Freitag, 20. Juni 2014

GLAD MIDSOMMAR - MIT "SVANSK" FISKSOPPA UND EINEM GEWINNSPIEL!

Heute ist midsommarafton  – und zur Feier des Tages könnt Ihr hier bei "Verliebt in Schweden" etwas gewinnen. Nämlich drei 25-Euro-Gutscheine für Onfos, den tollen Münchner Online-Shop für schwedische Lebensmittel und einiges Schwedische mehr (während es parallel im Onfos-Blog auch etwas ganz Besonderes zu gewinnen gibt ...). Von Abba-Sill über typisch schwedische Buttermesser, Kalles Kaviar, schwedischen Whisky bis hin zu Zeitschriften und Zoégas Kaffee aus der Rösterei in unserem schönen Wohnort Helsingborg bekommt Ihr dort alles, was das sich nach Schweden sehnende Herz begehrt. Unter anderem hat Onfos einen hervorragenden Fischfond im Programm, der in unserer Küche häufig zum Einsatz kommt (auch wenn wir ihn hier vor Ort kaufen) und mit dem Joakim seine wunderbare fisksoppa zaubert. Diese fisksoppa bildet heute den würdigen Auftakt zu unserem kleinen Mittsommerbuffet, an dem es natürlich auch bei uns das klassische Mittsommeressen geben wird – also sill, Kartoffeln mit Sauercreme und Schnittlauch, Västerbottenpaj und natürlich als Nachtisch jede Menge saftige jordgubbar. Nur Schnaps und Bier werde ich mir in diesem Jahr verkneifen – angesichts gewisser und ganz wunderbarer Umstände.

Svansk fisksoppa,
fein in französische Schale
geworfen – schmeckt (auch) zu Mittsommer
In Joakims svanska (Wortmix aus svensk = schwedisch und fransk = französisch) fisksoppa vereinen sich schwedische Aromen aufs Vorzüglichste mit französischen. Das ist gar nicht so seltsam, denn die schwedische Küche wurde im Laufe der Zeit ordentlich französisch gewürzt. Bereits König Gustav III. liebte Ende des 18. Jahrhunderts Frankreich und die französische Küche und sprach angeblich mit seiner gesamten Familie nur Französisch. Seit dann die Schweden einige Jahrzehnte später mangels royaler Nachkommen kurzerhand 1810 den französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte als Kronprinz importierten (man muss sich nur zu helfen wissen), wurde es dann noch frankophiler. Jean-Baptiste – seit seiner Krönung im Jahr 1818 besser bekannt als Karl XIV. Johann – ist ein direkter Vorfahre des jetzigen Königs. Kalle, der alte Haudegen, brachte die hungernden Schweden zum Beispiel darauf, dass man die überall wachsenden Steinpilze tatsächlich auch essen kann – seitdem heißt der Steinpilz in Schweden zum ewigen Dank karljohansvamp.

Steinpilze gehören allerdings nicht zu den Zutaten in Joakims Suppe, dafür viele andere delikate Dinge. Als da wären (für vier bis fünf Portionen):



400 - 500 g weißes Fischfilet, auch gern tiefgefroren, zum Beispiel Kabeljau (aus nachhaltiger Fischerei, mindestens mit MSC-Siegel), sowie – nach Geschmack und Verfügbarkeit – Shrimps, Krebsschwänze, etc.

4 - 5 Knoblauchzehen
1 - 2 rote Zwiebeln
1 rote oder orange, mittelscharfe Chilischote

3 - 4 Möhren
5 - 6 durchschnittlich große Kartoffeln
1/2 Knollensellerie ODER 1 Fenchelknolle
2 Pastinaken ODER 2 Petersilienwurzeln
5 - 6 Kirschtomaten
1 Stange Lauch

1,5 dl Weißwein (wir verwenden derzeit alkoholfreien)
2 Esslöffel Fischfond (oder mehr, bitte selbst abschmecken)
2 - 3 dl Sahne oder Schmand
1 unbehandelte Zitrone
2 - 3 Esslöffel Weizenmehl
Wasser

1 Teelöffel Anis (kann man weglassen, wenn man den nicht mag)

1 Esslöffel Estragon (französischer Akzent) 
ODER
1 Esslöffel fein geschnittener Dill (schwedischer Akzent)

2 Teelöffel Kurkuma 
ODER 
ein kleines Tütchen (0,5 g) Safran (für die besonders französische Variante, in diesem Fall bitte Estragon statt Dill verwenden)

Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Vorbereitung:

- gefrorenen Fisch auftauen, frische Filets mit kaltem Wasser abspülen
- Krustentiere (so vorhanden) pulen und kalt stellen
- Knoblauch schälen und mit der Seite des Küchenmessers leicht anpressen
- Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden
- Chilischote fein hacken
- Paprika entkernen, waschen und würfeln

- Kartoffeln und Knollensellerie (oder Fenchel) schälen, in ca. 2 cm große Würfel schneiden
- Möhren schälen und in mittelstarke Scheiben schneiden
- Lauch waschen, 2/3 des Lauchs in grobe Ringe schneiden, 1/3 in sehr feine Streifen
- Pastinaken (bzw. Petersilienwurzeln) schälen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden
- Kirschtomaten halbieren

- Zitrone waschen und die Schale fein reiben
- Zitrone auspressen
- Wein und Sahne/Schmand abmessen
- Kräuter und Gewürze bereitstellen

Zubereitung: 

Ihr braucht einen großen Topf, am besten einen gußeisernen (Joakim schwört auf seinen orangefarbenen Le Creuset, eine leichte Frankophilie schlummert also auch in unserem Hause). Olivenöl darin bei mittlerer Hitze erwärmen. Knoblauch, Zwiebeln und Chili zugeben und einige Minuten andünsten.

Sämtliche Wurzelgemüse (alles, was unter der Erde wächst, also auch die Kartoffeln) zugeben, umrühren und andünsten – das Gemüse soll keine Farbe annehmen.

Anis, Kurkuma (oder Safran) und Weizenmehl zugeben, umrühren.
Eine Minute dünsten. Dann so viel Wasser zugeben, dass alles gut bedeckt ist.
Gut umrühren.

Wein, Zitronensaft und Fischfond zugeben. Umrühren. Deckel auflegen und bei mittelschwacher Hitze ca. 15 - 20 Minuten kochen lassen bis die Möhren anfangen, weich zu werden.

Nun Fisch, Sahne (oder Schmand), Zitronenschale, Lauch (außer den Deko-Streifen), Tomaten, Paprika und Estragon (oder Dill) zugeben. Aufkochen, dann Hitze reduzieren und ohne Deckel köcheln lassen bis der Fisch fertig ist. Das dauert etwa 10 - 15 Minuten.

Mit Salz, Pfeffer und eventuell mehr Fischfond abschmecken.

Umrühren und mit dem in Streifen geschnittenen Lauch und eventuell einer Messerspitze zusätzlichem Dill (falls man kein Estragon verwendet) servieren. Eventuell vorbereitete Schalentiere hinzufügen.

Dazu schmeckt frisch gebackenes Baguette oder helles Sauerteigbrot – z.B. mit Butter, Olivenöl oder Aioli – ausgezeichnet.

Mitmachen und 25-Euro-Gutscheine
gewinnen!
Smaklig måltid!

Was Ihr tun müsst, um die angekündigten Einkaufsgutscheine zu gewinnen? Verratet uns einfach in einem Kommentar bis zum 15. Juli, was Euer schwedisches Lieblingsessen ist und vor allem, warum! Aus allen Kommentatoren werden wir dann Mitte Juli die drei glücklichen Gewinner ziehen. Kleiner Tipp: Lasst Euch doch einfach im Onfos-Shop inspirieren!  Lycka till!

Onfos wurde übrigens von ein paar waschechten Schweden gegründet, darunter die aus Uppsala stammende Linda Karlsson. Linda ist Journalistenkollegin und macht von München aus ungefähr das, was ich (d.h. Stella) von Helsingborg aus mache – während Linda allerdings für schwedische Zeitungen schreibt, schreibe ich für deutsche. Hier ist ein kleines Interview mit ihr:

Linda, wie kam es dazu, dass du aus Uppsala nach München gegangen und vor allem dort geblieben bist? 
Ich wollte Deutsch lernen und habe mich einfach in München als Stadt verliebt. Es ist auch spannend, in einem Land zu leben, das so viel politische und wirtschaftliche Bedeutung hat.

Was vermisst du an oder aus Schweden am meisten?
In Schweden sind viele Dinge etwas unkomplizierter, vor allem der Umgang mit Behörden. Mir gefällt es auch, dass wir das „Sie“ nicht verwenden. Seit der Du-Reform in den 60ern ist der Schwede mit allen außer den Mitgliedern der Königsfamilie per Du. Allerdings ist meine Heimat nur zwei Stunden per Flugzeug entfernt, wenn das Heimweh zu groß wird.

Linda von Onfos
Wie ist das Onfos-Team auf die Idee gekommen,schwedische Lebensmittel in Deutschland zu verkaufen?
Es ging los mit bestimmten Waren, die uns selbst immer wieder fehlten. Ein Kollege ist Halbschwede und ihm fehlte stets Bregott für sein Butterbrot. Bei mir ging es in erster Linie um die Süßigkeiten wie Djungelvrål, Dumle und Schokolade von Marabou. Zusammen haben wir uns überlegt, wie man einen Weg finden könnte einen schwedischen Supermarkt nach Deutschland zu bringen. Wir wollten nicht nur die Klassiker wie Knäckebrot und köttbullar anbieten, sondern alles was man dort kriegt. Das hat geklappt – dank einer tollen Zusammenarbeit mit ICA Maxi in Helsingborg. Mit mehr als 5000 Waren ist Onfos der größte Shop für schwedische Lebensmittel in Deutschland. Darauf sind wir sehr stolz.


Anmerkung: Für diese Aktion ist zu keinem Zeitpunkt und von (oder zu) keiner der beiden beteiligten Seiten Geld geflossen. Den erwähnten Fischfond kaufen wir seit Jahren in verschiedenen Lebensmittelgeschäften in Schweden. Wir benutzen ihn, weil uns die Qualität überzeugt und zwar völlig unabhängig von diesem Posting oder dem Onfos-Shop. 







 










Donnerstag, 19. Juni 2014

MORGEN IST MIDSOMMARAFTON ...

... und dann gibt es hier im Blog etwas Delikates zum Nachkochen und vor allem etwas ganz Tolles zu gewinnen! Mehr wird jetzt noch nicht verraten, aber schaut unbedingt morgen noch einmal hier herein – es lohnt sich, großes Ehrenwort!

Übrigens, wenn Ihr keinen Blogeintrag verpassen wollt, empfehle ich das Abo per Email (Feld oben rechts) oder Bloglovin' (rechte Spalte, Mitte), denn auf Facebook geht "dank" der facebookschen Selektionspolitik gerne mal was unter – und bei Twitter muss man den Moment des Tweets abpassen. Eure Emailadressen werden selbstverständlich von uns zu nichts anderem als zum Verschicken des Blogs verwendet! Bitte denkt daran, dass Ihr Eure Emailadresse einmal bestätigen müsst, damit das Blog-Abo von "Verliebt in Schweden" aktiv wird. Dafür wird Euch ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse geschickt, auf den Ihr einmal klicken müsst. Nach diesem Klick bekommt Ihr jeden hier erschienenen Blogeintrag bequem frei Haus!

Besonders wichtig: Alle, die diesem Blog über Google Friends Connect folgen, empfehle ich, noch eine zusätzliche Abo-Möglichkeit zu nutzen, da "Verliebt in Schweden" in absehbarer Zeit umziehen und Blogger verlassen wird!

Nur noch einmal schlafen,
dann ist Midsommarafton
und das wird natürlich auch in
Helsingborg gefeiert.
(Das Bild zeigt die Terrasse des
wunderbaren Restaurants
Sillen & Makrillen)



Donnerstag, 5. Juni 2014

MORGENS UM ACHT IST DIE WELT NOCH IN ORDNUNG? DAS SCHWEDISCHE ABIFEST – MAL GANZ NÜCHTERN BETRACHTET

Mit einer solchen Mütze gepocht und
ganz sicher nicht nüchtern: schwedische
Abiturienten
Das da oben ist eine studentmössa, eine Abiturientenmütze. Heute ist in Helsingborg nämlich studenten, wie in Schweden die Abiturfeierlichkeiten in Antizipation des sich anschließenden Studiums heißen. Statt nun aber bescheiden an der Schule einen Abistreich zu organisieren, setzen sich der schwedische Abiturient und die schwedische Abiturientin  eine solche Mütze auf und lassen sich auf offenen Lastwagen zusammen mit erheblichen Mengen Alkohol (sowie erheblichen Mengen Fußballtröten und begleitet von erheblich mieser Musik) durch die Stadt kurven. Viele Abiturienten und auch solche, die es in ein paar Jahren erst noch werden wollen, fangen allerdings bereits Tage früher mit der Feierei an. Z.B. die Jungs aus dem Haus gegenüber, die wir zunächst am Montag grölend und mit einem dieser beängstigenden Einflöß-Trichter für Hochprozentiges beobachten konnten. Dieselben Jungs erspähten wir dann am Dienstag, wie sie eher leise und ziemlich blass herumschlichen.

Auf den ersten Blick scheint all das wenig damit zu tun zu haben, dass ich heute morgen um acht eine Kontrolluntersuchung bei der Hebamme – der barnmorska – hatte. Ich war, um es vorsichtig auszudrücken, eher mittelmäßig gelaunt, denn es stand eine vorsorgliche Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes auf dem Programm.  Darum hatte ich am Morgen weder Nahrung noch Kaffee zu mir nehmen dürfen  – und zwar nicht mal den entkoffeinierten, mit dem ich derzeit meine Brühe verdünne. Außerdem war ich um kurz vor vier in der Nacht aufgewacht und hatte bis vor kurz vor sechs nicht wieder einschlafen können. Ich war also hundemüde und hatte Hunger bis unter die Arme. Die Laune wurde auch angesichts der Aussicht, dass mir noch mindestens zwei nüchterne Stunden bevorstanden, nicht besser: Das ist nämlich die Zeitspanne, die man nach dem "Genuss" eines Glases Zuckerwasser untätig herumsitzen muss, damit die Untersuchung relevante Ergebnisse bringt. Das Ganze wurde nur dadurch gemildert (das allerdings erheblich!), dass der weltbeste Mann, nämlich J.,  darauf bestanden hatte, mit mir aus Sympathie zu fasten und mich zu begleiten!

Doch was geschah, als ich gerade auf den Parkplatz vor der barnmorskemottagning einbiegen wollte?
Ich wurde angehalten.
Von der Polizei.
Ich ließ das Fenster runter.
Der Polizist brummte: "Nykterhetskontroll!"
Eine Alkoholkontrolle.
Oder, genauer übersetzt, eine "Nüchternheitskontrolle".
Morgens ums acht.
Vor der Hebammenpraxis.
Weil irgendwelche pubertierenden Endgymnasiasten sich mit Trichtern seit Tagen die Birne zudröhnen.

Zwar konnte man nicht nüchterner sein als ich es in diesem Augenblick war (und zwar, wie gesagt, in jeglicher Hinsicht!), aber da ich schon etwas spät dran war, deutete ich auf meinen inzwischen doch sehr deutlich sich wölbenden Bauch, in der Annahme, dass der Beamte mich dann sofort durchwinken würde:
"Sie sehen vielleicht: Ich bin schwanger!"
Meine Annahme erwies sich als irrig.
"Tut mir leid, Sie müssen trotzdem pusten!"
Ich kann mir nur vorstellen, wie mein Blick ausgesehen haben muss, aber vermutlich ist er nicht so ausgefallen, als würde ich mein Gegenüber für einen mitdenkenden Menschen halten. Mutmaßlich nicht mal für einen denkenden.
Ich kann nämlich leider nur sehr schlecht verbergen, was so in mir vorgeht.
Der Polizist hielt mir beharrlich das Röhrchen entgegen.
Okay, gut, ja, wenn der Herr Wachtmeister das nun unbedingt wollte – ich pustete also.
Leises Kichern drang derweil vom mit dem weltbesten Mann – nämlich J. – besetzten Beifahrersitz.
Der Polizist warf einen ernsten Blick auf das Messgerät.
Dann erklärte er ebenso ernst: "Sie sind nüchtern!"
"Na, das ist ja eine Überraschung!", entgegnete ich.
Und schon war die erste Alkoholkontrolle meines doch mittlerweile recht langen Lebens vorüber.
Morgens um acht.
Schwanger.
Vor der Hebammenpraxis.
Wer hätte das gedacht?

Auch die weiteren Kontrollen des Morgens (auf Diabetes, Eisen, Eiweiß) ergaben nur Bestwerte. Zum Glück ließ uns die Hebamme die zwei Stunden Wartezeit im gerade ungenutzten Gemeinschaftsraum verbringen – schlummernd, auf dem Sofa (ich) bzw. Gymnastikmatten (J.). Als wir dann erfrischt endlich um halb elf zuhause ankamen, schmeckte der Kaffee (ausnahmsweise gönnte ich mir den echten Stoff ohne Decaf-Anteil) und das am Morgen noch selbst gebackene Brot besonders gut. Die Welt war wieder in Ordnung.

Gerade wird gegenüber übrigens weiter gefeiert. Aber morgen ist Nationalfeiertag. Und da muss ich morgens um acht wirklich nirgendwohin.




Donnerstag, 29. Mai 2014

KOPENHAGEN BEI HELSINGBORG: MEINE TIPPS FÜR DIE DÄNISCHE HAUPTSTADT

Ja, ich wollte viel häufiger bloggen, aber ich habe ja mit der Schwangerschaft eine ganz gute Ausrede
Fröhliche Kopenhagener beim Tanz am
Amager Strand – einer von vielen
Kopenhagen-Tipps
im Moment. Schwangersein macht nämlich mitunter schlapp. Nach einem grandiosen Energie-Zwischenhoch im zweiten Trimester, ist die bleierne Anfangsmüdigkeit jetzt - leider – teilweise zurückgekehrt. Das Wetter tut ein Übriges dazu. Während nämlich Deutschland im Regen versinkt, regiert in Südschweden der blaue Himmel. Heute weht immerhin eine erfrischende Brise, aber wenn ich es mir in den vergangenen Tagen mit Rhabarberkuchen, Vanilleeis und Krimi in unserer Innenhofoase gemütlich gemacht habe, habe ich es etwa 20 Minuten ausgehalten, bevor ich mich wie ein Grillwürstchen gefühlt habe. Danach war dann erst mal ein Schläfchen angesagt. Ja, mitten am Tag, – endlich mal ein Vorteil des Freelancerdaseins. Es lebe der Biorhythmus!

Am heutigen Feiertag nehme ich mich aber mal zusammen – aus aktuellem Anlass. Meine St. Töniser Grundschulfreundin Iris, die ich erst kürzlich über das Business-Portal XING wiedergefunden habe (HIER geht es übrigens zu meinem Profil dort) fliegt nämlich morgen zum ersten Mal nach Kopenhagen. Kopenhagen? werdet Ihr jetzt fragen. Was hat das denn mit Schweden zu tun? War das nicht die Hauptstadt von Dänemark?

Das ist natürlich absolut richtig. Was viele nicht wissen: Helsingborg liegt gerade mal 55 km von Kopenhagen entfernt. Die Zugfahrt von Kopenhagen bis Helsingør dauert knapp eine Stunde, dann setzt man mit der Fähre nach Helsingborg über (und von uns aus eben alles umgekehrt). Da ich mal vier Monate in Kopenhagen gewohnt habe, werde ich immer wieder nach Tipps gefragt. Also dachte ich mir, dass ich die einfach mal hier poste – ich habe die Tipps natürlich auf Aktualität geprüft. (Da fällt mir ein: Liebe Redaktionen, ja, Ihr könnt mich tatsächlich auch mit Kopenhagen-Reportagen und anderen kopenhagenrelevanten Dingen beauftragen. Sagen wir, mit Interviews mit Mads Mikkelsen oder Helena Christensen oder wer sich da sonst noch so herumtreibt. Ich kann so was! Siehe z.B. hier oder hier

Erst mal ein paar allgemeine Punkte zu Kopenhagen

Holzauge, sei wachsam:
Kopenhagen ist teuer!
(Bild: Bademeisterwachturm in
Klampenborg)
Die Warnung vorab: Es ist teuer!

Unbedingt dänisches Bargeld mitbringen! Es gibt jede Menge Bars, Cafés, Restaurants und Läden, die nur Bargeld oder die so genannte (nur im Eigentum von Dänen befindliche) Dancard akzeptieren. Insbesondere, wenn man sich auch nur ein kleines bisschen aus dem direkten Zentrum weg bewegt. Verlasst Euch nicht darauf, dass Ihr schon irgendwo Geld ziehen könnt. An Feiertagen werden die Geldautomaten nicht nachgefüllt – kein Scherz! In meiner Kopenhagen-Zeit wurde ich an einem langen Feiertagwochenende Zeugin, wie Karawanen von Radfahrern vergeblich von Automat zu Automat pilgerten, um irgendwo ein paar Kröten zu bekommen. Unter den Pilgern: moi.

Nehmt kein Taxi vom Flughafen. Viel zu teuer! Stattdessen fährt Euch die Hightech-Metro M2 oder der Zug bequem ins Zentrum. Wenn Ihr aus dem Baggage-Claim-Bereich herauskommt, geht Ihr einfach stur geradeaus bis ans gegenüberliegende Ende der Halle. Die Metro ist oben, der Zug unten. Einfacher geht es nicht!



Ansehen oder nicht ansehen – das ist hier die Frage:

Die bunten hübschen Häuschen in Nyhavn (bzw. hier) muss man zumindest einmal gesehen haben, da haben die Reiseführer recht. Aber lasst Euch never ever dazu hinreißen, dort auch nur einen Kaffee zu trinken. Hier wurde das Wort "Touristenfalle" vermutlich erfunden und authentisch ist hier, sorry, gar nix mehr. Ihr bekommt inmitten von Touristenmassen wenig Mittelmäßiges für einen exorbitanten Preis. Bitte auch auf Eure Taschen achten!

Ja, schaut Euch ruhig die Kleine Meerjungfrau an, das ist ja schon so was wie ein Pflichtprogramm. Aber macht Euch drauf gefasst, dass sie viel kleiner ist als ihr glaubt. Sie ist ein zartes Persönchen und wirklich leicht zu übersehen. Übrigens hat die Dame inzwischen ein interessantes männliches Pendant namens Han (= er) im Helsingborg gegenüber liegenden Örtchen Helsingør (siehe auch unten unter "Ausflüge").

Seht Euch unbedingt Christiania an, die berühmte Freistadt, die inzwischen zum Freistaat geworden ist, da die alternativen Anwohner zumindest einen Teil der Gebäude und das zugehörige Gelände vom Staat kaufen konnten und es so vor der Umwandlung in teure Apartmentanlagen bewahrt haben. Hier gibt es auch leckere Sachen zu vernünftigen Preisen.

Vergnügungspark Tivoli (direkt am Bahnhof): Kann man machen. Muss man aber nicht. Finde ich.
Besonders ärgerlich: Anders als in anderen Vergnügungsparks bezahlt man einen (nicht unerheblichen) Obolus für den Eintritt und dann noch einmal extra für alle Fahrgeschäfte – und fürs Essen natürlich sowieso. Gerade Familien mit mehreren Kindern haben danach erst mal Ebbe in der Kasse. Dann doch lieber nach Klampenborg – siehe unten.

Zimmer 606 – Jacobsen, wohin man schaut
(Bild: Richard Moross - Original hier)
Das Royal Hotel Copenhagen (heute Radisson Blu) wurde ursprünglich von Arne Jacobsen gestylt. Man hat viel geändert, aber Zimmer 606 befindet sich noch im Originalzustand! Lasst es Euch zeigen, wenn es gerade nicht gebucht ist – oder, falls Ihr Euch gleich einmieten möchtet, fragt bei der Buchung danach!

Die Einkaufsstraße Strøget steht in jedem Reiseführer, ist aber – ganz ehrlich –  eine Einkaufsstraße wie jede andere, mit McDoof, Ketten und Konsorten. Anders gesagt: Wer die Schildergasse in Köln kennt, kennt auch die Strøget. Bummelt lieber auf der Parallelstraße Læderstræde – viel nettere Läden!

Jede Menge schöne Parks laden Euch ein, es ruhig angehen zu lassen. Ein besonderer Tipp und eine Oase der Ruhe ist der Assistens Kierkegård, der Friedhof, auf dem u.a. Hans Christian Andersen begraben ist. Hier in der Nähe, in der Struenseegade 15 A, findet Ihr auch den Showroom meiner Lieblingsschuhmarke Lola Ramona. Designerin Christina bekommt es hin, wundervoll individuelle Schuhe zu entwerfen – die meisten haben einen Hang zum Rockabilly, passen aber zu allem.

Falls Euch nach Sightseeing und Shopping (s.u.) ein wenig nach angenehmer Meeresbrise ist, nehmt die Flughafen-Metro M2 zum Amager Strand, kauft Euch ein Eis und glotzt rüber nach Malmö in Schweden. Oder, von mir aus, auch hübsche Dänen bzw. Däninnen an (siehe Bild unten).

Life is a beach – am Amager Strand,
dem Stadtstrand von Kopenhagen,
erreichbar per Metro M2
In kleinen süßen Souterrainläden super einkaufen – insbesondere Klamotten – kann man im bei Studenten beliebten Stadtteil Nørrebro in der Elmegade. Ich habe es ja eigentlich nicht so mit dem Shoppen, aber bei Foxy Lady habe ich einige meiner Lieblingsstücke erstanden. Tolles, sehr spezielles Design, weit weg von Massenware – und bezahlbar. Auch Cafés und nette Restaurants findet Ihr hier und am benachbarten Sankt Hans Torv (Torv heißt "Platz" auf dänisch). Wer unkompliziertes und nicht zu teures Nachtleben sucht, ist hier ebenfalls richtig.

Wenn es regnet oder Euch nach Ruhe ist, lege ich Euch die Glyptothek neben dem Tivoli mit ihren herrlichen Skulpturen ans Herz. Der verträumte Wintergarten mit seinem pergamentenen Licht und den ausgewachsenen Palmen entführt in eine andere Zeit. Bis vor einiger Zeit wurde das Café dort von Dänemarks Starkonditorin Mette Blomsterberg geführt, aber da meiner Erfahrung nach alle Dänen hervorragend backen können, könnt Ihr Euch bestimmt auch ihren Nachfolgern anvertrauen.

Das führt mich zum nächsten Punkt:

Cafés & Restaurants 

Bang & Jensen:
Spitzenfrühstück zum Ankreuzen
in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre
Fürs Frühstück und Brunch gibt's nix Besseres als das Bang & Jensen (Istedgade 130 im dauerangesagten
Stadtteil Vesterbro) in einer früheren Apotheke. Gut zu wissen: Einmal bestellt, könnt Ihr Euch den (normalen und sehr guten Filter-)Kaffee immer wieder nachnehmen.

Eine Kollegin, die halb in Kopenhagen lebt und besonders im Food-Sektor aktiv ist, empfahl mir jüngst das Café Atelier September . Ich habe es noch nicht ausprobiert, bin mir aber sicher, dass es ganz wunderbar ist!

Nach dem Shopping in der Innenstadt ist es Zeit für Smushi, einen Mix aus dem echten dänischen Smørrebrød und Sushi. Diese Kreation könnt Ihr im schrillen Royal Café genießen.

Wenn Euch nach hervorragender und möglichst authentischer dänischer Küche und großen Portionen ist, macht Euch auf ins Restaurant Puk. Schmeckt köstlich, ist aber nix für Kalorienzähler!

Falls Ihr den Trubel des berühmten Vergnügungsparks Tivoli nicht scheut, könnt Ihr Euer Smørrebrød zum Bier auch an Biergartentischen mit karierten Tischtüchern im Grøften probieren. Das hat mit Gruft nix zu tun, sondern mit Graben: Das Restaurant liegt in einer Senke.

Ein sehr schön gelegenes Café-Restaurant ist das Oven Vanden – das "Über dem Wasser" – im hübschen Stadtteil Christianshavn (in der Nähe von Christiania)

Lecker und stilvoll speist man in der Atlas Bar, im Süden des Zentrums gelegen.

Noch ein Smørrebrød-Tipp ist das Restaurant Tivolihallen (in der Nähe des Tivoli, aber nicht darin). Probiert unbedingt eines der Hering-Gerichte (= sild) zum Lunch (das Mittagessen heißt auf dänisch frokost, nicht zu verwechseln mit dem schwedischen frukost, das ist nämlich das Frühstück).

Im Norden der Stadt, gegenüber vom Rigshospitalet, einem von Lars von Triers schaurigen Lieblingsschauplätzen,  findet Ihr ein romantisches, französisch angehauchtes Restaurant namens Blegdammens Stjerne.

Im Süden der Stadt auf der Insel Amager, auf der auch der Flughafen und der Strand liegen, gibt es ein sehr empfehlnswertes und kein bisschen touristisches Café: Ingolfs Kaffebar. Liegt versteckt, lohnt sich aber.


Bars & Nachtleben

Ohne jeden Zweifel die schickste und wahrscheinlich beste Cocktail-Bar in Kopenhagen ist die K-Bar von Cocktail-Star Kirsten Holm. Mitten in der Stadt malerisch an einem Kanal gelegen. Stars und Sternchen beginnen hier ihren Abend – macht Euch auf Schlangen vor dem Eingang gefasst!

Alternativer geht es in der Wohnzimmer-Atmosphäre der Jolene Bar im hippen Schlachterviertel, dem Kødbyen (wörtlich übersetzt: Fleischdorf), zu. Hier trinkt man Bier statt Cocktails! Im Kødbyen findet Ihr auch noch einige andere Restaurants, Bars und spannende Galerien. Schaut Euch einfach um.

Altmodisches Flair hat die winzige Bobi-Bar im Zentrum. Hier sieht man alten Herren beim Schach zu, trinkt Cognac und – raucht. Aufgrund einer bizarren Gesetzesnische ist das Qualmen erlaubt: Wenn das Loka eine gewisse Größe nicht überschreitet, darf man zum Glimmstängel greifen.


Mit etwas mehr Zeit: Ausflüge

Keine Panik – formschön ist
hier in Klampenborg alles
In Klampenborg (Zug Richtung Helsingør) findet Ihr direkt hinterm Strand die von Arne Jacobsen gestaltete Wohnanlage Bellavista mit dem Bellevue-Theater. Außerdem den ehemals königlichen Wald Dyrehaven mit Ponyreiten und Wildgehege. Mit dem Dyrebakken gibt es sogar einen kleinen Vergnügungspark. Ein perfektes Ausflugsziel für Familien!

Kopenhagen ist reich und designbewusst. Auf Flohmärkten in der Stadt und vor allem in den reichen Vorstädten könnt Ihr darum großartige Schnäppchen machen, sowohl was Interieur als auch was Mode angeht. Einer meiner Lieblingsmärkte findet sonntags in Vedbæk von 9 - 14 Uhr  am und im alten Bahnhof statt (Vedbæk Stationsvej 20 A, Valhalla)

Bleibt Ihr ein paar Tage länger, solltet Ihr in Erwägung ziehen, den Zug zum wunderbaren Louisiana-Museum für Moderne Kunst im Örtchen Humlebæk (Zug Richtung Helsingør) zu nehmen. Mein Lieblingsmuseum auf dieser Welt! Yves Klein, Giacometti, Miró, Hockney ... Nach dem Rundgang lasst Ihr Euch im himmlischen Park mit Panoramablick hinüber nach Schweden auf die Wiese sinken. Entspannender kann ein Museums-Besuch nicht sein.

Von Humlebæk ist es dann nur noch ein Katzensprung ins malerische Örtchen Helsingør mit dem "echten" Hamlet-Schloss Kronborg – und – tata – der Fähre nach Helsingborg, wo wir wohnen. Was man in den beiden Helsingorten so machen kann, dazu findet Ihr eine erste Übersicht hier.

Zurück nach Hause – nach der
Bahnfahrt von Kopenhagen
geht's auf die Fähre
von Helsingør nach Helsingborg
(dafür steht auch das HH)


Das war natürlich längst nicht alles, aber jetzt ist mir erst mal nach Kaffee & Kuchen und darum ist hier Schluss!






Sonntag, 20. April 2014

EIN FILMCHEN ZUM OSTERSONNTAG – MIT DEN GEWINNERN DES "HUNDERTJÄHRIGEN"-GEWINNSPIELS

Heute ist eine Premiere! Die Ziehung der Gewinner des "Hundertjährigen"-Gewinnspiels haben wir zum Anlass genommen, unseren ersten Blogfilm zu drehen. Wie sich das gehört, ist das Ergebnis ordentlich amateurmäßig, nicht geschnitten, mit mehr Ähs gespickt als das Boris Becker zu seiner aktiven Zeit hinbekommen hat und auch sonst leicht pannenbehaftet. Außerdem konnte ich so feststellen, dass ich wirklich dringend wieder zum Friseur muss oder es zumindest erst einmal vermeiden sollte, mich von hinten oder seitlich in irgendeiner Weise filmisch oder fotografisch festhalten zu lassen.

Bitte seid nicht allzu streng mit uns, wir müssen eben noch üben!

ABER: Wir haben jetzt immerhin drei hoffentlich glückliche Gewinner, die sich bald über das Hörbuch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" nach dem Roman von Jonas Jonasson freuen können. Gelesen wird das Ganze vom großen Otto Sander. Wenn Ihr wissen möchtet, ob Ihr zu den Gewinnern gehört, müsst Ihr nur das Video anklicken.

Bitte lasst uns unter der im Impressum angegebenen Email-Adresse Eure Postanschrift zukommen, damit Ihr bald Euer Hörbuch im Briefkasten habt!

Allen Lesern des Blogs wünschen wir bis dahin frohe Ostertage! Bleibt uns gewogen!




Die Ziehung fand unter Aufsicht dieses Blaubeer-Käsekuchens statt. Selbstverständlich selbst gebacken:



P.S. Heute ist übrigens nicht nur Ostersonntag, sondern auch in der WELT AM SONNTAG meine Öland-Reportage zu lesen – ich freue mich sehr über Feedback! Link folgt in den nächsten Tagen!

Dienstag, 15. April 2014

VON PIMMELBONZEN, FOTZENSCHWÄRMEN – UND VOM TEUFEL IM DETAIL

Wo geht's lang?
Alle Leser sind eingeladen,
beim nächsten Spaziergang mal darauf zu achten,
wie das deutsche Äquivalent
zum  schwedischen Spazierweg-Schild
 aussieht.
(Oder sie spicken schon mal unter diesem
Blogeintrag ...)
Seit ich in Schweden bin, fällt mir auf, wie – sagen wir es neutral – anders manche Dinge noch in Deutschland sind. In Sachen Gleichstellung (ich sage absichtlich nicht "Gleichberechtigung", denn die gleichen Rechte haben Männer und Frauen nun zum Glück doch schon seit geraumer Zeit) läuft noch vieles in alten Bahnen. Gerade dann, wenn aus einem Paar eine Familie wird. Forscher sprechen vom "Traditionalisierungseffekt", der um sich greift, sobald ein Paar ein Kind bekommt. Plötzlich brechen alte Rollenmuster durch. Diese Muster werden meist keineswegs absichtlich von den "Betroffenen" aus der Schublade gekramt, weil sie sie so toll finden. Nein, sie ergeben sich aus den Umständen. Ich habe das beobachtet: Molekularbiologinnen legen ihre viel versprechende Karriere lange über die Stillzeit hinaus auf Eis (mit dem Gebären und Stillen haben Männer ja zugegebenermaßen noch ihre Schwierigkeiten). Und warum? Weil sie weniger verdienen als ihre Gatten! Gar nicht unbedingt, weil ein böser Arbeitgeber Frauen weniger bezahlt, sondern zum Beispiel, weil sie jünger sind und noch nicht so lange mit der Ausbildung fertig. Ein guter Steuerberater rät in dieser Situation ganz wahrheitsgemäß, mit dem Ehegattensplitting stehe die Familie sich auf diese Weise steuerlich deutlich günstiger. Und wer hat als frisch gebackene Familie schon Geld zu verschenken?

Die Molekularbiologin schrubbt also fortan jahrelang Mikroorganismen aus der Dusche statt sie unterm Mikroskop zu untersuchen und während sie den beruflichen Anschluss (und manchmal auch das Selbstbewusstsein) verliert, weilt sie zuhause. Dort ist der Gatte hingegen kaum noch – der schuftet nämlich jetzt extra viel, Haus und Kombi müssen abbezahlt werden und ob die Frau wieder in den Job einsteigen kann, ist fraglich: Der verpasste Anschluss und so. Die Lebenswelten entfernen sich voneinander. Die paar gesparten Kröten haben Folgen. Für die Beziehung zum Beispiel – sich auseinander gelebt zu haben steht ganz oben auf der Trennungs-Hitliste –, aber ebenso für die Arbeitswelt: Arbeitgeber stellen Frauen immer noch weniger gern ein, weil die ja viel schneller ausfallen könnten – auch darum verdienen Frauen weniger. Weil Frauen aber weniger verdienen, haben sie später nicht nur weniger Rente, sondern sie bleiben auch eher zu Hause – siehe oben.

Ein Teufelskreis!

Manche sehen in einer Frauenquote eine Maßnahme, die hier Abhilfe schafft. Ich finde allerdings, dass man Ungleichheit nicht mit Ungleichheit bekämpfen kann. Auch nicht ausnahms- und übergangsweise. Es ist falsch, wenn jemand bevorzugt wird, weil er ein bestimmtes Geschlecht hat (oder irgendwas anderes, für das er nix kann, z.B. seine Hautfarbe). Immer. Überall. Aus Prinzip. Da wäre ich als Mann auch sauer. Denn was hab ich davon, dass sich "mein Geschlecht", so insgesamt gesehen, gesellschaftlich immer noch besser da steht, wenn ich gerade meinen Traumjob an eine Konkurrentin verloren habe, nicht weil die besser, sondern weil sie eine Frau war? Nüscht! Wenn ich Königin von Deutschland wäre, würde ich darum die Dominosteine woanders anstoßen. Neben (u.a.) dem weiteren Ausbau der Kinderbetreuung erst mal das Ungleichheit verstärkende Ehegattensplitting abschaffen und die Möglichkeit, Pensionspunkte an den Partner abzugeben – ich prophezeie, es würden Wunder geschehen.

Nun lebe ich aber inzwischen in Schweden und das hat ja schon eine deutsche Königin. Mein Prinz ist außerdem gänzlich unroyal. In unserer nächsten Nachbarschaft (= fünf Minuten zu Fuß) sind aber auch schon ohne jegliches königliche Einwirken allein sechs (!) Kitas/Kindergärten und etwa so viele Spielplätze, auf denen ich mindestens so viele entspannte (!) Väter und Kinder in Elternzeit sehe wie entspannte (!) Mütter. Das freut mich besonders, denn ab Ende August steht auch in meinem/unserem Leben eine kleine (etwa einen halben Meter lange) Veränderung an, die intern bereits vorbereitet wird (um was es sich handelt, ist streng geheim!)

Noch einmal eine Version des SCHWEDISCHEN
Schildes.
Die Quadratur des Kreises? Nein!
Einfach nur ein Mensch mit einem Kind.
Mann oder Frau? Möglich.
(Für die Auflösung, wie das deutsche Schild aussieht,
bitte noch weiter runter scrollen.)
Doch Kitas hin, Elternzeit-Papis her, auch in Schweden laufen in der Mann-Frau-Chose noch nicht alle Dinge ganz selbstverständlich rund. Der psychologische Teufel liegt im Detail. In der Zeitung Sydsvenskan – "die Südschwedische – las ich vor ein paar Tagen einen wunderbaren Artikel. Der stammte vom Helsingborger Dichter und Schriftsteller Bob Hansson (von dem man sich hier ein Bild machen kann). Der war nicht nur zufällig früher auf der gleichen Schule wie J., sondern ist zufällig auch kürzlich Vater geworden. Er hat in diesem Zusammenhang eine interessante Beobachtung gemacht, die mich in meiner Haltung bestärkt: Wenn man will, dass Frauen und Männer wirklich gleiche Möglichkeiten haben, dann gilt das für alle. A-L-L-E. Ja, es mag überraschen, aber das heißt dann: auch für die Männer. Aber lest selbst, ich habe den Artikel mit Bobs Erlaubnis extra für euch übersetzt:

ANDERTHALB ELTERNTEILE SIND NICHT GENUG

Text: Bob Hansson

Der Blick einer Hebamme ist alles, was es braucht, um eine Ungleichheit zwischen den Elternteilen zu erzeugen. Bob Hansson auf der Suche nach dem ultimativen Bonus der Gleichstellung.

Bei keinem anderen Tier als dem Mensch gibt es einen so großen Unterschied zwischen dem Weiß des Auges und der Pupille. Kein anderes Tier ist sich so bewusst darüber, wenn ein Blick auf es gerichtet wird – oder auf jemand anderen. Ein Blick ist hierarchisch. Je höher dein Status, umso mehr Pupillenzeit bekommst du.

Gleichstellung dreht sich zum Teil um Blicke. Darum, wer im Fokus steht. Und warum.

"Glaubst du, dass Frauen keine Feuerwehrleute sein können?"

Derjenige, der darauf "ja" antwortet, heißt möglicherweise Ulf Brunnberg. (Anm. d. Übers. Ulf Brunnberg ist ein schwedischer Schauspieler, der für seine konservativen politischen Äußerungen bekannt ist.)

"Bist du der Ansicht, dass Mütter besser darin sind, sich um ihre Kinder zu kümmern als deren Väter?"

Diejenigen, die darauf mit "ja" antworten, arbeiten möglicherweise im Pflege- und Gesundheitssystem.

65% aller befragten Hebammen und Krankenschwestern in der Kinder- und Säuglingspflege sind nämlich der Ansicht, dass Mütter besser darin sind, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen als es die Väter sind. (Anm. Alle Angaben in diesem Text beziehen sich auf Schweden)

Mit anderen Worten sind sie der Ansicht, dass Elternschaft auch heute weiterhin eher Frauensache ist.

Dieser Tage läuft das Projekt "Ein Elternteil entsteht". Ein Projekt, das sich damit befasst, wie frisch gebackenen Vätern im Gesundheits- und Pflegesystem begegnet wird. Es erstreckt sich nicht über das ganze Land (Anm. Schweden ist gemeint), aber immerhin über die Provinz Västra Götaland. Es ist ein Projekt, das einen gewissen Widerstand weckt: "Sollen wir Männern denn jetzt NOCH mehr Platz einräumen? Es sind doch nun mal Frauen, die wir betreuen! Bekommen Männer nicht schon genügend Raum?"

Ein vollkommen verständliche Kritik. Über peinlich viele Generationen hinweg sind wir davon geprägt worden, dass es die Mama ist, die die Windeln wechselt, während der Papa zur Arbeit geht, um für die Windeln zu bezahlen.

Das macht uns alle unnötig einsam.

Überkommene Geschlechterrollen schwappen in unseren Körpern herum. Drücken uns nieder. Lassen uns unbeholfen werden. Am meinem ersten Tag als Vater auf dieser Erde stehe ich in unserem Zimmer auf der Wöchnerinnenstation, als die Krankenschwester hereinkommt. Unser Sohn liegt in einem Spezialzimmer und wartet darauf, Blut abgenommen zu bekommen.

Wir sind alle besorgt.
Die Krankenschwester fragt:

"Wo ist die Mutter?"
"In der Kantine."

Darauf erwidert sie nichts, sondern geht. Ich gehe hinterher. In der Kantine höre ich die Krankenschwester dasjenige sagen, was sie nicht zu mir gesagt hat: "Ihr Sohn ist jetzt fertig für die Blutabnahme."

Ein Vater ist auf der Wöchnerinnenstation nicht als Vater registriert, sondern als Angehöriger der Mutter. Ein anderer frisch gebackener Vater sieht mich an und seufzt: "Wenn es ums Kinderkriegen geht, ist es so, als sei es die wichtigste Funktion des Papas, das Auto zu fahren."

Einige Wochen später stelle ich in der Zentrale für Kinderpflege* eine Frage, um dann zu sehen, wie sich die Krankenschwester automatisch mit ihrer Antwort an die Mutter wendet.

Auf die Bedeutung genau dieses Blickes werde ich noch zurückkommen.

Als ich aufwuchs, gab es keine Männer weit und breit. Nicht zuhause. Nicht in der Kita. Nicht in der Schule. Kinder waren Frauensache. Sobald ein Paar zu Eltern wurde, war es Tradition, dass der Vater – anstelle weniger zu arbeiten und sich mit seinen Kindern zu befassen – noch mehr arbeitete. Heute nehmen Väter ein Viertel der Elternzeit. Mit Spitzen im Sommer und während der Elchjagd. Dem kürzlich veröffentlichten Bericht der Regierung "Männer und Gleichstellung" (SOU 2014:6) zufolge haben bis zum zweiten Geburtstag des Kindes jedoch 25 % der Männer nicht einen einzigen Tag Elternzeit genommen. Also nicht einmal während der Elchjagd.

Zusammengenommen wird all das trotzdem Fortschritt genannt.
Und es ist einer.

Ich bin nicht der einzige, der sich wünscht, seinen Vater besser gekannt zu haben. Als das Statistische Zentralbüro (SCB) untersuchte, mit wem Kinder am liebsten sprechen, wenn sie Unterstützung brauchen, gaben Mädchen und Jungen in allen Altersgruppen die gleiche Antwort: Mama. Als der Kamratposten (Anm. eine schwedische Zeitung für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren) dieselbe Frage stellte, zeigte es sich außerdem, dass Kinder lieber mit einem Freund sprechen als mit ihrem Papa. Der Papa lag nicht mal auf dem dritten Platz, denn auf den nächsten Plätzen folgten "jemand anders" und "keiner".

Wir leben also in einer Zeit, in der Kinder lieber mit "keinem" sprechen als mit ihrem Papa, wenn die Tränen in der Nase zischen und sich ihre Nöte im Griff der Scham vor der Außenwelt verschließen.

Das macht uns alle unnötig einsam.

Nun sind wir wieder bei der Krankenschwester in der Kinderpflegezentrale und dort ist nichts einfach. Denn wenn die Krankenschwester dem Vater Aufmerksamkeit schenkt, muss sie im gleichen Augenblick den Blick von einer Mutter wenden, die oft alle Unterstützung braucht, die sie nur kriegen kann. Wir wissen nicht, ob der Blick der Gleichstellung eigentlich ein schielender ist, aber wir wissen, dass die althergebrachte Norm, nach der die Mutter der erste, der wichtigste Elternteil ist, ihr kaum etwas nützt. Weil es damit zusammenhängt, dass sie das zweite Geschlecht besitzt.

Belinda Olssons fragte sich in ihrer Dokumentation "Fittstim* - min kamp" (Anm. in etwa: "Fotzenschwarm - mein Kampf", siehe Erläuterung unten)  im staatlichen schwedischen Fernsehen SVT, ob der moderne lattepappa (Anm. In Schweden werden Väter, die Elternzeit nehmen, häufig als lattepappa bezeichnet, weil sie gern mit ihren Kindern im Café beim Latte Macchiato gesehen werden, in etwa analog zu den "Latte-Müttern" in Deutschland – wer den wichtigen Unterschied merkt, bekommt einen Gummipunkt) Ausdruck einer bedrohten Männlichkeit sei. Zum Glück gibt es verschiedene Arten von Männlichkeit und alle sind sie in Bewegung. Die Männlichkeit, die Lattepapis vermutlich haben, wird in der Männerforschung "pluralistische Maskulinität" genannt. Eine Männlichkeit, die, ohne vollständig die alten Erwartungen loszulassen, das Neue begrüßen kann. Es handelt sich um eine Männlichkeit, die der Forschung zufolge am besten dazu geeignet ist, die disparaten Anforderungen zu meistern, die sich einem Geschlecht angesichts einer beginnenden Gleichstellung stellen.

Es ist möglich, dass der Mann bedroht ist, aber vermutlich nicht davon, dass er sich mit seinen Kindern beschäftigt. In einem Hospiz in der Schweiz fragte man die männlichen Patienten, die im Begriff waren zu sterben, ob sie möglicherweise etwas bereuten – und das taten sie. Am gewöhnlichsten war das Bedauern darüber, dass sie zu wenig Zeit mit ihren Kindern und ihrer Familie verbracht hatten. Fakt ist, dass einhundert Prozent aller Männer genau dies bedauerten. Man kann übers Sterbebett sagen, was man will, aber es ist kaum der geeignete Ort, seine Elternzeit zu nehmen.

Der rote Faden des Bedauerns war (für beide Geschlechter), dass sie mehr nach den Wünschen der Gesellschaft gelebt hatten als nach den eigenen. Man darf also annehmen, dass der Grund, dass die Väter weniger Zeit als gewünscht mit ihren Kindern verbracht hatten, in den Erwartungen der Umgebung lag.

Erwartungen erschaffen etwas. So wie die Erwartung der Hebamme daran, welcher Elternteil der primäre ist. Der Blick der Hebamme ist damit ein Blick, der sich weit über den Raum hinaus erstreckt, in welchem er geschieht.

Es ist ein Blick mit einer gewissen Macht.
Ein Blick, den Västra Götaländs Landesgericht nun ändern will.

"Wir dachten, wir seien bereit für die Zukunft, aber dann entdeckten wir, dass sie bereits da war." Diese Worte stammen von einer im Projekt engagierten Hebamme – der Trend in größeren Teilen der Welt ist deutlich. Anstatt eine Extraschicht im Job einzulegen, ziehen es Männer immer häufiger vor, ihr Kind in die Arme zu nehmen und an ihrem Po zu schnuppern. Ein anderer Trend ist es, dass Väter sich vor, während und nach der Entbindung als ausgeschlossen erleben. Der erste Blick, der die neue Familie trifft, ist allzu oft ein halbblinder. Natürlich ist es nicht die Priorität einer Hebamme, einen Vater zu entbinden, sondern ein Baby. Aber der erste Blick, der eine gerade gewordene Familie trifft, darf nicht einer sein, der von einer Norm ausgeht, von der die Gegenwart sagt, dass sie sie hinter sich lassen möchte.

Die Forschung fand heraus, dass ein Mann umso mehr Elternzeit nimmt, je mehr er bei der Entbindung integriert wird. Weitere Forschung zeigt, dass ein anwesender Vater sowohl das Stillen erleichtert als auch die kognitive Entwicklung des Kindes verbessert.

Vor nur einem Jahr und acht Monaten schaffte die Frauenklinik in Malmö das Recht der Väter ab, mit auf der Wöchnerinnenstation zu übernachten. Ein Beschluss, der nicht nur die erwähnte Forschung ignoriert, sondern auch eine Norm festigt, von der der Rest unserer Gesellschaft sich fortbewegt. Frauen können Feuerwehrautos fahren und Männer können auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen. Man höre und staune. Kinder sind keine Frauensache. Die Zukunft ist schon hier. Auf alle Fälle in Västra Götaland.

Im gleichen Augenblick, in dem die Hebamme den Blick von der Mutter wendet und den Vater einbezieht, ermöglicht sie also der Frau den Zugang zu einer Welt, in der jene nicht länger darauf reduziert wird, der wichtigste Elternteil zu sein. Der äußerste Pluspunkt der Gleichstellung ist es, dass sie nicht nur einen Elternteil fördert, sondern mindestens zwei. Gleichstellung ist trotz allem kein Krieg der Geschlechter, sondern dessen Ende.

* In Schweden entsprechen so genannte "vårdcentraler" in etwa deutschen Hausärzten. Diese Zentralen sind die ersten Anlaufstellen, wenn man krank ist oder medizinische Fragen hat, dort sind immer mehrere Ärzte und Krankenschwestern beschäftigt, jeder Wohnbezirk hat eine solche Zentrale. Krankenschwestern haben in Schweden größere Befugnisse als in Deutschland, sie bestimmen auch, ob man so ernst krank ist, dass man zum Arzt vorgelassen wird. Statt eines Kinderarztes gibt es die barnvårdscentralen, wörtlich übersetzt: die Kinderpflegezentralen.

* Der Begriff "fittstim" – übersetzt bedeutet das so viel wie "Fotzenschwarm" – ist ein nicht ganz salonfähiger Ausdruck, der in Schweden eine gewisse Berühmtheit erlangte, nachdem der schwedische sozialdemokratische Politiker Stig Malm zu Beginn der Neunzigerjahre zufällig im Vorbeifahren die damalige Vorsitzende des sozialdemokratischen Frauenverbundes, Margareta Winberg, inmitten einer Gruppe von Frauen auf dem Gehweg erspäht und die Damen kurzerhand mit nämlichem Ausdruck bedachte hatte. Er hatte jedoch nicht mit seinem Chauffeur gerechnet, der die verbale Entgleisung seines Chefs an die Presse ausplauderte. Das brachte Malm den Spitznamen "pittpamp"  – ungefähr "Pimmelbonze" – ein. 

Übersetzung und Anmerkungen: Christiane Stella Bongertz


So sieht das in Deutschland aus.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von
Feininger's Cat)

Montag, 24. März 2014

GEFÜHLTE HUNDERT JAHRE PAUSE SIND VORBEI – DARAUF EINEN HUNDERTJÄHRIGEN! ODER AUCH ZWEI. ODER DREI (MIT GEWINNSPIEL!)

Juhu! Zur Feier des Endes der langen Blogpause (es gab dafür gute Gründe, von denen Ihr auch noch erfahren werdet), gibt es auf VERLIEBT IN SCHWEDEN etwas sehr Schickes zu gewinnen!

Hurra, hurra, hurra, hurra?** 
Nix da! Födelsedagsbarnet (Geburtstagskind)
Allan Karlsson
 flieht genervt aus dem Seniorenheim.*
Der Durchbruch für mein Schwedisch – von Gestammel zu (einigermaßen) flüssiger Sprache – kam damit, dass ich mich gezwungen habe, Romane auf Schwedisch zu lesen. Eine Maßnahme, die ich nur jedem Fremdsprachenlerner empfehlen kann! Eins der Bücher, die mich bei diesem selbst verordneten Crashkurs völlig mitgerissen haben, war Hundråringen som klev ut genom fönstret och försvann  – "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand".

Autor ist der schwedische Journalist und Medienberater Jonas Jonasson. Der hat sich in einer persönlichen Krise in ein Häuschen am Luganer See zurückgezogen (das mit dem Häuschen am Wasser kommt mir durchaus bekannt vor!) und sein Debüt dort geschrieben. Die wunderbare Geschichte um den Sprengstoffexperten Allan erinnert mich an Forrest Gump und ich habe mir gleich gesagt: Das muss doch BITTE jemand verfilmen! Und als sei dem Universum (oder wer auch immer da verantwortlich ist) mein Wunsch ein Befehl gewesen – so geschah es. Der Film mit dem in Schweden wohl bekanntesten Komiker Robert Gustafsson in der Hauptrolle (und dem Autoren selbst in einem Cameo-Auftritt) ist an Weihnachten mit großem Erfolg hier in Schweden angelaufen.

Das Hörbuch zum deutschen
Filmstart – hier 3 x zu gewinnen!*
Seit vergangenen Donnerstag ist er auch in Deutschland zu sehen. Zur Feier des deutschen Kinostarts könnt Ihr hier drei Mal das Hörbuch aus dem Hörverlag zum Hundertjährigen gewinnen – gelesen vom großartigen Otto Sander! Wenn Ihr mir unter diesem Posting mitteilt, welches schwedische Buch – egal welches, von Selma Lagerlöf über Henning Mankell bis Stieg Larsson – Euch am besten gefallen hat und natürlich vor allem warum, könnt Ihr gewinnen! Die Hörbücher werden unter allen verlost, die bis zum 16. April mit einem Buchtipp kommentieren.

Die Story des "Hundertjährigen" beginnt damit, dass der frühere Sprengstoffexperte Allan aus dem Seniorenwohnheim flieht, Verzeihung, schlurft (er trägt seine kisstofflor, die "Pippi-Pantoffeln", die so heißen, weil im überreifen Alter gern mal was daneben geht), um der Feier zu seinem 100sten Geburtstag zu entgehen. Erstens, weil er das Aufhebens um seine Person absurd findet, zweitens, weil er keine Lust darauf hat, dass das Ganze gesund - will sagen: alkoholfrei und mit Schonkost – vonstatten gehen soll. Ein gelegentlicher sup (Schnaps) und gutes Essen sind für ihn Essenzen des Lebens. Auf seiner doch sehr speziellen Flucht quer durch Schweden kommt er zufällig an einen Koffer mit brisantem Inhalt. Fortan wir Allan von einem Gangsterclübchen verfolgt – was den Gangstern deutlich weniger gut bekommt als Allan. Der macht indes neue Freunde, darunter einen Elefanten, einen Melonenfälscher und einen Imbissbudenbesitzer und erlebt schier unglaubliche Abenteuer. Eine würdige Fortsetzung seines bewegten Lebens:

Allan und Herbert Einstein im Arbeitslager.
Es gibt keinen Schnaps. Da hilft nur die Flucht.
Ungünstig für Wladivostok,
dass der Flüchtling sich mit Sprengstoff
auskennt ...
Immer auf der Suche nach einem guten Essen, einem hübschen Schnaps (ein Glas Wein oder Tequila tun es auch, allerdings keinesfalls Bananenlikör) und etwas Schönem zu sprengen, hat Allan nämlich in seinen 100 Jahren immer ganz aus Versehen am Rad der Weltgeschichte gedreht oder war zumindest live und in Farbe dabei. Er speiste und trank sowohl mit Harry Truman als auch mit Stalin, landete im unerfreulich schnapsfreien Arbeitslager, freundete sich mit Albert Einsteins versehentlich von den Russen statt des berühmten Physikers entführten (und nicht ganz so smarten) Bruder Herbert Einstein an, servierte in Los Alamos Kaffee und entscheidende Tipps, überquerte den Himalaya, rettete Churchill das Leben – und erlebte noch etliche Abenteuer mehr ...

Was soll ich sagen? Anschauen! Mitspielen!

Allan lässt es gerne krachen

Ja, må du leva, ja, må du leva,
ja, må du leva uti hundrade år,
ja, visst ska du leva, ja, visst ska du leva,
ja, visst ska du leva uti hundrade år! 
Hurra, hurra, hurra, hurra!**
** Ja, du sollst leben, ja, du sollst leben/ ja, du sollst leben bis ins hundertste Jahr/ ja, klar wirst du leben/ ja, klar wirst du leben/ ja, klar wirst du leben bis ins hundertste Jahr!/ Hurra, hurra, hurra, hurra! (verbreitete schwedische Geburtstagsweise)
* Alle Bilder und der Gewinn wurden uns freundlicherweise von der S&L Medianetwork GmbH zur Verfügung gestellt