Montag, 10. Juni 2013

LE PAIN OF PAIN – ODER: (M)EINE HOMMAGE AN SALVADOR D.

Auf Reflexionen im Wasser zu schauen soll
ja die Nerven beruhigen
Ich hatte vorvorgestern einen gepflegten Nervenzusammenbruch.  Alles fing damit an, dass die Küche aussah wie Wutz und zwar so, dass ich keinen Platz hatte, mir Kaffee zu kochen und mein Obstsalat-Frühstück zu machen. An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass meine Stimmung im koffeinfreien Zustand etwas, sagen wir: fragil, ist. Also wollte ich schnell aufräumen  – Betonung auf schnell –  während ich, so der Plan, zur Aufmunterung ein bisschen deutsches Webradio hörte – deutsches Radio gibt mir immer so ein schönes Zuhausegefühl und ich war seit Weihnachten nicht in Deutschland. Leider stellte ich dann fest, dass das nicht ging, weil das Audiokabel, das das iPad mit dem Lautsprecher verbinden sollte, nicht an seinem Platz war. Es befand sich ebenfalls nicht in den zwei Kabelschubladen, die zu durchsuchen ungefähr so viel Spaß macht und so zeitraubend ist wie den Partner einzelner schwarzer Socken in einem Berg anderer schwarzer Socken zu finden. Wenn nicht weniger. Ich versuchte, J. – auf einem dagis-Ausflug mit Expertin A. befindlich –  zu erreichen, um zu fragen, wo das Kabel ist. Vergeblich. Er hörte das Telefon nicht.

Dann fiel mir – immer noch radiolos und koffeinfrei  –  ein, dass ich das Brot backen musste, das nach dem Rezept von Chad Robertson bereits zwölf Stunden im Kühlschrank ging und für das J. schon den Backofen angeschmissen hatte, bevor er sich auf den Weg machte. Okay, dachte ich, mache ich das eben auch noch schnell, bevor ich endlich meinen Kaffee und was zwischen die Kiemen kriege. Da ich immer zwei Brote backe, stülpe ich die gewöhnlich nebeneinander auf ein Backpapier, das ich dann auf das bereits heiße Backblech praktiziere, indem ich das Backpapier seitlich fasse und auf die heiße Platte herunterhebe. Bislang hat das immer wunderbar geklappt. Leider waren die Brote diesmal nach dem Stülpen zu weit am Rand und ich bekam das Papier seitlich nicht zu fassen. Als ich es anheben wollte, begann das Papier zu reißen. Also entschloss ich mich, stattdessen die heiße Platte aus dem heißen Ofen herauszuheben und das Backpapier mit den Broten drauf einfach rüberzuziehen, so wie es J. immer so elegant macht.

Leider dachte ich nicht dran, dass ich, im Gegensatz zu J., Rechtshänder bin.  Meine linke Hand, mit der ich das Backblech halten wollte, ist eher ein Schwächling. Ich hätte mich also auf die andere Seite des Ofens stellen und alles andersrum machen müssen. So weit war mein Gehirn ohne Koffeineinwirkung aber noch nicht. Das sah nur vor seinem geistigen Auge J. während des beschriebenen Handlungsablaufs. Ich holte also die heiße Platte mit dem Topflappen aus dem Backofen. Mit der linken Hand. Sobald das Brot nicht mal halb drauf war, klappte mein Handgelenk samt Backblech nach unten, das bereits deutlich einfallende Brot begann, seitlich hinten runter zu gleiten, ich konnte – in Panik geratend – gerade noch verhindern, dass es verkehrt rum auf der offenen Backofentür landete, dann ...

...verschwimmt meine Erinnerung in der
Adrenalinüberflutung des Moments ... 

... irgendwie kriegte ich es hin, das immer noch hinten am Backblech herunterhängene Brot in den Ofen zu schieben und zu bedampfen. Dann klingelte das Telefon. Es war J. Dann kam der Nervenzusammenbruch. Ich kann mich an nichts erinnern. Aber ich habe fotografisches Zeugnis:

Das mit den Reflexionen
hätte mir hier aber
auch nichts genützt

Ähnlichkeiten mit diesem Werk sind weder beabsichtigt noch nicht zufällig, aber dennoch nicht vom Backblech zu weisen, während Ähnlichkeiten mit diesem Werk beabsichtigt waren, aber leider nicht auf dem Backblech zu sehen waren.






Freitag, 7. Juni 2013

DAS MORGENBAD AM SCHWEDENTAG

Wenn ich nicht hier bin ...
Heute (oder besser gesagt gestern, es ist tatsächlich schon mal wieder ein Uhr nachts) war Nationalfeiertag in Schweden und anders als im vergangenen Jahr glänzte der falsche Feiertag
mit geradezu sensationellem Wetter – überhaupt scheint hier seit gut zwei Wochen fast nur die Sonne, dass man sich die ganze Zeit kneifen will, ob das dann eigentlich sein kann. Meistens war es dabei zwar relativ frisch, aber nach diesem Winter und angesichts der Wetter- und Hochwasser-Horrormeldungen aus Deutschland beklagt man sich lieber nicht über ein paar Grad weniger – jedenfalls solange der Rest stimmt. Außerdem schlaffe ich nach einer Phase, in der ich aus diversen Gründen monatelang nonstop arbeiten musste, inklusive Wochenende, endlich mal sehr angenehm ein kleines bisschen ab und gönne mir hin und wieder auch mal eine kleine Auszeit – das fühlt sich ganz großartig an.

...bin ich auffem Sonnendeck
(oder andersrum)
Da kam mir der heutige Morgen hervorragend zupass. Es war einfach perfekt. Sonnenschein, blauer Himmel ohne jedes Wölkchen, um die 20 Grad, in der Sonne auch mehr. Wie geschaffen für ein morgonbad. Ein Hobby, dem ältere Schweden, die in Meer- oder Seenähe leben, gerne rund ums Jahr frönen. Da sieht man dann die älteren Herrschaften schon mal ganz selbstverständlich im Bademantel und Badelatschen durch die Stadt radeln oder flanieren, was mich jedes Mal in Entzücken versetzt.  Weicheier wie J. und ich morgenbaden allerdings nur an Tagen wie dem heutigen. Der Begriff morgonbad ist übrigens eine absolute Übertreibung, es besteht normalerweise eigentlich nur aus ein oder zwei kurzen Dips ins Wasser, in diesem Fall die Meerenge des Öresunds zwischen Schweden und Dänemark. Die Strandpromenade und das dortige Sonnendeck sind von unserer Haustür aus ungefähr drei Minuten entfernt. Zu Fuß. (Der Strand ist etwa in fünf Minuten erreichbar, allerdings ist der im Moment, zumindest im südlichen Teil, mit beachhandboll-Toren und allerlei Buden – Pommes, Eis, Getränke – zugestellt. Im Juli wird auf den Beach-Handball dann bedauerlicherweise der Beach-Soccer folgen. Aber egal. Abends ist dann ja wieder Ruhe.)

Links hinten erkennt der geübte Anglist
die Wohnstatt eines gewissen Herrn Hamlet
Vom Nationalfeiertag merkte man eigentlich nicht viel, abgesehen davon, dass in der Konditorei Vivex bei uns um die Ecke (in der ich nach dem Bade ganz unschwedisch ein Croissant erstand) massenhaft  Sverigebakelse – Schwedengebäck – herumstand, eine Süßigkeit, so wurde mir erklärt, bestehend aus Karamell-tjofräs (tjofräs heißt so viel wie Gedöns oder Dingsbums) mit Karamell-Sahne an Karamell mit Schwedenfähnchen. Da ich Karamell mehr oder weniger nur auf Crème brûlée akzeptiere, fiel mir das nej, tack! nicht schwer.


Aber bevor ich jetzt wieder viel zu viel erzähle, kommt hier stattdessen eine kleine Bildergeschichte des heutigen Tages ...

Dass man ja nicht auf dumme
Ideen kommt

Stilbewusste Schweden von Kindesbeinen an:
Die Badehose wird farblich passend
zur Meerenge getragen
Erfrischend! Der Öresund hatte noch nicht so
richtig Gelegenheit, sich aufzuwärmen ...


Das weiß auch dieser Mann!

Ungerührt von unerschrockenen Badenden
zieht die Fähre Helsingborg – Helsingør
ihre Bahnen

Man sieht es nicht auf Anhieb:
Hier versteckt sich jede Menge Karamell.
Will sagen: Och nö.

Hier hätte ich schon eher zugegriffen,
aber ich hatte ja Croissant-Hunger

Achtung: Hier handelt es
sich nicht
um Gebäck, auch wenn
der Köder geschickt getarnt wurde


Sonntag, 2. Juni 2013

ICH BIN VERLIEBT IN SCHWEDEN – DOCH DIESE EINE LIEBE WIRD NIE ZU ENDE GEH'N*

Eine Wolke stört noch keinen Sommer
Heute in der WELT AM SONNTAG und online: Mein Artikel über Baltrum, die Insel meiner Kindheit. Nach mehrjähriger Pause habe ich entdeckt, dass es ohne sie nicht geht – bei aller Liebe zu Schweden und den Schweden und einem Schweden im Speziellen
Die Hauptpersonen des Artikels sind übrigens auch die Protagonisten des in knapp drei Wochen endlich erscheinenden Werkes Verliebt in Schweden: Eine Geschichte ohne Elch, aber mit Herz.
Will sagen: J. und ich. Insofern passt dieser Eintrag trotzdem irgendwie hierher. Eine kleine ergänzende Information zum Welt am Sonntag-Text: Den Anfang des Baltrum-Artikels hat die Redaktion etwas gekürzt, dadurch erscheint Karen Kammer leider etwas unvermittelt in der Szenerie. Die Biologin ist Chefin des Nationalpark-Hauses auf Baltrum und ihr verdanken wir eine wunderbare lehrreiche Wanderung auf dem sieben Kilometer langen Gezeitenlehrpfad.



Die Flagge des Café Kluntje

Der weltbeste Apfelstreusel,
selbstverständlich MIT

Künftiger Keksdieb sondiert die Lage

*Diese eine Liebe wird nie zuende geh'n!
Wann werd ich sie wiedersehen?
Manchmal schließe ich die Augen,
stell' mir vor ich sitz am Meer.
Dann denk' ich an diese Insel,
und mein Herz das wird so schwer!
Diese eine Liebe wird nie zuende geh'n!
Wann werd ich sie wiedersehen?

(Die Ärzte)



Freitag, 31. Mai 2013

ENDLICH SOMMER!

Midsommarstång –
nicht in Fredriksdal, aber in Arild
Bald schreibe ich auch wieder richtige Blogeinträge, mein aktuelles Projekt neigt sich dem Ende  – ich glaube es wohl erst, wenn es wirklich durch ist. Lesestoff über Schweden gibt es aber schon vorher. In den Zügen der Deutschen Bahn liegt ab heute die Juni-Ausgabe der DB MOBIL aus, in der Ihr meinen Text zur Mittsommerfeier im Helsingborger Freilichtmuseum Fredriksdal findet, das wir im vorigen Jahr getestet haben. Zur Online-Ausgabe des Artikels geht es hier: ENDLICH SOMMER!
Es sind zwar noch drei Wochen bis Mittsommer (und damit drei Wochen bis es heißt: ENDLICH BUCH!), aber man darf sich ja schon mal vorfreuen ...
Viel Spaß beim Lesen – ich freu mich sehr über Kommentare!


Mittwoch, 8. Mai 2013

LEBENSZEICHEN AUS DEM TIEFEN INNEREN DES ARBEITSBERGES

Hallo! Hallo! Mein lieben Leute, ich habe Euch nicht vergessen und vermisse Euch. Ja, ich lebe noch, ich bin lediglich verschüttet unter einem Arbeitsberg und werde mit Deadlines massiv bedroht. Bitte habt Geduld mit mir, nur ein paar Wochen noch, spätestens im Juni bligge – BLIGGE? – nein, BLOGGE ich auch wieder richtig. Ihr seht: Ich hacke wie ein blindes Huhn auf der Tastatur rum. Dann erzähle ich Euch vom Frühling in Schweden, vom Fahrradfahren, vom Meer, dann backe ich für Euch, jawohl, dann hole ich Pauken und Trompeten hervor und vielleicht auch das ein oder andere "ö" und dann, Ende Juni, kommt auch bald unser Buch (aber dazu mehr zu gegebenem Zeitpunkt!) Bis dahin bitte ich Euch, mir und diesem Blog gewogen zu bleiben!
Das Café am Ende des Tunnels

Samstag, 6. April 2013

AUF DEN MOND GEPRESST – ODER WARUM MAN NIE WEISS, WAS MAN BRAUCHT, BIS MAN ES HAT

Es gibt Dinge, von deren Existenz man keine Ahnung hatte und plötzlich glaubt man, ohne sie nicht mehr leben zu können. Presskegel zum Beispiel. Etwas, das ich noch bis vor Kurzem noch dem Bereich der Beckenbodengymnastik zugeordnet hätte. Und natürlich die Santos 11. Nicht umsonst erinnert ihr Name an Apollo 11. Ihre Eleganz weckt tatsächlich (mit etwas Phantasie) Assoziationen an eine Mondrakete. Nicht einen Augenblick zweifle ich daran, dass man sie auch im schwerelosen Raum benutzen könnte, da fallen ihre Kilos auch nicht so ins Gewicht. Gut, wenn da nicht die Sache mit der Nummer 11202 wäre...

Startklar für die Mondexpedition? Detail 1
Doch der Reihe nach! Um meiner "weitschweifigen Art", wie  Dirk sie genannt hat und die ich mir nur hier im Blog erlaube(n darf) alle Ehre zu machen, muss ich natürlich wieder ein wenig ausholen. Ich ging vor einigen Tagen, als es zu kalt zum Joggen war, mal wieder spazieren. Das mache ich vorzugweise am Meer, entlang der  Helsingborger Srandpromenade, dabei passiere ich unter anderen das Restaurant Pålsjökrog mit seinem Strand und dem pittoresken Kallbadhus, einer Saunaanlage mit Meeranschluss, die ich irgendwann auch noch mal ausprobieren werde.

Die Ringe des Saturn? Detail 2
Genau dort, auf dem Fußgängerweg zwischen Kallbadhus und Pålsjökrog las ich an diesem Tag auf der Tafel, auf der sonst für das Sonntagsbrunch geworben wird, allt bortskänkas – alles zu verschenken. Ich folgte mit dem Blick dem aufgemalten Kreidepfeil und sah allerlei Firlefanz, der auf der offenen Veranda vor dem Haus, in dem augenscheinlich renoviert wurde, angehäuft war. Auf Anhieb identifizierte ich ein Waschbecken, einen Kinderhochsitz und jede Menge Kartons und Körbe, aus denen Sachen hervorlugten, die sich nicht auf den ersten Blick näher bestimmen ließen.  Ich kam neugierig näher. In den Behältern fand ich so unterschiedliche Dinge wie alte Kaffeetassen, Gesundheitslatschen, Dekokrempel – etwa einen julbock aus Stroh, Küchentücher, Fleecedecken, Besteck, Plastikdeckel ohne Dosen, Edelstahldosen ohne Deckel, und massenhaft nicht sofort eindeutig identifizierbares Küchengerät, mehrheitlich völlig versifft und in seine Einzelteile zerlegt und auf diverse Kartons verstreut.

Es dämmerte bereits, aber es gelang mir, aus dem Durcheinander die Einzelteile eines etwas angerosteten Mixers herauszufischen. Aufgeregt trug ich den Fund nach Hause und siehe da: Das Mixgerät funktionierte. Nach einer Runde in der Spülmaschine sah der Glasbehälter wie neu aus,  nach einer Behandlung des Fußes mit Stahlwollpads – J. hat das übernommen – galt das fürs gesamte Gerät. Der Milchshake-Zubereitung stand nichts mehr im Weg. Endlich! Seit Jahrzehnten lebte ich ohne Milchshakes, wie hatte ich das bloß ausgehalten?

Ich fasste den Entschluss: Da geh ich morgen noch mal gucken, ob ich nicht noch was finde, von  dem ich nur noch nicht wusste, dass ich es dringend brauche!

Gedacht, gemacht. Doch am nächsten Tag schienen zunächst die interessanteren Stücke abgegrast. Ich betrachtete längere Zeit eine Backform von Ikea – bis ich den Beschluss fasste, dass wir wirklich nicht noch mehr Backformen benötigen. Dann wühlte ich mich durch diverse verwaiste Küchemaschinenutensilien und fragte mich, wo wohl die Küchenmaschine dazu war, denn die könnten wir wirklich gebrauchen. Wahrscheinlich, weil mich dieser Gedanke unterbewusst auf etwas Größeres und Maschinenartiges programmierte, nahm ich sie überhaupt wahr, als ich gerade schon gehen wollte. Nur im Augenwinkel blitzte ein Zipfel von ihr hinter dem Waschbecken und der Kiste auf, auf der dunkelblaue Aschenbecher in Fischform um Aufmerksamkeit buhlten.

Eine Mundöffnung? Eine Höhle? Detail 4
Sie war limonengrün und voller seltsamer Krusten. Ich erkannte nicht gleich, wozu sie diente. Ich nahm einige der umliegenden rätselhaften Gegenstände in die Hand und kombinierte und probierte und schraubte, bis ich sicher war: Das hier gehört zusammen. Schließlich stand sie vor mir, die Santos 11. Verstaubt, verkrustet, aber – vielleicht – funktionsfähig. Ich trug sie über die Strandpromenade nach Hause, misstrauisch beäugt von Spaziergängern und mit einem Beinahekrampf im Arm – sie ist nicht gerade ein Leichtgewicht und mein Bizeps derzeit etwas untrainiert.

Zuhause in der Küche kam der große Moment: Ich stöpselte das staubige Kabel ein und – sie rotierte! Ich warf die abnehmbaren Teile in die Spülmaschine, J. schrubbte ihren wohlgeformten Kurven, bis die Krusten fort waren und ihr limonengrüner, gut fünf Kilo schwerer Metallkorpus wieder leuchtete wie eine gut gepflegte Vespa. Ich suchte derweil im Internet, ob auch wirklich alle Teile dabei waren. Dabei erfuhr ich, dass die Gastronomiezitruspresse Santos 11 seit 1954 im nahezu unveränderten Design vom französischen Hersteller bei Lyon gebaut wird. Ein Klassiker also! Neupreis ab etwa 270 Euro! Bei unserem Gerät fehlte allerdings das Teil mit der Nummer 11202. Ein Teil, das oben auf den Spritzschutz kommt, unklar, ob es nur zur Dekoration dient oder noch zusätzlich vor Gespritze schützt! Und das Zubehör 11103 und 11101, letztere die Presskegel für Grapefruit und Limonen und Zitronen! Mit dabei war nur der Orangenpresskegel.

Eine Vespa? Fast!
Natürlich war klar: Wir brauchten diese Dinge! Dringend! Okay, gut, eigentlich mag ich keine Grapefruits und für alles andere glaubten wir bisher super mit unserer kleinen Plastikpresse für ca. 1 Euro zurechtzukommen, aber das war natürlich eine primitive vorzivilisatorische Einbildung.
Im Neanderthal wusste man auch nicht, dass es sich mit Zentralheizung besser lebt.

Hier entdeckte ich die notwendigen Teile. Den "Black Squeezer Cone-Bulb for Grapefruit" für schlappe 15, 86 Euro, den  "Black Squeezer Cone-Bulb for Lemon" für den gleichen Preis und den "Ornamental Ring Anodized Aluminium" für läppische 23, 92 Euro.  Macht ja lediglich 55,64 Euro.
Okay, zuzüglich zu den entstehenden Gebühren, um ein Gewerbe anzumelden, damit ich im Gastrohandel überhaupt einkaufen kann. Lächerlich, wenn man bedenkt, dass wir die Santos 11 völlig gratis bekommen haben! Was wir da gespart haben!


Die Santos 11 ist: eine Zitruspresse!
Originaldesign von 1954.
Dieses Modell ist
allerdings von 1985




Hier übrigens Santos' Freundin Melissa,
die wir zunächst adoptiert haben

Sonntag, 31. März 2013

AN INDECENT PROPOSAL – AND A COUPLE OF MIRACULOUS TRANSFORMATIONS

The German publisher transformed the worms
into a gardener, the English publishers still
did not come to a conclusion
No. This posting (für die deutsche Version bitte hier entlang) is not about the books to the right, at least not directly. They are more like the cornerstones, if you will. First things first: a couple of days ago I received a package from Adlibris, a Swedish online book shop. The cardboard box contained reading nourishment for the near future: two novels by Håkan Nesser for me – Maskarna på Carmine Street, which means "Worms on Carmine Street" (for the German edition the title has been transformed into "Die Perspektive des Gärtners" – The Perspective of the Gardener – since the publisher apparently found the idea of worms/maggots a bit too unappealing for a title) and Himmel över London (which, as far as I know, still hasn’t been translated into German). For J. there was the third and final part of Haruki Murakami’s trilogy IQ84.

Some time ago I decided to re-read Håkan Nesser novels that I already knew in German in their original tongue, in order to prevent my Swedish to deteriorate (you can read about that here, but so far only in German). As a little help I kept the German editions nearby – but since then I’m rather proud to say that I haven’t needed any of those, except for a thesaurus every once in a while. I’m not going to re-tell, not even thoroughly describe, the story of when I met Håkan Nesser, his wife Elke and their dog Norton in New York a couple of years ago. It’s sufficient to say that it happened, as a matter of fact, on Carmine Street. And perhaps add, once again, that the photos for the resulting article were taken by Dirk Eusterbrock whose wonderful photo-blog "Emotive Pixelations"  can be found here.

No, I did not move to a gambling den,
but the next post office is located
in a lottery hotspot
No, today I wanted to talk about the address of the sender of the package. Or rather: the place from which the parcel was sent. As I walked back home my gaze fell on the sticker with the sender’s address. It said: Morgongåva. Morning gift. The gift of the morning. How poetic, I thought, and decided to ask J. if he knew about the place and then I thought about other things. When J. got home I tapped on the package and said: “Look where this comes from”. He nodded and replied: “Do you know what that means?”.  I shook my head and said: “Tell me!”. So J. explained that, since the bride’s family had to pay a dowry, a morgongåva was a gift that her future husband should give her on the morning of the wedding day. It was supposed to be valuable and it would belong to her alone, as a form of security in case things went wrong in the future, and the groom usually paid for it with a part of the dowry.

However, that wasn’t the whole story. Several folkloristic theories circulate about how the place actually got its name in the first place. One version has it that a large estate owner in the region of nearby Uppsala in the 17:th century had an affair with one of his maidservants. And it happened, as it usually does, that the maid got pregnant. The estate owner got scared stiff - probably not without reason – that his wife would give him a proper, loud and thorough piece of her mind and promptly expel the maid from the household in case the truth would surface. What to do? Yes! He got hold of an unmarried farmhand and bribed him to marry and care for the maid, including the child to be, in return for a small piece of land that he could give the girl as a morgongåva. The boy happily accepted the deal and I presume that no one asked the girl, but what was she to do, after all? Maids with means to sustain themselves and their illegitimate children were few and far between in those days. In any case, the little homestead grew into a village and eventually came to be known as Morgongåva – today a little hamlet with a couple of thousand inhabitants. In another version of the story the unfaithful husband was a duke, no less.

Which version comes closest to the truth – if any of them do  – or if it’s simply sprung out of the need for gossip among the populace as the boring, actual truth – husband gives wife homestead as wedding present – turned into a juicy ménage à trois (which is my insider’s tip on this explosive issue) appears to be forever lost in the mists of time. No matter what, I can’t help thinking of Christmas gifts. What if Joseph was actually bribed by some unknown man who preferred to be anonymous, using the alias “Holy Ghost”? Food for thought …

Translation from German o English by Joakim Montelius