschen, die finden, das dürfe man wegen des angeblich schmackhaften Blütenstaubs nicht machen, aber wir essen nicht so gerne Kleingetier und Verkehrsstaub mit). Die Bio-Zitronen unter lauwarmem Wasser abspülen und in Scheiben schneiden. Dann die Dolden, Zitronenscheiben, Zucker und Zitronensäure abwechselnd in eine große Schüssel schichten.

Das Wasser aufkochen und kochend über die Blüten schütten. Abdecken und 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann, falls gewünscht, die Minzeblätter hinzufügen, vorsichtig umrühren und anschließend noch einmal 48 Stunden im Kühlschrank stehen lassen. Anschließend durch ein Seihtuch geben (alternativ durch ein feinmaschiges Sieb, sofern einen kleine Pflanzenpartikel nicht stören). In sterilisierte und verschließbare Flaschen füllen und kalt verwahren. Das Holunderkonzentrat kann man auch sehr gut einfrieren und es eignet sich prima als Basis für Cocktails.

Lasst es Euch schmecken!





Samstag, 14. Februar 2015

VON MÄNNERN MIT BRÜSTEN UND FRAUEN MIT EIERN

Ich habe immer gehört, man könne mit kleinem Baby kein Buch mehr in Ruhe lesen. Meiner Erfahrung nach stimmt das nicht: Beim Stillen konnte ich, gerade am Anfang, zeitweise wirklich nichts anderes tun und habe vor allem, aber nicht nur, Krimis inhaliert. Inzwischen dauert das Stillen nicht mehr so lange, ich lese trotzdem – ein paar Seiten schaffe ich fast immer (und was ich nicht schaffe, hole ich beim Baby-in-den-Schlaf-Latschen mit dem ErgoBaby nach). Die Still-Lese-Vorliebe habe ich mit Stefanie Lohaus gemeinsam, die mit ihrem Freund Tobias Scholz ein bemerkenswertes Buch geschrieben hat, das ich in zwei Tagen durch hatte: Papa kann auch stillen. Stefanie und Tobias haben bereits in Stefanies Schwangerschaft beschlossen, sich Kind, Haushalt und Job fifty-fifty zu teilen, damit beide die Möglichkeit haben, eine stabile Bindung zu ihrem Sohn zu etablieren und gleichzeitig nicht den Anschluss im Job zu verpassen. Und ganz generell mehr von allen Bereichen des Lebens zu haben. Spaß zum Beispiel. Als Familie. Mit dem Partner. Und auch alleine. Mit anderen Worten: Sie wollten die gesetzlich ja vorgesehene Gleichberechtigung von Mann und Frau einfach mal leben. Wie sie das in jeder Konsequenz durchziehen und auf welche Schwierigkeiten, Vorurteile und unterschwelligen oder offen geäußerten Rollenerwartungen sie dabei  in Deutschland – das Paar lebt in Berlin – gestoßen sind, darum dreht sich dieses Buch.



Ich habe beim Lesen eines Sachbuches selten so oft genickt. Zwischendurch habe ich mir zwar manchmal ein wenig mehr Humor gewünscht, aber als ich dann drüber nachgedacht habe, wurde mir klar: Zu viel Klamauk hätte dieses wichtige Thema vermutlich verwässert und den Verdacht aufkommen lassen, dass man doch gar nicht so richtig meint, was man da schreibt und darum die humorvolle Distanz sucht. Also: Es ist gut so wie es ist. Denn langweilig wird es ganz bestimmt nicht.

Vor allem aber ist dieses Buch eines: wichtig!

Dass ich das mal schreibe, hätte ich nicht von mir erwartet. Normalweise hasse ich nämlich diese "Wichtig"-Formulierungen im Stil von "Die 50 wichtigsten Männer, die sich gern in Denkerpose ablichten lassen" oder "Die wichtigsten Bücher, die ich auf dem Klo gelesen habe" oder von mir aus auch "Die 100 wichtigsten Käsekuchen" – und dann folgt fast immer eine mehr oder weniger willkürliche Auflistung von Dingen oder Leuten, die der jeweilige Redaktionsmitarbeiter irgendwie bemerkenswert fand. Geschmacksache also, fast immer. Zufall auch oft. Aber eben selten wirklich "wichtig". Wenn ich also sage: Dieses Buch ist wichtig, dann meine ich, dass es mir nicht nur gut gefallen hat, sondern dass es meiner Ansicht nach auch wirklich wichtig ist. Nämlich als gesellschaftliches Beispiel. Es handelt, gewissermaßen, von Männern mit Brüsten (die "auch stillen" können) und Frauen mit Eiern (die keine Angst vor vermeintlich "männlichen" Domänen haben). Will sagen, Menschen, die den Mut haben, bei und nach der Familiengründung etwas anders zu machen als, immer noch, die meisten. Daran mangelt es in Deutschland noch eklatanter als an gute ausgebildetem Krippenpersonal und genau darum fand ich den Gedanken ans Kinderkriegen früher in Deutschland so, sagen wir, schwierig. Weil ich gerne selbst entscheide, welche Rolle ich wann und warum ausfülle und mir ungern etwas aufdrücken lasse. Weder von gesellschaftlichen Normen, meinem Partner oder von einem "Tradionalisierungseffekt", der aus ökonomischen und gesellschaftlichen Gründen auch Menschen heimsuchte, die eigentlich bisher immer ganz progressiv waren. Hier habe ich mir darüber schon mal ein wenig Gedanken gemacht.

Ich, zufällig ebenfalls gut ausgebildete Akademikerin und wie Stefanie Lohaus freie Autorin, fand das alles blöd. Und mich eines Tages in Schweden wieder. Nicht zum Kinderkriegen, selbstverständlich, sondern aus hier beschriebenen Gründen. Ich hatte nun plötzlich einen Partner, der ganz selbstverständlich Putzlappen und Staubsauger in die Hand nahm, einkaufte, kochte und seine Tochter aus einer früheren Beziehung bespaßte. Gleichzeitig verdiente ich das meiste Geld (von uns) (was übrigens nicht gleichbedeutend mit "viel Geld" ist!) Traditionelle Rollenbilder spielten bei uns jedenfalls, haha, keine Rolle. Dem Sex-Appeal tat das übrigens auf beiden Seiten keinen Abbruch, was ja immer mal gerne mit Verweis auf angeblich steinzeitliches Erbe (Mann = Jäger und Sammler, Frau = will an den Haaren in die Höhle gezerrt werden) behauptet wird. Eine Ausnahme war das aber nicht. Ähnliches sah ich um mich herum. Zum Beispiel Spielplätze mit Papas in Elternzeit – manchmal in der Überzahl. Ich erlebte Freunde, sämtlich gut ausgebildet, die ohne viel Tamtam gleiche Rechte und Pflichten lebten, Spaß als Familie hatten – und Kinder kriegten. Zum Teil viele Kinder. Unsere Freunde Britta und Kalle haben voriges Jahr das fünfte bekommen. Das hat mit der schwedischen Familienpolitik zu tun, die auf Eigenverantwortung beider Partner baut. Mit dem Fehlen von Dingen wie dem Ehegattensplitting. Mit dem ganz einfachen und superflexiblen Elterngeld-System. Mit sehr guter und günstiger – und vor allem flächendeckender – Kinderbetreuung. Mit Hippie-Eltern, die auch ihre Jungs in den Siebzigern und Achtzigern zur Mitverantwortung in Haushaltsdingen erzogen und ihre Mädels mit technischem Spielzeug beglückten. Mit Pippi Langstrumpf, natürlich. Und mit vielen großen und kleinen Dingen mehr.

Und plötzlich konnte ich es mir vorstellen. Das Kinderkriegen. Der Mann stimmte. Alles andere stimmte auch. Und wenn Stefanie Lohaus und Tobias Scholz' Beispiel Schule macht, stimmt es vielleicht auch irgendwann in Deutschland. Und ob Papa denn nun wirklich stillt? Lest das Buch, dann wisst ihr es.

P.S. In absehbarer Zeit soll übrigens hier eine von den Autoren betreute Website zum Thema online gehen.




Dienstag, 3. Februar 2015

WAS INZWISCHEN GESCHAH – EIN UPDATE

Nun gab es schon fast ein halbes Jahr kein Posting mehr – die bislang längste Blogpause. Fast ein halbes Jahr alt ist nun auch unsere kleine Tochter, die Ende August unter *etwas* dramatischen Umständen (über die Ihr im Laufe des Jahres noch in einem der größten deutschen Frauenmagazine etwas lesen können werdet) das Licht der Welt erblickt hat. Das Leben mit ihr ist ein klasse Abenteuer und da ich vorsichtshalber in Sachen Stress das Schlimmste erwartet habe, wurde ich durchaus positiv überrascht. Der Stress ist da, aber er ist einfach ein ganz anderer als der, den ich bisher kannte. Eustress, also positiver Stress, durch und durch. Außerdem ist J., der wunderbarste Mann von allen, auch ein ganz grandioser Vater. Aufgewachsen wie die meisten Schweden seiner Generation – also im Bewusstsein, dass Männer und Frauen tatsächlich gleiche Rechte und Pflichten haben – lässt er mich nicht mit Kind und Haushalt im Regen stehen, sondern wir wuppen die Sache gemeinsam. Ich genieße es dabei unendlich, mal eine Weile nicht nonstop produktiv sein zu müssen. Dank der schwedischen Version des Elterngeldes (die deutsche macht mit dem Elterngeld Plus allerdings auch neuerdings ganz gute Fortschritte – mehr zu diesem Thema ein andermal) konnte ich mich tatsächlich einige Monate voll aufs Baby konzentrieren. Ein unglaublicher Luxus!

Keine Paparazzi! 
Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten, wie es so klischeehaft, aber leider auch treffend heißt. In letzter Zeit sind in meinem Leben mitunter sehr traurige Dinge passiert, über die zu sprechen mir allerdings für diesen öffentlichen Rahmen zu privat ist. Zu privat, das gilt auch für (erkennbare) Bilder meiner Tochter (das obige ist so gerade an der Grenze). Allein der Gedanke, dass irgendjemand mit Neigungen, die ich mir lieber nicht im Detail vorstelle, hier einen unwillkommenen Blick auf meinen Augenstern werfen könnte, lässt in mir Übelkeit aufkommen. Dafür bitte ich alle meine Leser um Verständnis.

So langsam kommt nicht nur dieses Blog, sondern auch mein Job wieder ins Rollen. Ein neuer Buchauftrag steht an und seit dem vorigen Sommer bin ich Autorin für eine der warmherzigsten Redaktionen, die ich bisher kennen lernen durfte – für ELTERN. Eine ganz tolle Art, Kind und Beruf zu verbinden. Vielleicht hat ja der/die ein oder andere meine Texte dort gelesen, es waren bereits einige, dabei ging es ums so genannte Bellymapping, die Zuverlässigkeit der Geburtstermin-Berechnung, eine Geburt in Finnland, Schwangerenfitness und noch einiges mehr. Es könnte durchaus passieren, dass ich in Zukunft auch hier übers Elterndasein blogge, zumindest da, wo es sich ans übergeordnete Schwedenthema anbinden lässt.

Wir lesen uns also. Bleibt "Verliebt in Schweden" gewogen!




Samstag, 9. August 2014

KARPFEN IM ÖRESUND, DIE FREUDEN DER IMPROVISATION – UND ENDLICH DIE GEWINNER UNSERES MITTSOMMER-GEWINNSPIELS

Ich verzichte darauf, mich für die lange Blog-Pause zu entschuldigen – immerhin haben wir eine relativ gute Entschuldigung, denn unser sich derzeit noch im Brüter befindendes Baby kann im Prinzip jederzeit beschließen, den Weg nach draußen anzutreten (auch wenn es ebenso gut – und von mir aus sehr gerne – noch drei Wochen dauern kann) und vorher gibt es noch einiges zu erledigen und organisieren. Aber natürlich war es an der Zeit, nun ENDLICH die Gewinner unseres Mittsommergewinnspiels zu ziehen. Zur Erinnerung: Es gab drei Einkaufsgutscheine für den tollen Onfos-Shop meiner in München lebenden schwedischen Journalisten-Kollegin Linda zu gewinnen.

Ohne eine Brygga in der Nähe
ist ein Schwede nur ein halber solcher.

Also haben wir unser Morgenbad (eigentlich eher ein Vormittagsbad, aber psst!) genutzt, um zwei kleine Filme zu drehen. Nennen wir sie experimentell. Wegweisende Werke, die zweifelsfrei beweisen, dass an uns erstklassige Dogmafilmer verloren gegangen sind, von Trier kann einpacken. Da gibt es überraschende Perspektiven, neue Winkel und – im Prinzip – sogar Karpfen im Öresund! Improvisation ist alles! Außerdem beweisen die Aufnahmen, dass mein (Stellas) Haupthaar dank Hormondoping derzeit wuchert wie das im ersten Film zu sehende Seegras und völlig außer Form vor sich hin weht. Dabei handelt es sich jedoch um nichts anderes als mein bewusstes, ja, proaktives* Statement gegen die Übermacht der Schmink-, Nagellack- und Stylingblogs! Doch nun genug der getippten Worte. Los geht's:



Die Spannung steigt! Im zweiten Film – jenem mit der eigentlichen Ziehung – haben wir weniger mit Winkeln und Wackeln, dafür umso mehr mit der Dimension des Tons experimentiert. Für die besondere Lebensnähe ließen wir eine in Hörweite befindliche ältere Dame am Telefon einen sehr detaillierten Urlaubsbericht über die diversen Katastrophen ihres Skåne-Urlaubs abliefern (die Person am anderen Ende war angesichts der Dramatik der Ereignisse ganz offensichtlich völlig sprachlos – wer des Schwedischen mächtig ist, möge genau hinhören). Damit Ihr trotz dieses künstlerischen Höhepunkts der Filmgeschichte erfahrt, wer die Gewinner sind, haben wir eine geniale Lösung gefunden: Untertitel. Och varsågoda:


Herzlichen Glückwunsch!


* Ich wollte dieses tolle Manager-Wort immer schon mal verwenden, auch wenn ich immer noch nicht so genau weiß, was es eigentlich genau bedeuten soll. Wie sagte schon "die Partei": Inhalte überwinden!







Freitag, 20. Juni 2014

GLAD MIDSOMMAR - MIT "SVANSK" FISKSOPPA UND EINEM GEWINNSPIEL!

Heute ist midsommarafton  – und zur Feier des Tages könnt Ihr hier bei "Verliebt in Schweden" etwas gewinnen. Nämlich drei 25-Euro-Gutscheine für Onfos, den tollen Münchner Online-Shop für schwedische Lebensmittel und einiges Schwedische mehr (während es parallel im Onfos-Blog auch etwas ganz Besonderes zu gewinnen gibt ...). Von Abba-Sill über typisch schwedische Buttermesser, Kalles Kaviar, schwedischen Whisky bis hin zu Zeitschriften und Zoégas Kaffee aus der Rösterei in unserem schönen Wohnort Helsingborg bekommt Ihr dort alles, was das sich nach Schweden sehnende Herz begehrt. Unter anderem hat Onfos einen hervorragenden Fischfond im Programm, der in unserer Küche häufig zum Einsatz kommt (auch wenn wir ihn hier vor Ort kaufen) und mit dem Joakim seine wunderbare fisksoppa zaubert. Diese fisksoppa bildet heute den würdigen Auftakt zu unserem kleinen Mittsommerbuffet, an dem es natürlich auch bei uns das klassische Mittsommeressen geben wird – also sill, Kartoffeln mit Sauercreme und Schnittlauch, Västerbottenpaj und natürlich als Nachtisch jede Menge saftige jordgubbar. Nur Schnaps und Bier werde ich mir in diesem Jahr verkneifen – angesichts gewisser und ganz wunderbarer Umstände.

Svansk fisksoppa,
fein in französische Schale
geworfen – schmeckt (auch) zu Mittsommer
In Joakims svanska (Wortmix aus svensk = schwedisch und fransk = französisch) fisksoppa vereinen sich schwedische Aromen aufs Vorzüglichste mit französischen. Das ist gar nicht so seltsam, denn die schwedische Küche wurde im Laufe der Zeit ordentlich französisch gewürzt. Bereits König Gustav III. liebte Ende des 18. Jahrhunderts Frankreich und die französische Küche und sprach angeblich mit seiner gesamten Familie nur Französisch. Seit dann die Schweden einige Jahrzehnte später mangels royaler Nachkommen kurzerhand 1810 den französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte als Kronprinz importierten (man muss sich nur zu helfen wissen), wurde es dann noch frankophiler. Jean-Baptiste – seit seiner Krönung im Jahr 1818 besser bekannt als Karl XIV. Johann – ist ein direkter Vorfahre des jetzigen Königs. Kalle, der alte Haudegen, brachte die hungernden Schweden zum Beispiel darauf, dass man die überall wachsenden Steinpilze tatsächlich auch essen kann – seitdem heißt der Steinpilz in Schweden zum ewigen Dank karljohansvamp.

Steinpilze gehören allerdings nicht zu den Zutaten in Joakims Suppe, dafür viele andere delikate Dinge. Als da wären (für vier bis fünf Portionen):



400 - 500 g weißes Fischfilet, auch gern tiefgefroren, zum Beispiel Kabeljau (aus nachhaltiger Fischerei, mindestens mit MSC-Siegel), sowie – nach Geschmack und Verfügbarkeit – Shrimps, Krebsschwänze, etc.

4 - 5 Knoblauchzehen
1 - 2 rote Zwiebeln
1 rote oder orange, mittelscharfe Chilischote

3 - 4 Möhren
5 - 6 durchschnittlich große Kartoffeln
1/2 Knollensellerie ODER 1 Fenchelknolle
2 Pastinaken ODER 2 Petersilienwurzeln
5 - 6 Kirschtomaten
1 Stange Lauch

1,5 dl Weißwein (wir verwenden derzeit alkoholfreien)
2 Esslöffel Fischfond (oder mehr, bitte selbst abschmecken)
2 - 3 dl Sahne oder Schmand
1 unbehandelte Zitrone
2 - 3 Esslöffel Weizenmehl
Wasser

1 Teelöffel Anis (kann man weglassen, wenn man den nicht mag)

1 Esslöffel Estragon (französischer Akzent) 
ODER
1 Esslöffel fein geschnittener Dill (schwedischer Akzent)

2 Teelöffel Kurkuma 
ODER 
ein kleines Tütchen (0,5 g) Safran (für die besonders französische Variante, in diesem Fall bitte Estragon statt Dill verwenden)

Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Vorbereitung:

- gefrorenen Fisch auftauen, frische Filets mit kaltem Wasser abspülen
- Krustentiere (so vorhanden) pulen und kalt stellen
- Knoblauch schälen und mit der Seite des Küchenmessers leicht anpressen
- Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden
- Chilischote fein hacken
- Paprika entkernen, waschen und würfeln

- Kartoffeln und Knollensellerie (oder Fenchel) schälen, in ca. 2 cm große Würfel schneiden
- Möhren schälen und in mittelstarke Scheiben schneiden
- Lauch waschen, 2/3 des Lauchs in grobe Ringe schneiden, 1/3 in sehr feine Streifen
- Pastinaken (bzw. Petersilienwurzeln) schälen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden
- Kirschtomaten halbieren

- Zitrone waschen und die Schale fein reiben
- Zitrone auspressen
- Wein und Sahne/Schmand abmessen
- Kräuter und Gewürze bereitstellen

Zubereitung: 

Ihr braucht einen großen Topf, am besten einen gußeisernen (Joakim schwört auf seinen orangefarbenen Le Creuset, eine leichte Frankophilie schlummert also auch in unserem Hause). Olivenöl darin bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch, Zwiebeln und Chili zugeben und einige Minuten andünsten.

Sämtliche Wurzelgemüse (alles, was unter der Erde wächst, also auch die Kartoffeln) zugeben, umrühren und andünsten – das Gemüse soll keine Farbe annehmen.

Anis, Kurkuma (oder Safran) und Weizenmehl zugeben, umrühren.
Eine Minute dünsten. Dann so viel Wasser zugeben, dass alles gut bedeckt ist.
Gut umrühren.

Wein, Zitronensaft und Fischfond zugeben. Umrühren. Deckel auflegen und bei mittelschwacher Hitze ca. 15 - 20 Minuten kochen lassen bis die Möhren anfangen, weich zu werden.

Nun Fisch, Sahne (oder Schmand), Zitronenschale, Lauch (außer den Deko-Streifen), Tomaten, Paprika und Estragon (oder Dill) zugeben. Aufkochen, dann Hitze reduzieren und ohne Deckel köcheln lassen bis der Fisch fertig ist. Das dauert etwa 10 - 15 Minuten.

Mit Salz, Pfeffer und eventuell mehr Fischfond abschmecken.

Umrühren und mit dem in Streifen geschnittenen Lauch und eventuell einer Messerspitze zusätzlichem Dill (falls man kein Estragon verwendet) servieren. Eventuell vorbereitete Schalentiere hinzufügen.

Dazu schmeckt frisch gebackenes Baguette oder helles Sauerteigbrot – z.B. mit Butter, Olivenöl oder Aioli – ausgezeichnet.

Mitmachen und 25-Euro-Gutscheine
gewinnen!
Smaklig måltid!

Was Ihr tun müsst, um die angekündigten Einkaufsgutscheine zu gewinnen? Verratet uns einfach in einem Kommentar bis zum 15. Juli, was Euer schwedisches Lieblingsessen ist und vor allem, warum! Aus allen Kommentatoren werden wir dann Mitte Juli die drei glücklichen Gewinner ziehen. Kleiner Tipp: Lasst Euch doch einfach im Onfos-Shop inspirieren!  Lycka till!

Onfos wurde übrigens von ein paar waschechten Schweden gegründet, darunter die aus Uppsala stammende Linda Karlsson. Linda ist Journalistenkollegin und macht von München aus ungefähr das, was ich (d.h. Stella) von Helsingborg aus mache – während Linda allerdings für schwedische Zeitungen schreibt, schreibe ich für deutsche. Hier ist ein kleines Interview mit ihr:

Linda, wie kam es dazu, dass du aus Uppsala nach München gegangen und vor allem dort geblieben bist? 
Ich wollte Deutsch lernen und habe mich einfach in München als Stadt verliebt. Es ist auch spannend, in einem Land zu leben, das so viel politische und wirtschaftliche Bedeutung hat.

Was vermisst du an oder aus Schweden am meisten?
In Schweden sind viele Dinge etwas unkomplizierter, vor allem der Umgang mit Behörden. Mir gefällt es auch, dass wir das „Sie“ nicht verwenden. Seit der Du-Reform in den 60ern ist der Schwede mit allen außer den Mitgliedern der Königsfamilie per Du. Allerdings ist meine Heimat nur zwei Stunden per Flugzeug entfernt, wenn das Heimweh zu groß wird.

Linda von Onfos
Wie ist das Onfos-Team auf die Idee gekommen,schwedische Lebensmittel in Deutschland zu verkaufen?
Es ging los mit bestimmten Waren, die uns selbst immer wieder fehlten. Ein Kollege ist Halbschwede und ihm fehlte stets Bregott für sein Butterbrot. Bei mir ging es in erster Linie um die Süßigkeiten wie Djungelvrål, Dumle und Schokolade von Marabou. Zusammen haben wir uns überlegt, wie man einen Weg finden könnte einen schwedischen Supermarkt nach Deutschland zu bringen. Wir wollten nicht nur die Klassiker wie Knäckebrot und köttbullar anbieten, sondern alles was man dort kriegt. Das hat geklappt – dank einer tollen Zusammenarbeit mit ICA Maxi in Helsingborg. Mit mehr als 5000 Waren ist Onfos der größte Shop für schwedische Lebensmittel in Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz.


Anmerkung: Für diese Aktion ist zu keinem Zeitpunkt und von (oder zu) keiner der beiden beteiligten Seiten Geld geflossen. Den erwähnten Fischfond kaufen wir seit Jahren in verschiedenen Lebensmittelgeschäften in Schweden. Wir benutzen ihn, weil uns die Qualität überzeugt und zwar völlig unabhängig von diesem Posting oder dem Onfos-Shop. 







 










Donnerstag, 19. Juni 2014

MORGEN IST MIDSOMMARAFTON ...

... und dann gibt es hier im Blog etwas Delikates zum Nachkochen und vor allem etwas ganz Tolles zu gewinnen! Mehr wird jetzt noch nicht verraten, aber schaut unbedingt morgen noch einmal hier herein – es lohnt sich, großes Ehrenwort!

Übrigens, wenn Ihr keinen Blogeintrag verpassen wollt, empfehle ich das Abo per Email (Feld oben rechts) oder Bloglovin' (rechte Spalte, Mitte), denn auf Facebook geht "dank" der facebookschen Selektionspolitik gerne mal was unter – und bei Twitter muss man den Moment des Tweets abpassen. Eure Emailadressen werden selbstverständlich von uns zu nichts anderem als zum Verschicken des Blogs verwendet! Bitte denkt daran, dass Ihr Eure Emailadresse einmal bestätigen müsst, damit das Blog-Abo von "Verliebt in Schweden" aktiv wird. Dafür wird Euch ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse geschickt, auf den Ihr einmal klicken müsst. Nach diesem Klick bekommt Ihr jeden hier erschienenen Blogeintrag bequem frei Haus!

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Nur noch einmal schlafen,
dann ist Midsommarafton
und das wird natürlich auch in
Helsingborg gefeiert.
(Das Bild zeigt die Terrasse des
wunderbaren Restaurants
Sillen & Makrillen)